| # taz.de -- Klimapolitik im Berliner Wahlkampf: Lob für Jaraschs „Ja“ | |
| > Die Initiative Klimaneustart begrüßt die Ankündigung der grünen | |
| > Spitzenkandidatin, für den Klima-Entscheid zu stimmen. Die Linke hat | |
| > einen Vorbehalt. | |
| Bild: „Ich werde dafür stimmen“, sagte Bettina Jarasch im taz-Interview | |
| Berlin taz | Der Kurswechsel der grünen Spitzenkandidatin im Umgang [1][mit | |
| dem Klimaentscheid] wird von der Initiative Klimaneustart Berlin begrüßt. | |
| „Wir freuen uns sehr, dass [2][Bettina Jarasch diese Herausforderung | |
| annimmt] und gehen davon aus, dass sich nun die gesamte Partei hinter den | |
| Volksentscheid stellt“, sagte Jessamine Davis am Montag laut Mitteilung. | |
| Die Initiative ist Initiatorin und Trägerin des Entscheids, der am 26. März | |
| stattfindet. Das zur Abstimmung vorgelegte Gesetz schreibt vor, dass Berlin | |
| bereits bis 2030 klimaneutral werden muss – 15 Jahre früher als bisher vom | |
| Senat geplant. | |
| Die Spitzenkandidatin der Grünen hatte im taz-Interview erklärt, sie werde | |
| am 26. März mit Ja stimmen. Als Klimaschutzsenatorin hatte sie im Namen des | |
| rot-grün-roten Senats den Entscheid noch abgelehnt; auch in der Partei | |
| herrschte bislang die Einschätzung vor, dass es schon aus praktischen und | |
| finanziellen Gründen unmöglich sei, Berlin in dieser kurzen Zeit | |
| klimaneutral zu machen. | |
| „Dieses Gesetz wird nicht einfach umzusetzen sein“, sagte Jarasch auch im | |
| taz-Interview. „Trotzdem brauchen wir mehr Druck für Klimaschutz in dieser | |
| Stadt.“ Sie hoffe, dass ein Erfolg des Entscheids zu diesem Druck beiträgt | |
| und ihr mehr Möglichkeiten gibt, Klimaschutz voranzutreiben, so Jarasch | |
| weiter. Zuletzt hatte auf dem [3][Wahlparteitag der Grünen deren | |
| Jugendorganisation einen Passus durchgesetzt], wonach die Grünen dem | |
| Entscheid „viel Erfolg“ wünschen. | |
| Die Initiative Klimaneustart Berlin forderte am Montag die Linkspartei dazu | |
| auf, einen ähnlichen Schritt zu machen. “Wir erwarten, dass auch die Linken | |
| ihre Position überdenken. Wer im eigenen Wahlprogramm mehr Mitbestimmung | |
| bei Klima-Fragen fordert, kann nicht über ehrgeizigere Klimaziele durch | |
| einen Volksentscheid hinweggehen“, sagte Niklas Schäfer von der AG Politik | |
| laut der Mitteilung. | |
| Die Linkspartei unterstütze die Ziele und das Anliegen, Klimaschutz | |
| schneller umzusetzen, erklärte Landeschefin Katina Schubert auf taz-Anfrage | |
| am Montag. Allerdings gebe es einen Passus im [4][Gesetzentwurf], den die | |
| Linke nicht mittragen könne: Dieser sieht vor, dass Mieter*innen | |
| Entschädigungen vom Land bekommen, wenn durch energetische Sanierung die | |
| Nettowarmmiete steigt. „Damit würden wir den Vermietern ein gutes Leben | |
| ermöglichen“, kritisierte Schubert. „Das teilen wir nicht.“ | |
| Daher führe man derzeit Gespräche mit der Initiative, das entsprechende | |
| Gesetz direkt nach seiner möglichen Verabschiedung durch die Bevölkerung zu | |
| überarbeiten. „Das geht aber nur mit dem Einvernehmen des Klimaentscheids“, | |
| betonte Schubert. Sie sei optimistisch, dass „wir zu einer Verständigung | |
| kommen“. Die Linke hätte einen eigenen alternativen Gesetzentwurf der | |
| Koalition besser gefunden; das sei aber mit der SPD nicht zu machen | |
| gewesen. | |
| ## Abstimmungskampf beginnt direkt nach der Wahl | |
| Um für weitere Unterstützung beim Entscheid zu werben, werde sich die | |
| Initiative Klimaneustart am Freitag beim Klimastreik der Berliner Gruppe | |
| von Fridays for Future vor dem Roten Rathaus beteiligen, hieß es. Der | |
| eigene Wahlkampf zum Volksentscheid starte am 13. Februar – also bereits am | |
| Tag nach der Wiederholungswahl. Ab diesem Tag können offiziell die | |
| Briefwahlunterlagen bestellt werden. | |
| Damit der beim Volksentscheid vorgelegte Gesetzentwurf tatsächlich in Kraft | |
| tritt, müssen am 26. März eine Mehrheit und mindestens ein Viertel der | |
| Berliner Wahlberechtigten dafür stimmen. Da der Entscheid nicht parallel | |
| mit der Wahl stattfindet, ist die Mobilisierung schwieriger; es wird | |
| allgemein mit einer eher niedrigen Beteiligung gerechnet. Vor [5][allem die | |
| Grünen hatten daher darauf gedrungen], die Entscheid parallel zur | |
| Wiederholungswahl stattfinden zu lassen; sie konnten sich aber im Senat | |
| nicht damit durchsetzen. | |
| 6 Feb 2023 | |
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| ## AUTOREN | |
| Bert Schulz | |
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