| # taz.de -- Bündis für Wohnungsbau: Höher, dichter, breiter | |
| > Giffey und Geisel kritisieren oft mangelnde Akzeptanz für Neubaupläne. | |
| > Für sie liegt allein darin die Lösung der Wohnungsnot. | |
| Bild: Wohnungsneubau pasiert für die einen zu wenig, für andere zu viel | |
| Berlin taz | CDU-Landeschef Kai Wegner mag anders als Regierungschefin | |
| Franziska Giffey (SPD) keinen Erfolg darin sehen, dass in Berlin im zu Ende | |
| gehenden Jahr trotz widriger Umstände und Krisenlage [1][16.500 Wohnungen | |
| entstanden sind], aber eben nicht die angestrebten 20.000. „Frau Giffeys | |
| Bündnis für Neubau und bezahlbares Wohnen entfernt sich immer mehr von den | |
| eigentlichen Zielen“, kritisiert Wegner. Ähnlich kritisch äußerte sich auch | |
| die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Die Regierungschefin hatte am | |
| Mittwochabend gemeinsam mit Bausenator Andreas Geisel (gleichfalls SPD) | |
| eine aus ihrer Sicht positive Bilanz [2][des im Juni gegründeten | |
| Bündnisses] gezogen. | |
| Giffey und Geisel hatten dabei ihre offiziell vom ganzen rot-grün-roten | |
| Senat getragene Baupolitik gegen Kritik aus gegensätzlichen Richtungen | |
| verteidigt, die ihnen teils zu wenig, teils zu viel Wohnungsbau vorwirft. | |
| Aus ihrer Sicht ist Neubau der einzige Weg aus der Wohnungsnot. „Es gibt | |
| keinen anderen Weg als den Neubau nach vorne zu bringen und zugleich | |
| Mieterschutz im Bestand zu betreiben“, sagte Giffey bei einer Bilanz des im | |
| Juni unter Beteiligung von Privatunternehmen gegründeten | |
| Wohnungsbaubündnisses. | |
| Der Senat hatte sich vor einem Jahr in seinen Koalitionsverhandlungen | |
| vorgenommen, bis 2026 insgesamt 100.000 Wohnungen bauen zu lassen, | |
| durchschnittlich 20.000 pro Jahr. „Als wir den Koalitionsvertrag | |
| abgeschlossen haben, war die Welt eine andere“, rechtfertigte Giffey die | |
| nun am eigenen Plan fehlenden 3.500 Wohnungen mit dem Verweis auf den seit | |
| Februar währenden Krieg in der Ukraine. Das Erreichte sei „unter den | |
| Rahmenbedingungen wirklich viel“. | |
| ## Mieterverein weiterhin nicht dabei | |
| Bausenator Geisel lud erneut den Mieterverein ein, sich dem | |
| Wohnungsbaubündnis anzuschließen. Eine andere Gruppierung, die im Juni dem | |
| Bündnis nicht hatte beitreten wollen, ist hingegen nun dabei: der Zentrale | |
| Immobilien-Ausschuss (ZIA). Laut Geisel ist der Mieterverein zwar „nicht | |
| offiziell Mitglied, aber wir arbeiten viel zusammen.“ Als Beispiel nannte | |
| er die Arbeitsgruppe zum Mietspiegel. | |
| Giffey wie Geisel kündigten an, dass es in Berlin beim Bauen „höher, | |
| dichter und breiter“ werden soll und forderten mehr Verständnis dafür: Wenn | |
| Wohnungsbau in diesem Ausmaß entsteht, könne das nicht unbemerkt geschehen. | |
| Wer das nicht wolle, solle doch mal mit den vielen Wohnungssuchenden reden | |
| oder sich eine Flüchtlingsunterkunft angucken. Wenn Neubau vor der eigenen | |
| Haustür stattfinde, „dann wird das ganz schnell irdisch mit der Akzeptanz | |
| von Wohnungsbau“, kritisierte Giffey. | |
| Geisel kündigte an, dass die schon zweimal [3][aufgeschobene neue | |
| ökologische Bauordnung] Anfang 2023 Thema im Senat sein soll. Die wird aus | |
| seiner Sicht allerdings das Bauen „weiter verteuern“. | |
| 15 Dec 2022 | |
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| ## AUTOREN | |
| Stefan Alberti | |
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