# taz.de -- Serie über Jugendliche in Therapie: Vieldimensionale Krankheiten | |
> Die Arte-Serie „Everyone is Fucking Crazy“ behandelt psychische Probleme | |
> mit Feingefühl und Humor. | |
Bild: Vier Jugendliche, die auf unterschiedliche Arten „abgefuckt“ sind von… | |
Psychische Probleme zu beschreiben, in Worte zu fassen, für andere greifbar | |
zu machen, das kann für Betroffene eine Herkulesaufgabe sein. Oft bietet | |
Kunst eine Möglichkeit, die Gedanken begreifbar und die Gefühle fühlbar zu | |
machen. Genau das schafft die Serie „Everyone is Fucking Crazy“, zu sehen | |
in der [1][Arte]-Mediathek. Über acht Folgen gelingt es auf eine | |
humoristische Art, ohne ins Alberne zu rutschen, mit der nötigen | |
Ernsthaftigkeit und mit Feingefühl in die Gefühlswelten der | |
Protagonist*innen einzutauchen. | |
Nach dem plötzlichen Tod der gemeinsamen Therapeutin treffen vier ihrer | |
Patient*innen aufeinander. Vier Jugendliche, die auf unterschiedliche | |
Arten „abgefuckt“ sind von der Welt und probieren, irgendwie mit der | |
eigenen Erkrankung klarzukommen. Nach den zahlreichen Stunden bei der | |
mittlerweile so bedeutenden Therapeutin klafft da jetzt natürlich eine | |
Lücke. Das erkennt auch Derya (Via Jikeli), selbst in therapeutischer | |
Behandlung, die sich am Tatort als Assistentin der verstorbenen Dr. | |
Thomalla ausgibt und diese Lüge fortan aufrechterhält. | |
Von nun an übernimmt sie die Therapie von Chloë (Maja Bons), die von | |
[2][Angstzuständen] und Zwangsstörungen geplagt ist, Mikal (Arsenij | |
Walker), der seiner generalisierten Angststörung durch Drogenkonsum | |
entkommen möchte, und Schröder (Luise von Stein), die sowohl ihr | |
Aggressionsproblem als auch ihre rechte Vergangenheit nicht so richtig | |
loswird. Eine explosive Mischung, die dennoch neue Freund*innenschaften | |
entstehen lässt. | |
Regisseurin Luzie Loose zeigt in einer Ästhetik, die an den Serienhit | |
„[3][Euphoria]“ erinnert, die Vieldimensionalität psychischer Krankheiten. | |
Die mitreißende Performance der Protagonist*innen offenbart die Tragik, | |
aber auch die gelegentliche Komik ihres Alltags. Es ist ein Plädoyer für | |
die Hoffnung, die im freund*innenschaftlichen Zusammenhalt liegt. | |
17 Aug 2025 | |
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## AUTOREN | |
Jonas Kähler | |
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