| # taz.de -- Koalitionseinigung zum Klimaschutz: Nur kleine Fortschritte | |
| > Zusammen mit dem neuen Klimaziel beschließen Union und SPD einige | |
| > Verbesserungen für Erneuerbare. Aber die langfristigen Ausbauziele | |
| > bleiben offen. | |
| Bild: Soll künftig auch den Kommunen Einnahmen bringen: Freiflächen-Solaranla… | |
| Berlin taz | Bis zuletzt hatte es in der Energiebranche noch Hoffnung | |
| gegeben, dass [1][die Große Koalition] in der letzten Woche nicht nur neue, | |
| ambitioniertere Ziele wie [2][Klimaneutralität bis 2045] beschließt – | |
| sondern auch Maßnahmen, um diese zu erreichen. Nun steht fest: Bei einigen | |
| Detailfragen gibt es noch Verbesserungen, doch zentrale Entscheidungen | |
| werden auf die Zeit nach der Bundestagswahl vertagt. | |
| So gibt es keine Einigung über die Frage, wie schnell die erneuerbaren | |
| Energien in den Jahren bis 2030 genau ausgebaut werden. Das sollte | |
| eigentlich schon im vergangenen Herbst entschieden werden, wurde von den | |
| Fraktionen dann ins Frühjahr vertagt und jetzt ganz aufgegeben. Die Union | |
| sei nicht zu konkreten Vereinbarungen bereit gewesen, sagte | |
| SPD-Energieexperte Timon Gremmels. Lediglich für das Jahr 2022 werden die | |
| Ausschreibungsmengen für Wind- und Solaranlagen wie bereits zuvor | |
| vereinbart deutlich angehoben. | |
| Damit dafür auch genug Flächen zur Verfügung stehen, schafft die | |
| Regierungskoalition zudem neue Anreize: Kommunen können künftig auch bei | |
| großen Solarparks einen Teil der Vergütung abbekommen – bis zu 40.000 Euro | |
| im Jahr sollen laut Gremmels bei einer 20-Megawatt-Anlage möglich sein. | |
| Auch beim Ersatz älterer Windräder durch neue, dem sogenannten Repowering, | |
| sind Erleichterungen geplant, erklärte der CDU-Abgeordnete Stephan Stracke. | |
| Der Energieverband BDEW lobte, damit werde eine wichtige Hürde abgebaut. | |
| Beschließen wird der Bundestag am Donnerstag zudem, dass Strom aus | |
| Batteriespeichern für Solaranlagen künftig von bestimmten Umlagen befreit | |
| wird, um deren Nutzung attraktiver zu machen. Auch Wasserstoff, der mittels | |
| Ökostrom erzeugt wird, soll von der EEG-Umlage befreit werden. | |
| ## Entlastung für Industrie, nicht für Mieter*innen | |
| Einig sind sich Union und SPD auch, dass Unternehmen von den Kosten durch | |
| die neue CO2-Abgabe im Verkehrs- und Wärmesektor stärker entlastet werden | |
| sollen als bisher vorgesehen. Dies soll Verlagerungen ins Ausland | |
| verhindern. Mieter*innen dürfen dagegen weiterhin nicht auf eine | |
| Entlastung hoffen: Wie schon zuvor angekündigt, trägt die Unionsfraktion | |
| den Plan der Bundesregierung nicht mit, Vermieter*innen zur Hälfte am | |
| CO2-Preis fürs Heizen zu beteiligen, um einen Anreiz für den Einbau | |
| klimafreundlicher Heizungen zu geben; Mieter*innen müssen diese also | |
| zunächst allein tragen. Das stößt bei Umwelt- und Sozialverbände | |
| gleichermaßen auf scharfe Kritik. Die Linksfraktion forderte, die Kosten | |
| müssten komplett vom Vermieter getragen werden. | |
| 22 Jun 2021 | |
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| ## AUTOREN | |
| Malte Kreutzfeldt | |
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