| # taz.de -- Abgeordnetenhaus in Berlin: Wegner und Eralp können sich auch eini… | |
| > Milliarden aus dem Sondervermögen des Bundes, Kritik an Äußerung über | |
| > Sinti und Roma und weiter ein großes Fragezeichen hinter einem Umzug der | |
| > ZLB. | |
| Bild: In der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses ging es um die Verteilung von… | |
| Wegner gegen Eralp, Eralp gegen Wegner. Diese Paarung gilt als | |
| entscheidendes Duell bei der Abgeordnetenhauswahl 2026. Genau zehn Monate | |
| davor ist es am Donnerstag via Fragestunde zur ersten offiziellen Begegnung | |
| der beiden im Abgeordnetenhaus gekommen. Und bei der gibt es gar keine | |
| Gegnerschaft zwischen Regierungschef Kai Wegner von der CDU und | |
| Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp. | |
| Es liegt eine eher maue Rederunde zu zusätzlichen Investitionsmilliarden | |
| hinter dem Parlament, als Eralp, erst am Wochenende gekürt, den | |
| Regierungschef befragt. Was der denn von Äußerungen des CDU-Abgeordneten | |
| Timur Husein hält, will sie wissen. Der hatte in einem digitalen Netzwerk | |
| Sinti und Roma [1][auch mit einem heute als belastet geltenden Begriff | |
| bezeichnet] und vor einem Wahlsieg von Eralp gewarnt, die aus seiner Sicht | |
| illegale Einwanderung unterstützt. | |
| Für Wegner ist das merklich das, was das Bürgerliche Gesetzbuch in Paragraf | |
| 818 als „aufgedrängte Bereicherung“ beschreibt. Umso mehr, weil er von | |
| guten Kontakten zum Zentralrat der Sinti und Roma berichtet. Seine Antwort | |
| an Eralp lautet darum: „Ich sage in aller Klarheit: Dieses Wording (Huseins | |
| Bezeichnung der Volksgruppen, Anmerkung der taz) würde ich mir nicht zu | |
| eigen machen.“ | |
| Mit solcher Klarheit kann Wegner etwas von dem Eindruck wettmachen, den er | |
| kurz zuvor in der Rederunde zum Sondervermögen des Bundes hinterlassen hat. | |
| 5 Milliarden Euro soll Berlin binnen zwölf Jahren aus jenem | |
| 100-Milliarden-Topf erhalten, der zu dem noch vor der Bundestagswahl auch | |
| mit Grünen-Stimmen beschlossenen 500-Milliarden-Paket gehört. All dieses | |
| Geld ist für die Infrastruktur und den Klimaschutz gedacht. | |
| ## Parlamentarier vermissen Strategie | |
| Wohin das Geld in Berlin gehen soll, hatten Wegner und weitere führende | |
| CDUler und SPDler am Freitag vor Journalisten skizziert. Was in der Debatte | |
| gleich den ersten Kritikpunkt bildet. „Bisher haben die Vorschläge des | |
| Senats das Parlament überhaupt nicht erreicht“, moniert der | |
| Grünen-Abgeordnete André Schulze. Sein Kollege Steffen Zillich von der | |
| Linksfraktion kennt nur eine inoffizielle vierseitige Liste. | |
| Am meisten aber vermissen die beiden eine übergeordnete Strategie in der | |
| Aufteilung der Investitionsmilliarden. „Natürlich stehen darin auch | |
| sinnvolle Sachen“, räumt Zillich ein. Aber insgesamt sei das eben zu | |
| kleinteilig – hier ein Polizeiauto, dort Geld fürs Naturkundemuseum. Das | |
| sei „viel Stückwerk statt eines Zukunftsplans“, meint Schulze, für den das | |
| sinnbildlich für Wegners Amtszeit ist. | |
| Was nicht in der Liste steht: ein Umzug der Zentral- und Landsbibliothek | |
| (ZLB). Warum, das ist später von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson in der | |
| Fragestunde zu hören: Es wäre nicht vermittelbar, einen unbekannten Bedarf | |
| in eine schon übervolle Liste zu schreiben. Unbeantwortet lässt sie die | |
| Frage, ob der Senat dabei ist, eines der beiden jetzigen ZLB-Gebäude zu | |
| verkaufen. | |
| 20 Nov 2025 | |
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| ## AUTOREN | |
| Stefan Alberti | |
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