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# taz.de -- Verdeckter Ermittler in Bremen enttarnt: Der Spitzel, der nichts zu…
> Die Bremer Interventionistische Linke wurde jahrelang von einem V-Mann
> bespitzelt. Nur warum? Hinweise auf Gewaltbereitschaft fehlen.
Bild: Demonstration gegen den Bundesparteitag der AfD in Riesa: der Gipfel der …
Die Interventionistische Linke (IL) in Bremen hat nach eigenen Angaben
einen Spitzel des Verfassungsschutzes enttarnt. Der soll sich seit 2017
alle zwei bis vier Wochen mit dem Bremer Verfassungsschutz getroffen haben.
[1][Zuerst hatte „buten und binnen“ berichtet.]
Aufgabe des Verfassungsschutzes sollte sein, die Verfassung und die
demokratische freiheitliche Grundordnung zu schützen. Die Sicherheit und
Freiheit aller Bürger*innen „unabhängig von Geschlecht, sexueller
Orientierung, Hautfarbe, Abstammung, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben,
religiösen oder politischen Anschauungen oder einer etwaigen Behinderung“:
[2][so steht es im Verfassungsschutzbericht.]
Wenn man, wie die IL, vom Verfassungsschutz beobachtet wird, dann, weil man
ihm als Gefahr für die demokratische freiheitliche Grundordnung gilt. Die
IL kommt jedes Jahr im Bremer Verfassungsschutzbericht vor. Dort wird sie
als „gewaltorientiert“ bezeichnet. Bloß: Wodurch hat sie sich das verdient?
Der VS hat trotz seines Inside-Man wenig über die Aktivitäten der IL zu
vermelden. Dabei war die keineswegs untätig: Das revolutionäre Jahr begann
Anfang Januar, als die Gruppe nach Riesa fuhr. Dort hat sie mit 15.000
anderen Menschen gegen den AfD-Parteitag protestiert.
[3][Die taz war vor Ort und hat berichtet]: Ein Landtagsabgeordneter wurde
während der Proteste bewusstlos geschlagen. Gewalt gab es also. Bloß: Die
ging von Polizeibeamten aus und nicht von der angeblich gewaltorientierten
IL. Seitens der Demonstrant*innen wurde der taz kein Fall von
proaktiver, körperlicher Gewalthandlungen bekannt? Hm, Mist. Wir gucken mal
weiter.
Im Mai hat die IL zusammen mit Gruppen wie „Ende Gelände“ [4][ein
Aktionscamp gegen die Weservertiefung in Brake organisiert]. Dort wurde –
Triggerwarnung: Gewalt – diskutiert. Im Plenum! Vermutlich sogar mit
Redeliste! Als besonders gewaltorientiert hervorzuheben war zudem [5][die
gemeinsame Hafenrundfahrt im Braker Hafen.]
Im August wurde es dann richtig gefährlich, [6][als bei mehreren
Hausdurchsuchungen Macheten, Messer, Teleskopschlagstöcke,
Hakenkreuzflaggen und Ausgaben von „Mein Kampf“ gefunden wurden] – huch,
Entschuldigung, Fehlalarm!, das waren doch nur die Nazis von der Weser Ems
Aktion.
Wieder zurück zu den wahren Feinden: Im Oktober ging die IL zusammen mit
Gruppen wie dem BUND im Neustadtspark campen. Küfa, Vorträge zum
Mercosur-EU-Abkommen, gemeinsame Radtouren und ähnliche Gewaltexzesse
ließen die Nachbarschaft unruhig schlafen.
## Gestörte Parteijugend
Ende November hatte die Gruppe aufgerufen nach Gießen zu fahren, um die
Gründung der AfD-Parteijugend zu stören. [7][Dort wurden Menschen mit
Schlagstöcken und Knüppeln attackiert, ein Demonstrant wurde bewusstlos
geprügelt.] Oh, Verzeihung, auch da waren wieder nur verfassungsschützende
Polizeibeamte und nicht die gewaltorientierten Linken am Werk. Da hat die
demokratische freiheitliche Grundordnung ja noch mal Gück gehabt!
Im Dezember kamen die wahren Gewaltfantasien der IL ans Licht, als man
ankündigte, politisch Andersdenkende mit Dachlatten verprügeln zu wollen.
Oh nein: [8][Das war ja schon wieder die Polizei] und gar nicht die
gewaltorientierte IL!
Man könnte das jetzt noch weiter spinnen und [9][über
Neonazi-Kampfsporttreffen], [10][über den Polizeibeamten, der Lorenz
erschossen hat], über den Brandanschlag auf ein Jugendzentrum, der [11][nur
dank antifaschistischer Recherchen aufgeklärt werden konnte], [12][über
NS-verharmlosende und rechtsextreme Chtagruppen bei der Bremer Feuerwehr]
oder [13][den rasanten Anstieg an queerfeindlicher Gewalt] schreiben.
Oder man macht es kurz: Die als „linksextrem“ kriminalisierten Proteste der
IL, die bespitzelt, überwacht und damit auch delegitimiert werden, sind
nicht extrem, sondern notwendig. Sie richten sich gegen die AfD, gegen die
Zerstörung von Umwelt- und Lebensräumen, gegen Abschiebungen,
Zwangsräumungen, Militarisierung. Manch eine*r würde sogar sagen: Sie
richten sich gegen ein gewaltorientiertes System.
13 Jan 2026
## LINKS
[1] https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/linksetremismus-bremen-informant-e…
[2] https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/allgemein/2022…
[3] /Protest-gegen-AfD-Parteitag/!6058447
[4] /Aktivistin-ueber-Agrarindustrie/!6115035
[5] https://wesercamp.org/
[6] https://www.endstation-rechts.de/news/dahinter-steckt-die-npd
[7] /Polizeieinsatz-in-Giessen/!6134956
[8] /Polizist-moechte-Gruene-und-Linke-mit-Dachlatten-verpruegeln/!6136093
[9] https://www.endstation-rechts.de/news/hells-angels-neonazis-und-ein-box-eve…
[10] /Akten-im-Fall-Lorenz-A/!6127725
[11] /Anschlag-auf-Jugendzentrum-in-Bremen/!6085921
[12] /Neuer-Skandal-bei-Bremer-Feuerwehr/!6007091
[13] /Angriff-auf-lesbisches-Paar/!6136048
## AUTOREN
Amanda Böhm
## TAGS
Bundesamt für Verfassungsschutz
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