| # taz.de -- FDP fordert Asyl nach „Ruanda-Modell“: Von den Briten nichts zu… | |
| > Die FDP will Asylverfahren nach dem „Ruanda-Modell“. Wer Geflüchtete um | |
| > jeden Preis aus dem Blickfeld schaffen will, nimmt enormes menschliches | |
| > Leid in Kauf. | |
| Bild: Abschiebung: FDP wünscht sich ein deutsches „Ruanda-Modell“ | |
| Gerade erst hat die Bundesregierung die Verschärfung der EU-Asylpolitik | |
| mitbeschlossen, schon schreit ihr Mitglied FDP nach noch drastischeren | |
| Schritten. Dass die Forderung nach einem „Ruanda-Modell“ inzwischen | |
| altbekannt ist und so auch schon von der Union kam, macht sie nicht weniger | |
| schäbig. | |
| Gemeint ist mit dem Begriff [1][das System], das Großbritannien am Dienstag | |
| beschlossen hat: Wer einreist, um dort Asyl zu beantragen, soll künftig | |
| nach Ruanda abgeschoben werden. Dort soll er oder sie nach Prüfung dann | |
| Asyl erhalten, eine Rückkehr nach Großbritannien ist nicht vorgesehen. | |
| So will es die FDP auch in Deutschland machen – vorausgesetzt, es fände | |
| sich ein Land, das bereit wäre, Deutschland Geflüchtete abzunehmen (eher | |
| unwahrscheinlich), und vorausgesetzt, es fände sich ein Weg, die | |
| Abschiebungen rechtlich überhaupt zu ermöglichen (auch unwahrscheinlich), | |
| dann bliebe das Vorhaben menschenrechtlich immer noch eine Katastrophe. | |
| Schon hier in Deutschland gehen Behörden nicht immer zimperlich mit | |
| Geflüchteten um. Aber es gibt immerhin eine starke Judikative, argwöhnische | |
| Medien und eine kritische Zivilgesellschaft, die den Behörden auf die | |
| Finger schauen. | |
| In vielen Ländern, die wohl als potenzielle Aufnahmeländer in Frage kämen, | |
| ist das anders. Es dürften vor allem schwache und autoritäre Regierungen im | |
| Globalen Süden sein, die sich auf Deals nach dem Ruanda-Muster einlassen | |
| werden, um sich Geld und westliches Wohlwollen zu sichern. Dass sie sich | |
| dauerhaft hohe Standards im Umgang mit den Geflüchteten vorschreiben | |
| lassen, wie es [2][Großbritannien mit Ruanda] nun versucht, scheint wenig | |
| realistisch. Kontrollierbar wären sie ohnehin nur sehr schwer. | |
| Man sollte sich keine Illusionen machen über das, was die | |
| [3][FDP-Politiker*innen] da fordern: Wer schutzbedürftige Menschen um jeden | |
| Preis aus dem Blickfeld schaffen will, nimmt enormes menschliches Leid in | |
| Kauf. | |
| 26 Apr 2024 | |
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| ## AUTOREN | |
| Frederik Eikmanns | |
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