| # taz.de -- Kundgebungen am 1. Mai in Hamburg: Naziverbot entspannt die Lage | |
| > Das Verwaltungsgericht bestätigt das Versammlungsverbot von | |
| > Rechtsextremen in Harburg am 1. Mai. Viele andere Kundgebungen sind noch | |
| > in der Schwebe. | |
| Bild: Schon 2008 hatten Rechte am 1. Mai in Hamburg demonstriert. Hier zu sehen… | |
| Hamburg taz | Bei der Versammlungsbehörde dürfte am Mittwochnachmittag ein | |
| Aufatmen zu hören gewesen sein. Denn die Vorbereitungen für den 1. Mai | |
| hingen im Wesentlichen von dieser Gerichtsentscheidung ab: Der | |
| Bundesverband der Splitterpartei „Die Rechte“ um den Szenekader Christian | |
| Worch hatte geklagt, da die Versammlungsbehörde einen Aufmarsch in Harburg | |
| unter Hinweis auf den Infektionsschutz verboten hatte. | |
| Am Nachmittag twitterte Innensenator Andy Grote (SPD) dann: | |
| „Verwaltungsgericht bestätigt Untersagung der Versammlungsbehörde.“ Für | |
| Rechtsextremisten gelte: „Stay at Home“. | |
| Worch selbst hat die Entscheidung hingegen gar nicht abgewartet und fährt | |
| lieber zweigleisig. Parallel hat er eine Veranstaltung in [1][Bremen] | |
| angemeldet. Das bestätigte die Bremer Innenbehörde, konnte aber keine | |
| genauere Aussage machen. Die Anmeldung müsse geprüft werden. | |
| ## 47 Anmeldungen | |
| Die Hamburger Polizei hatte wegen der Kundgebung der Rechten mit massiven | |
| Gegenprotesten gerechnet. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt | |
| Polizeisprecher Holger Vehren. Das Gerichtsurteil dürfte zwar die Lage auf | |
| den Straßen am 1. Mai entspannen, die Lage in der Versammlungsbehörde ist | |
| aber nach wie vor angespannt. | |
| Die kommt mit der Bearbeitung der insgesamt 47 Anmeldungen kaum hinterher, | |
| 33 Prüfungen laufen noch. „Eine Situation in dieser Form hatten wir noch | |
| nie“, sagt Vehren. Jede Anmeldung müsse als Einzelfall mit der | |
| Gesundheitsbehörde geprüft werden. | |
| Aus diesem Grund wurde auch die Kundgebung des [2][anarchistischen | |
| Bündnisses „Schwarz-roter erster Mai“] am Herbert-Wehner-Platz in Harburg | |
| mit 25 Teilnehmer*innen wieder untersagt. Grundsätzlich seien | |
| Veranstaltungen dieser Größe „infektionsschutzrechtlich vertretbar“, hei�… | |
| es, die Behörde schreibt aber weiter: „Es erscheint jedoch aus hiesiger | |
| Sicht unrealistisch, dass tatsächlich lediglich 25 Personen an Ihrer | |
| Versammlung teilnehmen werden.“ | |
| Grund dafür sei der Aufruf der Veranstalter*innen, trotz der Beschränkung | |
| auf 25 Personen nach Harburg zu kommen. Dies hatte wiederum [3][die taz in | |
| einem Artikel zitiert]. Das Bündnis hat gegen das Verbot einen Eilantrag | |
| beim Gericht eingereicht. | |
| ## Infektionsschutz als Vorwand | |
| Wolfgang Lettow wartet noch auf eine Entscheidung der Behörde. Der linke | |
| Aktivist hatte im Namen des Bündnisses „1. Mai 2020 Hamburg“ eine Demo mit | |
| 200 Teilnehmer*innen durch die Schanze angemeldet, jedoch nach Gesprächen | |
| mit der Behörde eingelenkt und aus der Demo eine Kundgebung am U-Bahnhof | |
| Feldstraße mit 25 Personen gemacht. | |
| „Wir haben kein Interesse an einer Ausbreitung der Pandemie, aber ich habe | |
| den Eindruck, dass der Infektionsschutz als Vorwand genommen wird“, sagt | |
| Lettow. Es sei wichtig, dass die Beschneidung der Versammlungsfreiheit | |
| diskutiert werde. | |
| 29 Apr 2020 | |
| ## LINKS | |
| [1] /!p4652/ | |
| [2] https://twitter.com/AnarchyInHH | |
| [3] /Demos-in-Hamburg-am-1-Mai/!5678447/ | |
| ## AUTOREN | |
| Juliane Preiß | |
| ## TAGS | |
| Protest | |
| Tag der Arbeit / 1. Mai | |
| Die Rechte | |
| Rechtsextremismus | |
| Tag der Arbeit / 1. Mai | |
| Bremen | |
| Tag der Arbeit / 1. Mai | |
| Schwerpunkt 1. Mai in Berlin | |
| taz Plan | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| 1. Mai in Hamburg: Die Polizei wirkt unterbeschäftigt | |
| Kleingruppen protestieren mit Abstand und zeitversetzt gegen einen | |
| geplanten Nazi-Aufmarsch. Kurz droht die Polizei mal mit dem Wasserwerfer. | |
| Digitaler Arbeitskampf zum 1. Mai: Hinaus oder zu Haus? | |
| Diesmal ist alles anders: Der DGB verlegt seine Kundgebung ins Internet. | |
| Und die Autonomen wollen sich mit Mundschutz vermummen. | |
| 1. Mai in Bremen: Große Demo fällt aus | |
| Am Tag der Arbeit gibt es keine große Demo in Bremen. Aber jede Menge | |
| Forderungen – denn arbeitsrechtliche Missstände zeigen sich momentan | |
| besonders. | |
| Nazi-Aufmärsche in Erfurt und Hamburg: Braune Flaute am 1. Mai | |
| Am Tag der Arbeit wollten auch Rechtsextreme auf die Straße gehen – das | |
| Coronavirus verhindert das allerdings. In Hamburg klagen die Neonazis noch. | |
| +++ 1. Mai Vorab-Live-Ticker +++: Alle allein gegen den Faschismus | |
| 1. Mai und fast alles ist abgesagt. Der vorauseilende taz-Liveticker hat | |
| trotzdem Bock auf Krawall und wirft aus sicherem Abstand Pflastersteine. | |
| 1. Mai in Berlin: Die richtigen Kräfte bündeln | |
| Protest geht auch ohne physische Masse – mit dezentralen Aktionen und | |
| online: Warum der 1. Mai in diesem Jahr besonders wichtig ist. |