| # taz.de -- Flüchtlingsgipfel in Malta: Europa mauert | |
| > Europäisch-afrikanische Missverständnisse prallen aufeinander: Die einen | |
| > wollen weniger illegale Migration, die anderen mehr legale. | |
| Bild: Mit offenen Armen empfangen nur noch NGOs Geflüchtete – die EU macht d… | |
| Valletta taz | „Leider werden wir zu Beginn des Frühlings wieder mehr Tote | |
| auf der zentralen Mittelmeerroute sehen“, sagte George Vella. Mit diesem | |
| Statement eröffnete Maltas Außenminister am Mittwoch das Treffen von 34 | |
| afrikanischen und 32 europäischen Staaten und der EU in Maltas Hauptstadt | |
| Valletta. Sie wollen über das weitere Vorgehen gegen irreguläre Migration | |
| aus Afrika nach Europa beraten. | |
| Vella lobte die fünf afrikanischen Staaten, die mit der EU „Compacts“ | |
| genannte Rahmenabkommen abschließen wollen: Niger, Nigeria, Senegal, Mali | |
| und Äthiopien. Diese allgemein gehaltenen Vereinbarungen, die vor allem | |
| mehr Entwicklungshilfe vorsehen, reichen der EU aber nicht aus. [1][Sie | |
| will konkrete Verpflichtungen ihrer afrikanischen Partner] zu mehr | |
| Abschiebungen und zum Kampf gegen Schlepper. Legale Möglichkeiten der | |
| Migration für ihre Bürger könnten für sie „ein Anreiz“ sein, bei | |
| Abschiebungen besser zu kooperieren, sagte Vella. Afrikanische Vertreter, | |
| darunter aus Ägypten und Tunesien, verwiesen jedoch darauf, dass es genau | |
| dies bislang nicht gebe: legale Wege für afrikanische Arbeitsmigranten und | |
| Flüchtlinge. | |
| Vertreter der deutschen Delegation sagten, es müssten mehr Menschen nach | |
| Afrika zurückkehren, vorzugsweise freiwillig. Kritisch fiel die | |
| Stellungnahme der Afrikanischen Union (AU) aus. Sie warf der EU vor, kein | |
| Interesse an der Entwicklung Afrikas zu zeigen. | |
| „Mit dem Treffen bekräftigen Europa und Afrika, dass Migration nur durch | |
| Partnerschaft effektiv verwaltet werden kann“, sagte die | |
| EU-Außenkommissarin Federica Mogherini. Es gebe jedoch „auf der Welt | |
| Kräfte, die auf einen völlig anderen Ansatz dringen: Mauern bauen statt | |
| Partnerschaften“, sagte Mogherini, wohl auf die USA gemünzt. „Dies ist | |
| nicht der europäische Weg, und ich glaube, das ist nicht die afrikanische | |
| Art.“ | |
| Nach ihrer Ansprache fuhr die Italienerin zu dem italienischen Kriegsschiff | |
| „San Giorgio“ im Hafen von Valletta. Gemeinsam mit Maltas Premierminister | |
| Joseph Muscat verabschiedete sie 89 libysche Küstenwächter, die von der EU | |
| trainiert worden sind. Unter anderem weil unklar ist, [2][inwieweit | |
| bewaffnete Gruppen in Libyens Küstenwache verstrickt sind], war die | |
| Ausbildungsmission stark umstritten. | |
| Sie ist aber einer der wichtigsten Bestandteile der Antischlepperpolitik | |
| der EU. Die 89 Männer sollen als Eintrittskarte für die EU-Militärmission | |
| „Sophia“ in libysche Gewässer dienen, dort gemeinsam mit ihnen | |
| patrouillieren und dafür auch neue Boote erhalten. Künftig sollen die in | |
| libyschen Gewässern aufgebrachten Flüchtlinge von ihnen nach Libyen | |
| zurückgebracht werden. | |
| 9 Feb 2017 | |
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| ## AUTOREN | |
| Christian Jakob | |
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