| # taz.de -- Protest gegen hohe Mieten in Berlin: „Wir sind wütend“ | |
| > Zwei Wochen vor den Wahlen findet eine Großdemo statt, kündigt ein | |
| > Bündnis an. Bis dahin dürfte das Thema Mieten auch im Wahlkampf | |
| > angekommen sein. | |
| Bild: Protest am 1. Mai in Berlin | |
| Berlin taz | Kaum ein Datum der jüngeren Vergangenheit ist so | |
| sprichwörtlich geworden wie der 11. September. Nine Eleven, so der | |
| englische Begriff, markiert einen Wendepunkt der Geschichte. Und doch soll | |
| dieser Tag – in diesem Jahr jähren sich die islamistisch motivierten | |
| Anschlägen in den USA zum 20. Mal – in Berlin aus ganz anderen Gründen im | |
| Gedächtnis bleiben, und zwar positiv, als eine Art Aufbruch in eine neue | |
| Politik: Zwei Wochen vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zum Bundestag | |
| ist eine Großdemo gegen hohe Mieten angesetzt, wie das Berliner Bündnis | |
| gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn am Mittwochabend bekannt gab. | |
| Die Mitteilung sei erst mal eine Art „save the date“, so Bündnis-Sprecher | |
| Finn Peterson auf taz-Anfrage. Mit Details zur Organisation und Ablauf des | |
| Protests hält er sich noch zurück. Nur so viel: Seit mehreren Monaten | |
| würden Gespräche mit vielen Gruppen laufen; welche genau, verriet er nicht. | |
| Aber auch jenseits von Berlin würde dazu aufgerufen, an diesem Tag in die | |
| Stadt zum Demonstrieren in die Stadt zu kommen. Am Alexanderplatz soll der | |
| Protest starten und zum Brandenburger Tor führen. Auf 10.000 Teilnehmende | |
| hofft Peterson; es könnten aber auch deutlich mehr werden. „Das ist schwer | |
| zu sagen und hängt von vielen Faktoren ab.“ | |
| Etwa, ob das Thema Mieten bis dahin im Wahlkampf auch die Rolle spielt, die | |
| ihm gebührt. Bisher drehen sich die Debatten ja eher um Plagiate und die | |
| Schlussfolgerungen daraus für die Kandidat*innen, und nicht um die für die | |
| Mehrheit der Bevölkerung relevanten Themen. | |
| „Wir sind an vielen Orten betroffen, und wir sind wütend“, heißt es in der | |
| Mitteilung des Bündnis über die Lage auf dem Wohnungsmarkt. „Gleichzeitig | |
| sind wir überzeugt, dass wir gemeinsam die Verhältnisse ändern können und | |
| dass eine Welt möglich ist, in der Wohnen Menschenrecht ist und nicht eine | |
| zum Höchstpreis verkaufte Ware.“ Dafür bräuchte es eine grundsätzlich | |
| andere Mietenpolitik, auch auf Bundesebene. | |
| ## Doch noch ein Mietendeckel? | |
| Doch nach dem das [1][Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel] | |
| im April für verfassungswidrig erklärt hat, werden auch noch andere Gruppen | |
| und Parteien darauf drängen. Die Grünen, die sich Hoffnung auf das Amt der | |
| Regierenden Bürgermeisterin in Berlin und eine Regierungsbeteiligung im | |
| Bund machen, fordern Ausnahmeregelungen für jene Städte und Länder, um eine | |
| lokale Deckelung doch zu erlauben. | |
| Und die Initiative Deutsche Wohnen und Co. enteignen hat nach der | |
| Karlsruher Entscheidung noch einmal einen kräftigen Schub bekommen, direkt | |
| unterstützt von der Berliner Linkspartei. Inzwischen ist klar: [2][Es kommt | |
| in Berlin zum Volksentscheid], ebenfalls am 26. September. Die | |
| Vorbereitungen der Initiative für den Abstimmungskampf laufen. | |
| 8 Jul 2021 | |
| ## LINKS | |
| [1] /Erfolgreiches-Volksbegehren-in-Berlin/!5783000 | |
| [2] /Deutsche-Wohnen--Co-enteignen/!5784326 | |
| ## AUTOREN | |
| Bert Schulz | |
| ## TAGS | |
| Demonstration | |
| Wahlkampf | |
| Mieten | |
| Wohnungspolitik | |
| Schwerpunkt Gentrifizierung in Berlin | |
| Die Linke Berlin | |
| Schwerpunkt Gentrifizierung in Berlin | |
| Volksentscheid | |
| Wohnungsbaugesellschaften | |
| Verkehrswende | |
| Deutsche Wohnen & Co enteignen | |
| Deutsche Wohnen & Co enteignen | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Hohe Wohnkosten in Deutschland: Nach Miete unterm Existenzminimum | |
| Eine Studie offenbart: Mehr als 1 Million Haushalten bleibt nach Abzug der | |
| Wohnkosten kaum noch Geld zum Leben. Besonders betroffen sind | |
| Alleinerziehende. | |
| Berliner Volksbegehren zu Enteignung: Verhältnisse zum Tanzen bringen | |
| Wohnraum wird zunehmend zur Ware. Egal, wie der Volksentscheid ausgeht – er | |
| hat schon jetzt viele Berliner Mieter*innen aus der Defensive geholt. | |
| Mietenwahnsinn in Berlin: Das Wohnungssyndikat | |
| Der Verein „Wohnraum für alle“ kauft Wohnungen auf. Sie sollen denen zugute | |
| kommen, die auf dem Mietmarkt sonst keine Chance haben. | |
| Deutsche Wohnen & Co enteignen: Abstimmung am Wahltag | |
| Der Volksentscheid über die Vergesellschaftung der Wohnungskonzerne kommt. | |
| Abgestimmt wird parallel zu den Wahlen am 26. September. | |
| Streit um Berliner Wohnungsmarktpolitik: Halt wohnen, wohnen, wohnen | |
| Irgendwie muss die Wohnungsfrage doch in den Griff zu kriegen sein: Häuser | |
| werden gekauft, die Entscheidung zur Enteignung kommt. | |
| Grüne Fraktionschefinnen über die Wahl: „Verteidigen, was wir erreicht habe… | |
| Im Wahlkampf mit unbezahlbaren Forderungen punkten zu wollen gehe nicht an, | |
| sagen Silke Gebel und Antje Kapek. Sie kritisieren damit indirekt SPD und | |
| Linke. | |
| Initiative Deutsche Wohnen enteignen: Ansage an Politik und Wirtschaft | |
| Jede*r zehnte Berliner*in hat für die Enteignung großer | |
| Immobilienkonzerne unterschrieben. Das wird den politischen Diskurs | |
| verändern, auch im Bund. | |
| Erfolgreiches Volksbegehren in Berlin: Fast 350.000 Stimmen für Enteignung | |
| Der Volksentscheid über die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne | |
| kommt: Fast jede*r zehnte Berliner*in hat für Enteignungen | |
| unterschrieben. |