| # taz.de -- Amerikanische Migrationsgesetze: Aus dem Schatten der Illegalität | |
| > Reform der Migrationsgesetze: Acht Senatoren aus beiden Parteien | |
| > veröffentlichen ein Positionspapier mit Leitlinien. Das könnte | |
| > tatsächlich überparteilich gelingen. | |
| Bild: Der 46-jährige Ricardo und seine Familie, aus Mexiko emigriert, leben oh… | |
| BERLIN taz | In die Debatte um eine Reform der US-Einwanderungsgesetze | |
| kommt Bewegung. Eine Gruppe von acht Senatoren – vier Republikaner und vier | |
| Demokraten – veröffentlichte am Wochenende ein Positionspapier, das einen | |
| Weg zu umfassender Reform weisen soll. Kernstücke: Den rund 11 Millionen | |
| ohne gültige Papiere im Land lebenden MigrantInnen soll ein Weg in die | |
| Legalität bis zur US-Staatsbürgerschaft aufgezeigt werden. | |
| Außerdem sollen von der US-Wirtschaft gesuchte Fachkräfte leichter an | |
| dauerhafte Arbeitsgenehmigungen kommen. Im Gegenzug soll die Südgrenze zu | |
| Mexiko noch dichter gemacht werden, unter anderem mit Hilfe von | |
| Überwachungsdrohnen. | |
| In den nächsten Wochen wollen die Senatoren, unter ihnen der frühere | |
| republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain aus Arizona, der | |
| latinostämmige Shootingstar der Republikaner, Marco Rubio, aus Florida und | |
| der New Yorker Demokrat Charles Schumer, konkrete Gesetzentwürfe vorlegen. | |
| „Hart, aber fair“ soll der Weg sein, den derzeit illegal in den USA lebende | |
| MigrantInnen beschreiten können. Sie sollen sich bei den Behörden melden, | |
| sollen ein Bußgeld und rückwirkende Steuern zahlen, Englisch lernen und | |
| Arbeitsverhältnisse nachweisen – und sich dann hinten anstellen beim Warten | |
| auf eine Green Card, eine Arbeitserlaubnis. | |
| Das alles soll aber erst möglich werden, wenn die Grenzsicherung verbessert | |
| ist, und wenn es ein funktionierendes System gibt, um zu kontrollieren, | |
| dass mit Visum in die USA gereiste Personen auch tatsächlich nach Ablauf | |
| wieder ausreisen. Damit wollen die Senatoren den Wunsch der Demokraten nach | |
| einem Weg in die Legalität in Einklang bringen mit der vielfach geäußerten | |
| Sorge vieler Republikaner, eine „Amnestie“ fördere neue Wellen illegaler | |
| Migration. | |
| ## Schneller Weg zur Staatsbürgerschaft | |
| Ausnahmeregelungen soll es für junge Leute geben, die als Kinder illegal in | |
| die USA gebracht wurden, sich seither jedoch nichts haben zuschulden kommen | |
| lassen. Ihnen soll der Weg zur Staatsbürgerschaft schneller offenstehen. | |
| Für diese Gruppe hatte Präsident Barack Obama wenige Wochen vor den Wahlen | |
| am Kongress vorbei bereits per Verordnung Erleichterungen durchgesetzt. | |
| Auch ungelernten Arbeitern, die seit vielen Jahren in der US-Landwirtschaft | |
| arbeiten, sollen schnellere Wege offenstehen. Zukünftig sollen Arbeitgeber, | |
| die wissentlich Illegale beschäftigen, bestraft werden, allerdings sollen | |
| Ungelernte leichter Einreiseerlaubnisse bekommen, wenn die | |
| US-Landwirtschaft entsprechenden Bedarf anmeldet. | |
| Am Dienstag will Obama bei einer Rede in Las Vegas seine Positionen zum | |
| Thema erklären. Er hatte sich Ende vergangener Woche mit demokratischen | |
| Mitgliedern der hispanischen Parlamentariergruppe getroffen. | |
| Nach dem Wahlergebnis vom November, als der republikanische Kandidat Mitt | |
| Romney bei latinostämmigen WählerInnen erneut durchgefallen war, war ein | |
| Umdenken aufseiten der Republikaner erwartet worden. | |
| Senator Robert Menendez, ein Demokrat aus New Jersey und Mitglieder der | |
| Achtergruppe, formulierte die Überlegungen zugunsten einer Migrationsreform | |
| am Wochenende so: „Zuallererst: Die Amerikaner unterstützen das, in allen | |
| Umfragen. Zweitens: Die Latino-Wähler erwarten das. Drittens: Die | |
| Demokraten wollen das. Und viertens: Die Republikaner brauchen das.“ | |
| 28 Jan 2013 | |
| ## AUTOREN | |
| Bernd Pickert | |
| Bernd Pickert | |
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