| # taz.de -- EU-Außenministertreffen in Brüssel: EU entsendet Diplomaten nach … | |
| > Wenig Frohes, viel Düsteres: Am Montag hat sich die neue | |
| > EU-Außenbeauftragte Kallas mit den Außenministern zur Lage in Syrien, | |
| > Ukraine und Georgien beraten. | |
| Bild: Brüssel, 16. Dezember: Aussenbeauftragte Kaja Kallas vor dem EU-Aussenmi… | |
| Viele gute Nachrichten hatte die neue EU-Außenbeauftragte nicht. Sie hoffe | |
| auf eine gute Entwicklung in Syrien und werde einen Topdiplomaten nach | |
| Damaskus schicken, sagte die estnische Politikerin Kaja Kallas beim ersten | |
| EU-Ministertreffen unter ihrer Leitung am Montag in Brüssel. Ansonsten | |
| überwogen bei Europas neuer Chefdiplomatin die düsteren Töne. | |
| Über eine Friedensmission für die Ukraine müsse man nicht diskutieren, weil | |
| Russland keinen Frieden wolle, erklärte Kallas. Für ihre harte Linie | |
| gegenüber Moskau ist sie bekannt. Mit [1][Georgiens Regierung müsse man | |
| auch nicht reden], weil diese ihr Land immer weiter von der EU wegführe. | |
| Statt, wie vor einem Jahr vereinbart, über eine Annäherung will Kallas über | |
| Sanktionen gegen Tiflis sprechen. | |
| Keine guten Aussichten im Osten Europas also. Nach dem Abgang des | |
| bisherigen Außenbeauftragten Josep Borrell hat sich daran nichts geändert. | |
| Immerhin gibt es nun überraschend Bewegung im Nahen Osten. [2][Der Umsturz | |
| in Syrien] hat bei der neuen EU-Spitze die Hoffnung geweckt, dass endlich | |
| ein wenig Ruhe und Stabilität in den Nahen Osten einkehrt. | |
| ## Kontakt zu den neuen Machthabern | |
| „Syrien steht vor einer erwartungsfrohen, positiven, aber eher ungewissen | |
| Zukunft“, sagte Kallas. Die EU wolle mithelfen, das Land nach dem Sturz des | |
| Assad-Regimes zu stabilisieren. Der deutsche EU-Diplomat Michael Ohnmacht | |
| soll deshalb noch am Montag nach Damaskus reisen und dort Kontakt mit den | |
| neuen Machthabern aufnehmen. | |
| Die USA und Großbritannien stehen nach eigenen Angaben bereits mit der nun | |
| tonangebenden, von der Türkei und Katar unterstützten [3][islamistischen | |
| Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS)] in Kontakt. Eine französische Delegation | |
| wird am Dienstag in Damaskus eintreffen. Auch die Bundesregierung will bald | |
| eine Delegation nach Damaskus entsenden. | |
| Unklar ist, ob und wie die Europäer mit HTS zusammenarbeiten können. Die | |
| Uno und die EU stufen sie bislang als „Terrorgruppe“ ein. Luxemburgs | |
| Außenminister Xavier Bettel sagte in Brüssel, es sei „zu früh“, die Miliz | |
| von der Sanktionsliste zu nehmen. „Es sind keine Engel“, so Bettel. | |
| Vielmehr handele sich um frühere Terroristen, die sich von al-Qaida | |
| abgespalten hätten. | |
| ## Kriselnde Beziehung zu Israel | |
| Von der neuen Führung in Damaskus gibt es bisher nur vage Bekenntnisse zu | |
| einem friedlichen und inklusiven Übergang. Fraglich ist auch, ob Syriens | |
| Nachbarn mitspielen. Bei einer Konferenz mit den USA und arabischen Staaten | |
| in Amman hatte Kallas daher [4][am Wochenende an alle Staaten appelliert], | |
| die Souveränität und territoriale Integrität des Landes zu achten. | |
| Der Appell zeigte zunächst jedoch keine Wirkung. Israel flog am Montag die | |
| heftigsten Luftangriffe auf Syrien seit Jahren. Zudem forderte die | |
| israelische Regierung die neue EU-Außenbeauftragte heraus. Kallas will die | |
| Beziehungen normalisieren und bald einen EU-Israel-Assoziierungsrat | |
| einberufen. Doch statt den Europäern entgegenzukommen, [5][schloss Israel | |
| am Sonntag die Botschaft in Dublin] – angeblich wegen „antiisraelischer“ | |
| Initiativen. | |
| 16 Dec 2024 | |
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| ## AUTOREN | |
| Eric Bonse | |
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