| # taz.de -- Reaktionen zum Krieg in der Ukraine: „Dunkler Tag für Europa“ | |
| > Westliche Regierungen verurteilen den Angriff auf die Ukraine. Der | |
| > UN-Generalsekretär fordert ein Ende der Attacken. Die EU kündigt | |
| > „härteste Sanktionen“ an. | |
| Bild: Bundeskanzler Scholz (r.) und der ukrainische Präsident Selenski vergang… | |
| Berlin/Paris/Washington/Jerusalem dpa/afp/rtr/ap/taz | Westliche | |
| Regierungen und Politiker:innen haben den Angriff Russlands auf die | |
| Ukraine einhellig verurteilt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am | |
| Donnerstag, dies sei „ein eklatanter Bruch des Völkerrechts“ und „durch | |
| nichts zu rechtfertigen“. „Dies ist ein furchtbarer Tag für die Ukraine und | |
| ein dunkler Tag für Europa“, erklärte Scholz. „Unsere Solidarität gilt d… | |
| Ukraine und ihren Menschen.“ | |
| Die EU wird nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen | |
| und Ratschef Charles Michel umgehend ein neues Sanktionspaket gegen | |
| Russland beschließen. Dieses werde „massive und schwerwiegende Folgen“ für | |
| das Land haben, teilten Michel und von der Leyen am Donnerstag gemeinsam | |
| mit. Ein für den Abend geplanter Krisengipfel solle darüber beraten. Der | |
| EU-Außenbeauftragte Josep Borell sprach von dem härtesten Sanktionspaket, | |
| das die EU je erwogen habe. | |
| Auch die britische Regierung will noch am Donnerstag neue Sanktionen gegen | |
| Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine schnüren. „Dies wird das größte | |
| und schwerste Paket an Wirtschaftssanktionen sein, das Russland je gesehen | |
| hat“, sagt Außenstaatssekretär James Cleverly in der BBC. „Es wird eine | |
| beispiellose Reihe von Strafmaßnahmen, mit denen wir heute beginnen werden. | |
| Aber wir werden in den kommenden Tagen auch weitere Sanktionen ankündigen.“ | |
| Die baltischen Staaten fordern derweil, dass Russland vom Zahlungssystem | |
| Swift abgeschnitten wird. Außerdem müsse die Ukraine mit Waffen und | |
| Munition versorgt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der | |
| Außenminister von Estland, Lettland und Litauen. | |
| ## Biden: „Die Welt wird Russland zur Rechenschaft ziehen“ | |
| Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat ein sofortiges Ende der | |
| russischen Angriffe auf die Ukraine verlangt. „Frankreich verurteilt | |
| entschieden die Entscheidung Russlands, Krieg gegen die Ukraine zu führen“, | |
| [1][erklärte Macron am Donnerstag im Onlinedienst Twitter]. Er rief Moskau | |
| auf, „seine Militäroperationen sofort zu beenden“. | |
| UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief Putin auf, die Angriffe | |
| einzustellen und dem Frieden eine Chance zu geben. US-Präsident Joe Biden | |
| kündigte eine „gemeinsame und entschiedene Reaktion auf die | |
| ungerechtfertigte Attacke des russischen Militärs“ an. Nato-Generalsekretär | |
| Jens Stoltenberg berief ein Treffen der Verteidigungsallianz ein. „Die | |
| Nato-Verbündeten werden zusammenkommen, um die Folgen der aggressiven | |
| Handlungen Russlands zu erörtern“, erklärte er in Brüssel. „Die Nato wird | |
| alles tun, was nötig ist, um alle Verbündeten zu schützen und zu | |
| verteidigen.“ | |
| US-Präsident Joe Biden verurteilt in einem Telefonat mit dem ukrainischen | |
| Präsidenten Wolodimyr Selenski den „unprovozierten und ungerechtfertigten | |
| Angriff“ durch Russland. Die G7 und die US-Verbündeten würden ernsthafte | |
| Sanktionen gegen Russland verhängen. Die USA würden weiterhin die Ukraine | |
| und die dortige Bevölkerung unterstützen. | |
| „Die Welt wird Russland zur Rechenschaft ziehen“, sagt Biden. „Präsident | |
| Putin hat sich vorsätzlich für eine Krieg entschieden, der katastrophale | |
| Todesfälle und menschliches Leid bringen wird. Russland alleine ist für den | |
| Tod und die Zerstörung, die dieser Angriff bringen wird, verantwortlich.“ | |
| ## Israel verurteilt russische Invasion | |
| Auch Israel hat den russischen Einmarsch in die Ukraine scharf kritisiert. | |
| „Der russische Angriff auf die Ukraine ist eine ernste Verletzung der | |
| internationalen Ordnung“, erklärte Außenminister Jair Lapid am Donnerstag. | |
| Der ukrainischen Bevölkerung sagte Lapid humanitäre Unterstützung zu. Er | |
| betonte weiter, dass Israel „tiefe, beständige und gute Beziehungen“ sowohl | |
| zu Russland und der Ukraine pflege. In beiden Ländern lebten | |
| „hunderttausende Juden“, deren Sicherheit in den israelischen Erwägungen an | |
| oberster Stelle stehe. | |
| Als „schweren Schlag für den Frieden und die Stabilität in der Region“ | |
| kritisierte auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die russische | |
| Invasion in der Ukraine. „Wir lehnen Russlands Militäreinsatz ab“, sagte | |
| Erdogan in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. | |
| Zuvor hatte bereits das Außenministerium in Ankara den russischen Angriff | |
| auf das Nachbarland als „inakzeptabel“ gebrandmarkt und Moskau | |
| aufgefordert, die „ungerechtfertigte und unrechtmäßige“ Invasion zu | |
| stoppen. | |
| Der britische Premierminister Boris Johnson zeigt sich „entsetzt über die | |
| schrecklichen Ereignisse in der Ukraine“. Er habe mit dem ukrainischen | |
| Präsidenten Wolodimir Selenskyj über die nächsten Schritte gesprochen, | |
| schreibt er auf Twitter. „Präsident Putin hat sich für den Weg des | |
| Blutvergießens und der Zerstörung entschieden.“ | |
| Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den russischen | |
| Angriff auf die Ukraine verurteilt. „Die spanische Regierung verurteilt die | |
| russische Aggression gegen die Ukraine und erklärt sich mit der | |
| ukrainischen Regierung und dem ukrainischen Volk solidarisch“, schrieb der | |
| sozialistische Politiker am Donnerstag auf Twitter. | |
| ## Bundesregierung erklärt sich solidarisch mit der Ukraine | |
| Bundeskanzler Olaf Scholz telefonierte am Morgen mit dem ukrainischen | |
| Präsidenten Wolodimyr Selenskj. In dem Telefonat sicherte er Selenski „die | |
| volle Solidarität Deutschlands in dieser schweren Stunde“ zu, wie | |
| Regierungssprecher Steffen Hebestreit anschließend mitteilte. | |
| In seiner Erklärung forderte Scholz: „Russland muss diese Militäraktion | |
| sofort einstellen.“ Er kündigte für Donnerstag eine enge Abstimmung | |
| innerhalb der G7, der Nato und der EU an. Der Bundeskanzler sprach von | |
| einem „rücksichtslosen Akt“ von Russlands Präsident Wladimir Putin. | |
| Außenministerin Annalena Baerbock hat nach dem russischen Angriff auf die | |
| Ukraine harte zusätzliche Sanktionen gegen Russland angekündigt. „Wir | |
| werden das volle Paket mit massivsten Sanktionen gegen Russland auf den Weg | |
| bringen“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in Berlin nach einer | |
| Sitzung des Krisenstabes im Auswärtigen Amt. Dazu werde sich Deutschland | |
| international mit der Europäischen Union, der Nato sowie den stärksten | |
| Wirtschaftsmächten im G7-Format abstimmen. | |
| Baerbock, die sich in ihrem Statement im Auswärtigen Amt direkt an die | |
| Bürger wandte, kündigte an, die Bundesregierung werde die deutsche | |
| Sicherheit und die Bündnispartner stärken. Was dies genau bedeutet, ließ | |
| die Ministerin zunächst offen. Man sei [2][fassungslos], aber nicht | |
| hilflos, sagte Baerbock. Man habe sich auf die Ereignisse vorbereitet und | |
| werde nun gemeinsam mit Partnern und Alliierten vorgehen. Dabei werde man | |
| sich „jeden Meter mit unseren Freundinnen und Freunden in der Ukraine | |
| abstimmen“. | |
| Zugleich stellte die Ministerin die Deutschen darauf ein, dass der Krieg in | |
| der Ukraine auch auf die Bundesrepublik Auswirkungen haben werde. „Dieser | |
| Krieg in unserer direkten Nachbarschaft wird auch für uns in Deutschland | |
| Folgen haben“, sagte Baerbock. Sie wies auf steigende Preise und fallende | |
| Aktienmärkte hin. „Wir haben uns diese Situation nicht ausgesucht. Wir | |
| können, aber wir wollen auch nicht ihr aus dem Weg gehen.“ Die europäische | |
| Friedensordnung der vergangenen Jahrzehnte sei die Grundlage für das Leben | |
| in Wohlstand und in Frieden. „Wenn wir jetzt nicht entschlossen dafür | |
| eintreten, werden wir einen noch höheren Preis bezahlen.“ | |
| Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zeigt sich entsetzt über den | |
| russischen Angriff auf die Ukraine. „Nun ist das Unfassbare geschehen. | |
| Russland greift die Ukraine an“, sagte der Vizekanzler. „Wir haben einen | |
| Landkrieg in Europa, von dem wir dachten, er sei nur noch in | |
| Geschichtsbüchern zu finden. Es ist ein schamloser Bruch des Völkerrechts, | |
| wir verurteilen ihn auf das Schärfste.“ | |
| Habeck (Grüne) kündigte weitere Sanktionen gegen Russland an. Dazu werde es | |
| ein konzertiertes Vorgehen der USA und der europäischen Staaten geben, | |
| sagte Habeck am Donnerstag im ZDF-“Morgenmagazin. „Wir werden sehr schnell | |
| sehen, dass wir Wirtschaftssanktionen gemeinsam verhängen.“ | |
| Bundesfinanzminister Christian Lindner hat eine harte Reaktion des Westens | |
| gegen Russland angekündigt. Der Angriff auf die Ukraine sei „ein Alptraum“, | |
| twittert der FDP-Politiker. „Putin hat sich als Lügner entlarvt.“ Gemeinsam | |
| mit den Partnern aus EU, Nato und G7 sei man solidarisch mit der Ukraine. | |
| „Der Kreml wird harte #Sanktionen erfahren“, schreibt Lindner. | |
| 24 Feb 2022 | |
| ## LINKS | |
| [1] https://twitter.com/EmmanuelMacron/status/1496740133965553664 | |
| [2] /Russische-Angriffe-auf-die-Ukraine/!5837503 | |
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