| # taz.de -- Snowden soll nicht nach Berlin: „Tricksende“ Aufklärer | |
| > Der Streit im NSA-Ausschuss spitzt sich zu: Die Union will eine Befragung | |
| > von Snowden in Berlin „kategorisch“ verhindern. Die Opposition ist sauer. | |
| Bild: Kein Herz für Snowden: die CDU-Männer im NSA-Ausschuss, Roderich Kiesew… | |
| BERLIN taz | Der Streit im erst jüngst eingesetzten | |
| NSA-Untersuchungsausschuss droht sich zuzuspitzen. Am Mittwoch bekräftigten | |
| SPD und Union, zwar in der kommenden Sitzung des Gremiums den | |
| NSA-Whistleblower Edward Snowden als Zeugen zu laden – nicht aber in | |
| Berlin, wie es die Opposition will. | |
| Grüne und Linkspartei haben für die Sitzung am Donnerstag einen Antrag | |
| eingebracht, Snowden im Ausschuss anzuhören. „Es wird gebeten“, heißt es | |
| darin, dass dieser „im Deutschen Bundestag über seine Kenntnisse Auskunft“ | |
| erteile. Diesen Passus, sagte SPD-Obmann Christian Flisek, werde man | |
| „abtrennen“. Stattdessen soll Snowdens deutscher Anwalt, Wolfgang Kaleck, | |
| angefragt werden und erklären, welche Befragungsmöglichkeiten er für seinen | |
| Mandanten sehe. | |
| Die Koalition kann im Ausschuss über ihre Mehrheit Verfahrensfragen auch | |
| allein bestimmen. Eine solche, sagte Flisek, sei auch die Art und Weise der | |
| Snowden-Befragung. Ziel sei eine erste Anhörung des Whistleblowers am 3. | |
| Juli. Laut CDU soll diese per Video erfolgen. | |
| Die Opposition schimpfte über das Vorgehen. Linken-Obfrau Martina Renner | |
| sprach von „Trickserei“. „Snowden wird sich per Video aus Moskau nicht fr… | |
| äußern können. Dann will ich ihn lieber gar nicht hören.“ Renner kündigte | |
| an, notfalls vor dem Bundesgerichtshof eine Ladung Snowdens nach Berlin | |
| einzuklagen. | |
| ## Facebook, Apple und Google einladen | |
| Patrick Sensburg, Vorsitzende des Ausschusses, appellierte an die | |
| Opposition, erst einmal die Video-Anhörung auszuprobieren. „Wir würden | |
| schnell merken, ob Snowden gehemmt ist und gerne mehr sagen würde. Wenn | |
| Snowden in Russland nicht frei sprechen kann, müssten wir neu überlegen.“ | |
| Sensburg hielt sich offen, der Bundesregierung am Ende sogar zu empfehlen, | |
| ihre Entscheidung zu überdenken – „wenn eine Vernehmung von Snowden in | |
| Deutschland die einzige Möglichkeit ist, an bestimmte Erkenntnisse zu | |
| kommen und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“. | |
| CDU-Obmann Roderich Kiesewetter zeigte sich am Mittwoch hingegen nicht | |
| kompromissbereit. „Eine Befragung Snowdens in Berlin schließe ich geradezu | |
| kategorisch aus.“ Dies sei so auch mit der SPD abgestimmt. Kiesewetter | |
| betonte, der Ausschuss sei „kein Snowden-Ausschuss“. Der Ex-NSAler sei nur | |
| einer von rund 100 Zeugen, die man am Donnerstag laden wolle. | |
| Gehen die Anträge durch, wird als erster Zeuge am 22. Mai der frühere | |
| Präsident des Bundesverfassungsgericht, Hans-Jürgen Papier, angehört. | |
| Folgen sollen in den nächsten Monaten unter anderen Bundeskanzlerin Angela | |
| Merkel, ihr Vorgänger Gerhard Schröder, Verfassungsschutzchef Hans-Georg | |
| Maaßen oder BND-Präsident Gerhard Schindler. | |
| SPD-Obmann Flisek kündigte an, auch die „Leitungsebene“ der | |
| US-Internetunternehmen Facebook, Apple und Google in den Ausschuss einladen | |
| zu wollen. Diese sollten erklären, wie sie sich vor der Gefahr schützen, | |
| dass Geheimdienste ihre Daten systematisch abgriffen. | |
| 7 May 2014 | |
| ## AUTOREN | |
| Konrad Litschko | |
| Christian Rath | |
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