| # taz.de -- Umkämpftes Dragonerareal in Berlin: Beste Aussichten für Kreuzberg | |
| > Das Kreuzberger Dragonerareal geht jetzt doch an das Land Berlin. SPD und | |
| > Grünen-Politiker warnen dennoch vor zuviel Euphorie. | |
| Bild: Noch viel Platz. Das Dragonerareal | |
| Die Spatzen haben es schon von den Kreuzberger Dächern gepfiffen. Nun ist | |
| es wohl in Sack und Tüten. Wenn der Bund und das Land Berlin in den | |
| nächsten Wochen ihren neuen Hauptstadtvertrag unterschreiben, ist damit | |
| auch der jahrelange Streit um ein Grundstück beendet, um das Berlin und der | |
| Bund wie um kein zweites gerungen haben: Das 4,7 Hektar große | |
| Dragonerareal an Mehringdamm und Obentrautstraße wechselt den Besitzer und | |
| geht an das Land Berlin. | |
| Der Spandauer SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz hat die gute Nachricht | |
| am Donnerstag als erster bestätigt. „Es war ein langer und intensiver | |
| Kampf, das Dragonerareal für Berlin und für eine bürgerfreundliche Nutzung | |
| zu sichern“, erklärte der Haushaltsexperte der SPD-Bundestagsfraktion. „Das | |
| ist ein gutes Signal für eine neue, an den Bedürfnissen der Bürger | |
| orientierten Liegenschaftspolitik des Bundes.“ | |
| Ursprünglich wollte der Bund das Gelände, auf dem zahlreiche | |
| Gewerbebetriebe arbeiten, an einen Investor verkaufen – und zwar an den | |
| meistbietenden. Ein Wiener Konsortium erwarb das Grundstück schließlich für | |
| 36 Millionen Euro von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten | |
| (Bima). | |
| Offenbar hatten aber weder Käufer noch Verkäufer mit dem Widerstand aus | |
| Berlin gerechnet. Im September 2015 verweigerte das Land im Bundesrat dem | |
| Verkauf die Zustimmung. Vergangenen November verkündete | |
| Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schließlich, dass der | |
| Kaufvertrag mit dem Investor rückabgewickelt werde. Gleichzeitig betonte | |
| die Bima aber, dass das nicht automatisch bedeute, dass das Gelände an das | |
| Land Berlin gehe. Sowohl der rot-rot-grüne Senat als auch der Bezirk | |
| Kreuzberg wollen dort bezahlbare Wohnungen bauen und das Gewerbe erhalten. | |
| Allerdings war damals schon durchgesickert, dass der Grundstücksstreit im | |
| Rahmen des Hauptstadtvertrags geregelt werden könnte. Da dieser noch nicht | |
| unterzeichnet ist, reagierte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) am | |
| Donnerstag noch zurückhaltend. „Wir kommentieren das nicht. Verträge sind | |
| erst Verträge, wenn sie unterzeichnet sind.“ Im Senat geht man auch davon | |
| aus, dass das Land dem Bund im Gegenzug andere Grundstücke übertragen soll. | |
| Die Rede ist unter anderem vom Martin-Gropius-Bau oder der Akademie der | |
| Künste. | |
| Die grüne Wohnungspolitikerin Katrin Schmidberger zeigte sich am Donnerstag | |
| dennoch erfreut: „Die Übertragung ans Land Berlin ist ein entscheidender | |
| Schritt für den Bau bezahlbarer Wohnungen und für eine kiezgerechte | |
| Entwicklung.“ Senat und Bezirk müssten nun schnell die notwendigen Schritte | |
| unternehmen. | |
| Von der Initiative Stadt von unten hieß es: „Der rot-rot-grüne Senat kann | |
| jetzt beweisen, dass es ihm mit einer mietendämpfenden Politik ernst ist.“ | |
| 20 Apr 2017 | |
| ## AUTOREN | |
| Uwe Rada | |
| ## TAGS | |
| Friedrichshain-Kreuzberg | |
| Matthias Kollatz-Ahnen | |
| Wolfgang Schäuble | |
| Dragoner-Areal | |
| Dragoner-Areal | |
| Dragoner-Areal | |
| Dragoner-Areal | |
| Bundesfinanzminister | |
| R2G Berlin | |
| IGA 2017 | |
| Florian Schmidt | |
| Mietenpolitik | |
| Wohnungsbau | |
| Sozialer Wohnungsbau | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Umkämpftes Grundstück in Kreuzberg: Das Land darf jetzt dragonern | |
| Der Bund übergibt das Dragonerareal dem Land. Damit ist der Weg frei für | |
| eine sozial ausgewogene Bebauung – und vielleicht sogar für Hochhäuser. | |
| Dragoner-Areal in Kreuzberg: Der Bund mischt sich ein | |
| Das Dragoner-Areal soll zu einem Modellprojekt werden. Der Bund als | |
| bisheriger Eigentümer versucht nun aber Bedingungen zu diktieren. | |
| Dragoner-Areal in Kreuzberg: Bund klagt gegen Berlin | |
| Die Stadt erhält das Filetgrundstück, so war es im Hauptstadtvertrag | |
| abgemacht. Doch der Streit geht weiter. | |
| Dragoner-Areal in Kreuzberg: Die Utopie planen | |
| Die Planungen für das Kreuzberger Gelände beginnen. Die Initiativen, die | |
| lange gegen die Privatisierung kämpften, dürfen mitentscheiden. | |
| Das war die Woche in Berlin I: Zu früh für den Champagner | |
| Mit dem neuen Hauptstadtfinanzierungsvertrag gibt es mehr Geld vom Bund für | |
| Berlin. Manches bleibt aber noch ungeklärt. | |
| Das war die Woche in Berlin II: Kreuzberg wird wieder Stadtlabor | |
| Berlin bekommt das Dragoner-Areal vom Bund. Und die landeseigene | |
| Wohnungsbaugesellschaft Gewobag will das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) | |
| kaufen. | |
| Das war die Woche in Berlin I: Die Ampel zeigt Rot, Rot … Grün! | |
| 100 Tage neue Koalition: Der Regierende Bürgermeister zieht – leicht | |
| verspätet – eine erste Bilanz und lobt die eigene Arbeit und die seiner | |
| SenatskollegInnen. | |
| Kommentar Dragonerareal: Jetzt den Erfolg noch krönen | |
| Beim Neubau dürfen nicht nur die landeseigenen Wohnungsgesellschaften zum | |
| Zuge kommen. Auch bei Investoren braucht Kreuzberg eine Mischung. | |
| Runder Tisch Stadt- und Mieteninis Berlin: „Der Koalitionsvertrag reicht nich… | |
| Rot-Rot-Grün will eine Wende in der Wohnungspolitik. Die Initiativen wollen | |
| mitentscheiden. Ein Gespräch über eine Neuerzählung der Stadt. | |
| Verkauf des Dragoner-Areals: Schäuble in Schwierigkeiten | |
| Der Bund hat ein Problem: Beim Verkauf des Kreuzberger Dragoner-Areals | |
| hinter dem Mehringdamm wurde geschlampt. | |
| Dragoner-Areal in Kreuzberg: 200 Sozialwohnungen müssen her | |
| Der Senat macht aus dem Kiez ein Sanierungsgebiet und könnte so auch | |
| private Investoren zu einer günstigen Miete in jeder zweiten Wohnung | |
| verpflichten. |