| # taz.de -- Nicht anerkannte Flüchtlinge: Beschleunigte Abschiebungen | |
| > Sechs Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung, verschärfte Residenzpflicht: | |
| > Mit diesen Änderungen will der Innenminister raschere Abschiebungen | |
| > ermöglichen. | |
| Bild: Er fordert verschärfte Bedingungen: Bundesinnenminister Thomas de Maizi�… | |
| Berlin afp | Bundesinnenmister Thomas de Maizière (CDU) will mit einem | |
| neuen Gesetzespaket die Abschiebung nicht anerkannter Flüchtlinge | |
| beschleunigen. Die zulässige Höchstdauer des Aufenthalts in einer | |
| Erstaufnahmeeinrichtung soll von drei auf sechs Monate verlängert werden, | |
| wie aus einem AFP am Mittwoch vorliegenden Papier des Innenministeriums | |
| hervorgeht. Zwischen Bund und Ländern bestehe grundsätzlich Einigkeit, dass | |
| eine längere Verweildauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen die Verfahren | |
| vereinfachen und beschleunigen könne. | |
| Während des Aufenthalts in der Erstaufnahmeeinrichtung solle eine | |
| sechsmonatige Residenzpflicht gelten. Dies solle dazu dienen, dass der | |
| Antragsteller gegebenenfalls für die Abschiebung verfügbar ist. Die | |
| Residenzpflicht – also die behördliche Auflage, nach der sich Asylbewerber | |
| und Geduldete nur in ihrem zugewiesenen Aufenthaltsbereich bewegen dürfen – | |
| ist höchst umstritten. | |
| Antragsteller aus sicheren Herkunftsstaaten sollen den Vorstellungen de | |
| Maizières zufolge auch länger als sechs Monate in der | |
| Erstaufnahmeeinrichtung verbleiben, wenn dies zur „Aufenthaltsbeendigung“ | |
| erforderlich ist. | |
| Zudem sollen die Flüchtlinge erst nach dem Stellen eines Asylantrages aus | |
| der Erstaufnahmeeinrichtung auf die Kommunen verteilt werden. Derzeit | |
| würden viele Asylsuchende nach wenigen Tagen in den | |
| Erstaufnahmeeinrichtungen auf die Kommunen verteilt, ohne einen Asylantrag | |
| bei der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gestellt | |
| zu haben. Das erschwere die Asylantragstellung erheblich und verzögere das | |
| Asylverfahren insgesamt. | |
| ## Sachleistungen statt Bargeld | |
| Erneut eingereiste Flüchtlinge, die einen neuen Asylantrag stellen, sollen | |
| ebenfalls in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden. Den | |
| Bargeldbedarf will de Maizière soweit wie möglich durch gleichwertige | |
| Sachleistungen ersetzen. Die Auszahlung von Geld soll maximal einen Monat | |
| im Voraus zulässig sein. Zudem soll die zulässige Höchstdauer für die | |
| Aussetzung der Abschiebungen von sechs auf drei Monate verkürzt werden. Die | |
| bisher zulässige Höchstdauer von sechs Monaten habe zu gravierenden | |
| Unterschieden in der Entscheidungspraxis der Länder beigetragen. | |
| Einschränkungen soll es nach dem Willen des Innenministers auch bei der | |
| Duldung von Flüchtlingen geben. Wenn der Grund für die Duldung durch das | |
| persönliche Verhalten bedingt sei, solle nur eine „beschränkte Duldung“ | |
| gelten. Zudem sieht das Papier die Einstufung von Montenegro, Albanien und | |
| des Kosovo als sichere Herkunftsstaaten vor. Bei Serbien, | |
| Bosnien-Herzegowina und Mazedonien habe sich dieser Schritt „dämpfend“ auf | |
| die Asylzuwanderung ausgewirkt. | |
| 26 Aug 2015 | |
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