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# taz.de -- EU-Lieferkettengesetz wohl geplatzt: Standortnachteil für Deutschl…
> Wegen der Uneinigkeit der Ampel steht das EU-Lieferkettengesetz auf dem
> Spiel. Für die deutsche Wirtschaft ist das eine schlechte Nachricht.
Bild: Halten sich für besonders schlau: Aber für die deutsche Wirtschaft ist …
Es ist eine schlechte Nachricht für hiesige Firmen, dass die
Bundesregierung der geplanten europäischen Lieferkettenrichtlinie nicht
zustimmen kann. Einer ihrer drei Parteien, die FDP, verhindert dies.
Deshalb hat SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil [1][seine Kompromisssuche
erst einmal eingestellt]. So wird sich an diesem Freitag bei der Abstimmung
in Brüssel zeigen, ob andere Staaten ähnlich handeln – was die Richtlinie
zu Fall brächte.
Die EU-Regulierung soll dafür sorgen, dass sich größere europäische und
außereuropäische Unternehmen um die Gewährleistung der Menschenrechte bei
ihren Zulieferern in aller Welt kümmern. Kommt die Richtlinie nicht, stehen
deutsche Firmen mit dem bereits bestehenden hiesigen Lieferkettengesetz
alleine da. Sie müssen die nationalen Regeln erfüllen, während ihre
Konkurrenten in vielen Ländern nicht dazu verpflichtet sind.
Das wäre ein schwerer Nachteil im Vergleich zu dem, [2][was die FDP
vorgeblich erreichen möchte]: Offiziell will sie verhindern, dass die
Politik die heimischen Firmen mit neuen Auflagen, zusätzlicher Bürokratie,
weiteren Berichtspflichten und höheren Kosten quält.
Solche Klagen spiegeln aber in erster Linie die Ablehnung durch den
Bundesverband der Deutschen Industrie, den Arbeitgeberverband und ähnliche
Organisationen wider. Ihnen geht es um Weltanschauung, nicht um
unternehmerische Praxis.
## Von modernen Vorständen lernen
Die Sicht der Firmen dagegen ist gemischt. Die einen kritisieren die
Richtlinie, die anderen unterstützen sie. Einige ChefInnen haben Angst,
dass sie Tausende Zulieferer durchleuchten sollen und für Fehlverhalten
haftbar gemacht werden.
Viele Vorstände betrachten schlechte soziale und ökologische Bedingungen in
den Zulieferfabriken dagegen als Risiken für das eigene Geschäft, die es
auszuschließen gilt. Welches Unternehmen braucht den Stress, der durch
[3][Berichte über Landraub, Hungerlöhne oder Umweltkatastrophen bei seinen
Lieferanten] entsteht?
Moderne Vorstände wissen, dass sie darauf gerne verzichten. Moderne
Verbandsfunktionäre und Politiker sollten von ihnen lernen.
7 Feb 2024
## LINKS
[1] /Deutsche-Position-im-EU-Rat/!5990441
[2] /EU-Lieferkettengesetz-blockiert/!5985977
[3] /Zwangsarbeit-in-China/!5989678
## AUTOREN
Hannes Koch
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Lieferketten
Wirtschaft
Menschenrechte
Industrie
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Wirtschaftswachstum
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Lieferketten
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Lateinamerika
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