| # taz.de -- Rechtsextremismus und Bundestagspolizei: 200 Polizisten, 200 Gespr�… | |
| > Nach einer taz-Recherche über rechtsextreme Vorfälle wurden ehemalige und | |
| > aktive Polizisten gefragt. Einzelne Disziplinarverfahren waren die Folge. | |
| Die Bundestagsverwaltung geht gegen mehrere Polizist:innen der | |
| Bundestagspolizei vor. Das ist eine Konsequenz aus [1][taz-Recherchen]. Ein | |
| Sprecher des Bundestages sagte, man habe “umfangreiche Ermittlungen und | |
| Befragungen“ von aktiven und ehemaligen Polizist:innen durchgeführt. Es | |
| habe Einzelgespräche mit 200 Personen gegeben. Daraufhin seien “in | |
| einzelnen Fällen“ Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Eine Zahl wollte | |
| der Sprecher nicht nennen, auch nicht, um welche Vorwürfe es sich handelt. | |
| Im Juni berichtete die taz über rechtsextreme Vorfälle bei der Polizei, die | |
| für den Schutz des Bundestages zuständig ist. Ein Polizist hat sich in | |
| einer Reichsbürgerpartei engagiert, die das Grundgesetz ablehnt. Ein | |
| anderer hat zu einer „Querdenken“-Demo aufgerufen, ein dritter soll in | |
| einem Pausenraum den Hitlergruß gezeigt haben, was er bestreitet. In | |
| dienstlich genutzten Chatgruppen wurden laut | |
| Bundestagspolizist:innen rechtsextreme Inhalte verbreitet. | |
| Diskriminierende Sprüche sollen in Gesprächen während des Dienstes | |
| alltäglich gewesen sein. | |
| [2][Wie im Juni angekündigt], hat der scheidende Bundestagspräsident | |
| Wolfgang Schäuble (CDU) inzwischen ein ausführliches Gespräch mit | |
| Bundestagspolizist:innen aller Dienstgrade geführt. Ebenso wurden | |
| Fortbildungen zum Thema Extremismus und gruppenbezogener | |
| Menschenfeindlichkeit durchgeführt. Es sei vorgesehen, dass nicht nur | |
| Polizist:innen, sondern alle Beschäftigten der Bundestagsverwaltung an | |
| entsprechenden Schulungen teilnehmen. Dazu werde gerade ein Konzept | |
| entwickelt, hieß es. | |
| Inzwischen gibt es im Bundestag auch eine Ansprechperson, an die sich | |
| Mitarbeiter:innen vertraulich wenden und Hinweise auf extremistische | |
| Vorfälle geben können. Die Vertrauensperson unterliege bei dieser Tätigkeit | |
| einer Schweigepflicht, so der Sprecher. Dies gelte jedoch nicht bei | |
| mutmaßlichen Straftaten. | |
| Nach der Presseanfrage der taz wurden auch die Sicherheitsbeauftragten der | |
| Fraktionen über diesen neuen Stand informiert. Bei der Bundestagspolizei, | |
| die dem Bundestagspräsidenten untersteht, sind rund 200 Beamt:innen | |
| beschäftigt. | |
| 22 Oct 2021 | |
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| ## AUTOREN | |
| Kersten Augustin | |
| Sebastian Erb | |
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