| # taz.de -- Regierungsbildung in Dresden und Erfurt: Was will Wagenknecht? | |
| > In Sachsen und Thüringen könnte es sehr lange dauern, bis eine Koalition | |
| > steht. Und das liegt vor allem am BSW und dessen Chefin Sahra | |
| > Wagenknecht. | |
| Bild: Die BSW-Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht wirkt nicht so, als sei sie k… | |
| Die [1][AfD-Erfolge in Thüringen und Sachsen] sind eine dramatische | |
| Erschütterung der bundesdeutschen Politik. In diesem großen Drama bahnt | |
| sich ein Trauerspiel an, in dessen Mittelpunkt das BSW steht. [2][Sahra | |
| Wagenknecht sieht die beiden Länder vor allem als Testfeld], um ihre Kritik | |
| an US-Raketen und Waffen für die Ukraine schwungvoll bundesweit zu | |
| inszenieren. Das Thema Raketen und Waffen für die Ukraine, nicht gerade | |
| Landespolitik, sei „unverhandelbar“. | |
| Will sagen: Um mit dem BSW, einer 12- und 16-Prozent-Partei, regieren zu | |
| dürfen, muss die CDU sich in Dresden und Erfurt gegen US-Raketen und Waffen | |
| für die Ukraine bekennen. In Thüringen scheint die [3][BSW-Realpolitikerin | |
| Katja Wolf] eigensinnig genug, um Nein zu dieser Funktionalisierung zu | |
| sagen. Doch leider haben BSW, CDU und SPD dort keine Mehrheit. So bräuchte | |
| diese nach altbundesrepublikanischen Vorstellungen abenteuerliche Koalition | |
| eine stabile Tolerierung durch die Linkspartei. Dafür muss man schon sehr | |
| fantasiebegabt sein. | |
| In [4][Sachsen hingegen hätten CDU, SPD und BSW] eine Mehrheit, aber dort | |
| gibt es keine Katja Wolf. In Thüringen würde BSW also eine stabile | |
| Regierung bilden, aber es fehlt die Mehrheit. In Sachsen gibt die Mehrheit, | |
| aber dem BSW fehlt eventuell der Wille. | |
| Nun gibt es vor Sondierungen immer rhetorische Kulissenschiebereien. Es mag | |
| zur Dramaturgie gehören, dass, wer am Ende Kompromisse eingeht, am Anfang | |
| besonders gesinnungsfest wirken muss. Nur: Wagenknecht wirkt nicht so, als | |
| sei sie kompromissfähig. Die Menschen würden, so Wagenknecht, erwarten, | |
| dass CDU und SPD ihren Friedensparolen folgen. Wer sich am Tag nach Wahlen | |
| mit Verweis auf Umfragen mit donnerndem Selbstbewusstsein als Volkes Stimme | |
| inszeniert, folgt der Logik des Populismus. Darin sind Kompromisse Verrat. | |
| So zeichnet sich in Dresden und Erfurt ein Trauerspiel ab, ein wochen- oder | |
| monatelanges Gezerre, an dessen Ende eine politische Totalblockade stehen | |
| kann. Man braucht wenig Fantasie, um zu ahnen, wem das nutzen würde. Der | |
| AfD. | |
| 3 Sep 2024 | |
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| ## AUTOREN | |
| Stefan Reinecke | |
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