| # taz.de -- Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: Grünes Licht für Johnson… | |
| > Studien zeigen, wie migrantische Menschen und Kinder unter der | |
| > Coronakrise leiden. Hausärzt:innen erhalten 500.000 Impfdosen extra. | |
| Bild: In den USA schon am Start, in Europa jetzt auch zugelassen: Impfstoff von… | |
| ## EU-Behörde gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff | |
| Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU | |
| nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet | |
| werden. Der Wirkstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, | |
| teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Doch sie bewertet den Nutzen | |
| des Coronavirus-Impfstoffs höher als dieses Risiken. Ein entsprechender | |
| Warnhinweis solle beigefügt werden. | |
| Es gebe zudem eine große Ähnlichkeit zu Fällen, die bei dem Impfstoff von | |
| AstraZeneca aufgetreten seien, teilte die EMA weiter mit. Die US-Behörden | |
| hatten vor einer Woche nach dem Auftreten seltener Thrombosen zu einer | |
| vorübergehenden Aussetzung von Impfungen mit dem Mittel geraten. J&J hatte | |
| darauf die Auslieferung des Impfstoffs in die EU, die erst Anfang | |
| vergangener Woche begonnen hatte, verschoben. Die EMA war zuvor schon | |
| Berichten über Thrombosen nachgegangen. (dpa/reuters) | |
| ## Unicef-Bericht zu Kindern in der Pandemie | |
| Ein Jahr nach dem ersten Lockdown zeichnen sich nach Unicef-Angaben massive | |
| Auswirkungen der Coronapandemie auf Kinder und Jugendliche ab. Die | |
| vielfältigen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens gefährden | |
| nach Einschätzung des Kinderhilfswerks nicht nur die Bildungserfolge junger | |
| Menschen, sondern haben auch weitreichende Folgen für ihr gesamtes | |
| Wohlbefinden und ihre Entwicklung. | |
| Es mehrten sich die Hinweise, dass derzeit viele Familien an ihre Grenzen | |
| stießen, heißt es in dem Bericht. Demnach gaben bei einer aktuellen | |
| Befragung mehr als die Hälfte von 1.000 Eltern in Deutschland an, dass die | |
| Kontaktbeschränkungen sowie die Schließung von Schulen und | |
| Kindertagesstätten den Stress in ihren Familien deutlich erhöht haben. Ein | |
| Teil berichtete zudem von einem gestiegenen aggressiven Verhalten gegenüber | |
| den Kindern. | |
| Laut dem Bericht waren schon vor der Pandemie mehr als jedes fünfte Mädchen | |
| und nahezu jeder siebte Junge im Alter von 15 Jahren unzufrieden mit ihrem | |
| Leben. „Dass ein signifikanter Teil der Jungen und Mädchen ohne Zuversicht | |
| in die Zukunft geht, ist richtig schlimm“, betonte Waldersee. Im Hinblick | |
| auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen lande Deutschland im | |
| Vergleich zu anderen Industriestaaten lediglich im Mittelfeld. Auffällig | |
| sei vor allem die relativ hohe Unzufriedenheit von Mädchen und jungen | |
| Frauen, sagte der Autor des Berichts, Hans Bertram. 16 Prozent von ihnen | |
| schätzten sich als depressiv ein, 13 Prozent erhielten | |
| verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel. „Damit weicht Deutschland | |
| signifikant von anderen Ländern ab.“ | |
| „Ich glaube, das lastet auch auf den Seelen der Kinder“, sagte die | |
| Schirmherrin von Unicef Deutschland, Elke Büdenbender, am Dienstag bei der | |
| Vorstellung des Unicef-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2021. | |
| Die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnte: „Je länger die | |
| Pandemie dauert, umso mehr nehmen Frust und Stress in den eigenen vier | |
| Wänden zu.“ | |
| Der Unicef-Bericht zeige, dass Deutschland bei der Zufriedenheit der Kinder | |
| schon vor der Pandemie im internationalen Vergleich nur Mittelmaß gewesen | |
| sei, sagte der Unicef-Vorstandsvorsitzende Georg Graf Waldersee. Mängel, | |
| die auch vorher schon da gewesen seien, würden jetzt „schonungslos | |
| offengelegt“. Dazu gehörten zum Beispiel Defizite bei der digitalen | |
| Ausstattung der Schulen. | |
| Waldersee verwies darauf, dass die Pandemie nun schon über ein Jahr dauere, | |
| und das sei in einem Kinderleben eine sehr lange Zeit: „In einem Jahr | |
| können Weichen für das ganze weitere Leben gestellt werden. Seit mehr als | |
| einem Jahr fehlt nun ganz viel von dem, was für Kinder und für Jugendliche | |
| ihr Wohlbefinden ausmacht und was sie für ihre Entwicklung benötigen.“ | |
| Kinder bräuchten öffentliche Räume wie Kindergärten, Schulen, | |
| Freizeitangebote und vor allem den Austausch mit Gleichaltrigen. | |
| „Kinder brauchen andere Kinder“, betonte auch der Autor des | |
| Unicef-Berichts, der Familiensoziologe Hans Bertram. Gerade für jüngere | |
| Kinder in der Grundschule sei der Präsenzunterricht eine zwingende | |
| Voraussetzung, um eine Gleichheit der Entwicklungschancen zu schaffen. | |
| Bertram sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Staat die Schulpflicht | |
| faktisch vorübergehend außer Kraft gesetzt habe. „Das heißt, die Pflicht, | |
| dass die Kinder lernen, liegt jetzt wieder bei den Eltern. Das war in | |
| Preußen schon so. Aber die Weimarer Verfassungsväter haben die Schulpflicht | |
| deswegen eingeführt, weil sie gesehen haben: Wenn das Elternhaus für den | |
| Unterricht verantwortlich ist, hat man große soziale Differenzen.“ | |
| Schon vor der Pandemie hätten Kinder aus Einwandererfamilien und Kinder von | |
| Alleinerziehenden schlechtere Startchancen gehabt, sagte Bertram. Corona | |
| verstärke diese Unterschiede zusätzlich. So stelle die Pandemie Familien | |
| mit begrenztem Wohnraum vor große Herausforderungen. | |
| „Und weil Kinder und Familien besonders belastet sind, müssen wir sie | |
| gerade jetzt stärken, und besonders eben die, die es ohnehin schon schwer | |
| haben“, appellierte Büdenbender. „Diese Botschaft ist vor der | |
| Bundestagswahl sehr, sehr wichtig.“ | |
| Methodisch stützt sich der Unicef-Bericht auf statistische Daten von | |
| Eurostat, der OECD und dem deutschen Statistischen Bundesamt. Dabei handele | |
| es sich vorwiegend um international vergleichende Datensätze und | |
| Längsschnittstudien wie zum Beispiel die Pisa-Studie. (dpa/epd) | |
| ## Pandemie behindert Integration | |
| Die Einschränkungen durch die Coronapandemie gefährden die Integration von | |
| Zuwanderer:innen in Deutschland massiv. Zu diesem Schluss kommen | |
| Expert:innen in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der | |
| Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Petra Bendel und ihre | |
| Mitautor:innen warnen: „Errungenschaften, die wir in den vergangenen | |
| sechs, sieben Jahren erzielt haben, drohen zu versanden, wenn wir nicht | |
| entsprechend gegensteuern.“ | |
| Der Zugang zu Schulbildung, Sprach- und Integrationskursen sei für | |
| Eingewanderte und ihre Nachkommen besonders schwierig, zumal es vielfach an | |
| WLAN, Tablets oder Computern fehle und die Unterstützung durch | |
| Ehrenamtliche bedingt durch die Pandemie stark zurückgegangen sei. Dies | |
| gelte besonders für geflüchtete Kinder, die in Gemeinschaftsunterkünften | |
| lebten und dort mehrheitlich keinen Schreibtisch für sich hätten. | |
| Wo immer möglich solle eine dezentrale Unterbringung angestrebt werden – | |
| auch um das Ansteckungsrisiko zu senken. Grundsätzlich könnten | |
| „Anti-Diskriminierungsmaßnahmen“ dazu beitragen, Migrant:innen und | |
| Flüchtlinge „beim Zugang zu einem weiter zu fördernden Wohnungsmarkt besser | |
| zu unterstützen“. | |
| Die Forscher:innen haben auf Grundlage aktueller Tendenzen drei mögliche | |
| Szenarien durchgespielt: eine „Exklusionsgesellschaft“, in der | |
| „Assimilation an die Stelle von Integration und Inklusion“ tritt, eine | |
| Gesellschaft, deren Migrationspolitik „selektiv nach qualifizierten, | |
| gesunden und jungen“ Einwanderern Ausschau hält sowie eine an Teilhabe | |
| orientierte Gesellschaft, die „den Beitrag aller zu allen Teilbereichen des | |
| gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wertschätzt“. | |
| Die vom Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und | |
| Rassismus beschlossenen 89 Einzelmaßnahmen benötigten nun „eine | |
| strategische und schlagkräftige Bündelung und Umsetzung“, fordern die | |
| Autor:innen der Studie. Sie stellen fest, Migranten und Geflüchtete | |
| seien „systemrelevant“ und rechnen vor: „In Deutschland haben über 30 | |
| Prozent der im Lebensmittelsektor, in der Landwirtschaft und im | |
| Reinigungsgewerbe arbeitenden Personen eine ausländische | |
| Staatsbürgerschaft.“ (dpa) | |
| ## Schüler:innen lernen im Lockdown weniger | |
| Auch im zweiten Coronalockdown haben Schülerinnen und Schüler in | |
| Deutschland einer Studie zufolge weniger gelernt. Zwar hätten sie täglich | |
| eine knappe Dreiviertelstunde mehr mit schulischen Tätigkeiten verbracht | |
| als während der ersten Schulschließungen, teilte das ifo Institut bei der | |
| Präsentation der Umfrage unter mehr als 2.000 Eltern am Dienstag in München | |
| mit. Mit durchschnittlich 4,3 Stunden am Tag seien das aber noch immer drei | |
| Stunden weniger als an einem üblichen Schultag vor Corona (7,5 Stunden). | |
| Statt mit Schule hätten die Kinder und Jugendlichen mehr Zeit (4,6 Stunden) | |
| mit Fernsehen, Computerspielen und am Handy verbracht. Aktive Tätigkeiten | |
| wie Lesen oder kreatives Gestalten seien im ersten Lockdown angestiegen, | |
| hätten sich jetzt allerdings wieder auf den Umfang von vor Corona | |
| reduziert, erklärte der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, | |
| Ludger Wößmann. | |
| Mehr als die Hälfte der Eltern (56 Prozent) glaubt den Angaben zufolge, | |
| dass ihr Kind pro Stunde zu Hause weniger lernt als im regulären Unterricht | |
| in der Schule; immerhin 22 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. | |
| Leistungsschwächere Schüler und Schülerinnen und Nicht-Akademikerkinder | |
| hätten zu Hause deutlich weniger effektiv und konzentriert gelernt. | |
| Nur eines von vier Kindern (26 Prozent) hatte laut Umfrage täglich | |
| gemeinsamen Unterricht für die ganze Klasse, zum Beispiel per Video; 39 | |
| Prozent hatten das maximal einmal pro Woche. Die große Mehrzahl der Kinder | |
| hatte zu Hause Zugang zu Computer und Internet. 29 Prozent gaben jedoch an, | |
| regelmäßig Probleme mit der Nutzung digitaler Lernplattformen gehabt zu | |
| haben, fünf Prozent sogar täglich. (epd) | |
| ## Studie: Homeoffice-Potential ausgeschöpft | |
| Das Homeoffice-Potenzial der deutschen Wirtschaft ist einer neuen Studie | |
| der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge weitgehend ausgeschöpft. Bezogen | |
| auf die Gesamtheit aller Beschäftigten nutzten zwölf Prozent die | |
| theoretisch gegebene Möglichkeit zum mobilen Arbeiten nicht, heißt es in | |
| der Untersuchung, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Von | |
| diesen zwölf Prozent verzichteten jedoch neun Prozent bewusst darauf. Nur | |
| drei Prozent waren nicht im Homeoffice, weil der Arbeitgeber es nicht | |
| erlaubte. | |
| Von den Befragten, die trotz potenziell heimarbeitsfähiger Jobs freiwillig | |
| ins Büro gingen, tat dies der auf Umfragen basierenden Analyse zufolge | |
| allein fast ein Drittel wegen zu großer Ablenkung in den eigenen vier | |
| Wänden. Ebenfalls ein Drittel hat demnach etwa mindestens ein Kind unter | |
| zwölf Jahren, das aktuell in Zeiten der Coronapandemie oft nur | |
| eingeschränkt in Schule oder Kita geht. | |
| Der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm erklärte zu den Ergebnissen, | |
| Menschen entschieden sich etwa wegen ihrer begrenzten Wohn- und | |
| Platzverhältnisse gegen mobiles Arbeiten oder könnten „vertrauliche | |
| Unterlagen nicht einfach auf dem Sofa bearbeiten“. Für einen „gewissen | |
| Anteil der Beschäftigten“ lasse sich das Büro nicht „einfach ins Wohnzimm… | |
| verlagern“. | |
| Die Studie des Berliner Iges-Instituts im Auftrag der DAK basiert auf der | |
| Befragung von mehr als 7.000 Beschäftigten, die im Februar erfolgte. Es | |
| handelt sich um die Fortsetzung einer längerfristig angelegten Untersuchung | |
| zu Homeoffice und Digitalisierung in der deutschen Arbeitswelt, welche die | |
| Krankenkasse bereits 2019 begann. (afp) | |
| ## Weitere 500.000 Impfdosen für Hausärzt:innen | |
| Die niedergelassenen Ärzt:innen in Deutschland sollen einem Bericht | |
| zufolge in der kommenden Woche 500.000 Corona-Impfdosen mehr erhalten als | |
| bisher geplant – allerdings nur noch den Impfstoff von Biontech und Pfizer. | |
| Wie die Rheinische Post (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf die | |
| Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtete, wird der Bund den | |
| Praxen „für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschließlich den Impfstoff | |
| von Biontech-Pfizer bereitstellen, mit zwei Millionen Dosen aber deutlich | |
| mehr, als bisher avisiert waren“. | |
| Ursprünglich sollten in der letzten Aprilwoche demnach rund 1,5 Millionen | |
| Impfdosen an die Praxen gehen, davon drei Viertel Biontech und ein Viertel | |
| Astrazeneca. „Durch die höhere Liefermenge können Vertragsärzte nunmehr 24 | |
| bis 48 Dosen für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ordern“, zitierte die | |
| Zeitung aus einer Mitteilung der KBV an die Praxen. „Nunmehr erhalten die | |
| Arztpraxen ausschließlich Impfstoff von Biontech-Pfizer.“ | |
| Der Apothekerverband Nordrhein begrüßte die Pläne. „Das ist eine | |
| erfreuliche Steigerung und wird die Impfkampagne in den Hausarztpraxen | |
| erheblich beschleunigen“, sagte Verbandschef Thomas Preis der Rheinischen | |
| Post. Der „gut etablierte Impfstoff“ von Biontech und Pfizer sorge „für | |
| schnellere Abläufe in Praxen und Apotheken, weil viel Beratungszeit | |
| entfällt“. Der Astrazeneca-Impfstoff sei hingegen gut geeignet, in den | |
| Impfzentren geimpft zu werden. | |
| „Das Ziel, dass schon im Sommer zumindest jeder eine Impfung erhalten hat, | |
| wird so immer wahrscheinlicher, zumal Biontech angekündigt hat, im Juni die | |
| Zahl der ausgelieferten Dosen noch einmal deutlich zu steigern“, fügte | |
| Preis hinzu. (afp) | |
| ## Fast 10.000 Neuinfektionen gemeldet | |
| Die Coronafallzahlen für Nordrhein-Westfalen sind am Dienstag nur | |
| unvollständig an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. „Seit gestern | |
| Abend bestehen erhebliche Störungen im Landesverwaltungsnetz“, berichtete | |
| eine Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG.NRW) in Bochum. Eine | |
| größere Zahl von Meldungen der Gesundheitsämter habe das LZG noch nicht | |
| erreicht. „Die angegebenen Werte sind daher leider unvollständig, wir | |
| bitten um Verständnis.“ Die Techniker des LZG würden derzeit fieberhaft | |
| versuchen, die Störungen in den Griff zu bekommen. Über den Grund der | |
| Störungen wurde zunächst nichts bekannt. Über die Probleme hatte zuvor der | |
| „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. | |
| Auf der Grundlage der noch vor Eintritt der Störungen übermittelten Daten | |
| hatte das RKI am Morgen eine NRW-weite Inzidenz von 168,5 neuen Fällen pro | |
| 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen angegeben, 2,7 weniger | |
| als am Vortag. Aus einer Übersichtstabelle ging dabei hervor, dass große | |
| Städte wie Köln, Düsseldorf oder Duisburg keinen einzigen neuen Fall | |
| gemeldet hatten. Auch die deutschlandweiten Fallzahlen sind deshalb wohl | |
| nicht vollständig. Das RKI hatte am Dienstag für ganz Deutschland knapp | |
| unter 10.000 neuer Infektionsfälle gemeldet. (dpa) | |
| ## Kritik an Details der Bundesnotbremse | |
| Der deutsche Lehrerverband fordert, [1][die geplante Coronanotbremse] des | |
| Bundes noch einmal nachzuschärfen und Schüler:innen früher in den | |
| Distanzunterricht zu schicken als bisher vorgesehen. Es sei zwar ein | |
| Fortschritt, dass der maßgebliche Inzidenzwert für Schulschließungen von | |
| 200 auf 165 gesenkt worden sei, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter | |
| Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). „Doch auch eine | |
| Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch.“ | |
| Bund und Länder wollen mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes | |
| einheitliche Regelungen im Kampf gegen die dritte Coronawelle | |
| festschreiben. In einem ersten Entwurf des Bundes war unter anderem | |
| vorgesehen, dass Schulen in den Distanzunterricht wechseln müssen, wenn | |
| binnen einer Woche mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 | |
| Einwohner:innen registriert werden. | |
| Dieser Schwellenwert soll nun aber gesenkt werden. Nach der | |
| Beschlussempfehlung des maßgeblichen Gesundheitsausschusses, die der | |
| Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sollen Schulen schon bei einer Inzidenz | |
| von 165 keinen Präsenzunterricht mehr anbieten dürfen. In vielen Regionen | |
| liegt die Inzidenz zurzeit deutlich höher. Abschlussklassen und | |
| Förderschulen sollen vom Stopp des Schulbesuchs ausgenommen werden können. | |
| Meidinger betonte, er habe kein Verständnis dafür, warum man bei Schulen | |
| einen anderen, gröberen Maßstab anlege als in anderen Bereichen der | |
| Gesellschaft. Man dürfe nicht vergessen, dass die bundesweite Inzidenz in | |
| der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren bereits jetzt deutlich höher | |
| liege. „Um eine Ausbreitung des Virus in den Schulen wirksam zu stoppen, | |
| muss der Präsenzunterricht bereits ab einer Inzidenz von 100 beendet | |
| werden“, forderte Meidinger. | |
| Daneben sieht die Neuregelung nun Ausgangsbeschränkungen von 22.00 Uhr bis | |
| 5.00 Uhr in Regionen mit hohen Coronazahlen vor. Nach dem ursprünglichen | |
| Plan sollten sie schon um 21.00 Uhr beginnen. Joggen und Spaziergänge | |
| sollen bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine. Die | |
| Notbremse soll am Mittwoch vom Bundestag beschlossen werden und nach einer | |
| Befassung der Länderkammer rasch in Kraft treten. Die Regeln sollen gelten, | |
| wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage | |
| hintereinander über 100 liegt. | |
| Die Kommunen begrüßten die Änderungen. „Es ist richtig, die | |
| Ausgangsbeschränkungen erst ab 22.00 Uhr vorzusehen. Andernfalls wären die | |
| Menschen alle zur selben Zeit abends noch in die Lebensmittelgeschäfte | |
| geströmt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, | |
| Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“. Es sei auch richtig, die Schulen | |
| bereits ab Inzidenzwerten von 165 zu schließen. „Wenn wir auf die aktuellen | |
| Werte schauen, bedeutet das Gesetz, dass die Schulen in Deutschland | |
| kommende Woche weitgehend wieder schließen müssen.“ | |
| Der Deutsche Städtetag sieht in der Notbremse die Chance, verloren | |
| gegangenes Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. „Das Durcheinander | |
| mit unterschiedlichen Lösungen in den Ländern bei der Notbremse hat in den | |
| vergangenen Wochen Vertrauen gekostet“, sagte der Leipziger | |
| Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen jetzt | |
| vorübergehend einen gemeinsamen bundeseinheitlichen Rahmen, um dieses | |
| Vertrauen zurückzugewinnen. Dabei ist es gut, dass die bundeseinheitliche | |
| Notbremse bis Ende Juni befristet werden soll.“ | |
| Ärztepräsident Klaus Reinhardt forderte, neben dem Inzidenzwert noch | |
| weitere Kriterien für die Aktivierung der Notbremse heranzuziehen. „Dazu | |
| zählt beispielsweise die Zahl der täglichen Neuaufnahmen von | |
| Intensivpatienten sowie die Anzahl intensivpflichtiger und invasiv | |
| beatmeter Patienten der letzten sieben Tage“, sagte er der Düsseldorfer | |
| Rheinischen Post (Dienstag). (dpa) | |
| ## Ministerium: 1,6 Milliarden Euro für Coronaforschung | |
| Das Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach | |
| eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. | |
| Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in | |
| Mainz und Curevac in Tübingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 | |
| Milliarden Euro für die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, | |
| davon 2,6 Milliarden Euro über das Forschungsministerium. Das Geld für die | |
| Coronaforschung stellt der Bund einem Ministeriumssprecher zufolge | |
| zusätzlich zu diesen laufenden Ausgaben zur Verfügung. | |
| Zu den Hauptakteuren der institutionellen Coronaforschung zählen demnach | |
| das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und das Deutsche | |
| Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Das HZI, in dem zurzeit 33 Gruppen | |
| an der Erforschung von Covid-19 arbeiten, erhielt demnach gut 32 Millionen | |
| Euro. Im DZIF befassten und befassen sich seit Beginn der Pandemie 17 | |
| Projekte mit SARS-CoV-2, wofür das DZIF 5,8 Millionen Euro bereitstellte. | |
| In zehn weiteren Projekten arbeitet das DZIF seit einigen Jahren an der | |
| Coronaforschung. Zwischen 2015 und 2016 standen hierfür knapp 27,5 | |
| Millionen Euro zur Verfügung. | |
| In den vergangenen zehn Jahren hat das Ministerium sein Budget für die | |
| Gesundheitsforschung – zu dem die Biotechnologie zählt – stetig erhöht. | |
| Flossen 2010 noch knapp 1,9 Milliarden Euro in diesen Bereich, waren es | |
| 2019 fast 2,5 Milliarden Euro. | |
| Auch der Biotech-Verband Bio Deutschland verzeichnet steigende Zahlen: 2020 | |
| warb die Branche drei Milliarden Euro Eigenkapital ein. Auch hier ging der | |
| Großteil – etwa die Hälfte – an Biontech und Curevac. Die Branche setzt a… | |
| einen positiven Effekt aus der Coronakrise, insbesondere bei | |
| Finanzierungen. Corona habe deutlich gemacht, wie konkret jeder einzelne | |
| auf Medizinforschung angewiesen sei, sagt die Geschäftsführerin von Bio | |
| Deutschland, Viola Bronsema. | |
| Die Branche fordert von der Politik mehr steuerliche Anreize für private | |
| Investitionen in Biotech-Unternehmen. Deutschland drohe weltweit abgehängt | |
| zu werden, sagt Michael Motschmann, Gründer der MIG-Fonds in München. Das | |
| Unternehmen gehört zu den Hauptgeldgebern der Firma Biontech. „Wir müssen | |
| Innovationsfinanzierung stärker fordern und fördern.“ (dpa/lby) | |
| 20 Apr 2021 | |
| ## LINKS | |
| [1] /Bundesweite-Corona-Notbremse/!5762102 | |
| ## TAGS | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Robert Koch-Institut | |
| Pandemie | |
| Lockdown | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schule | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| Schwerpunkt Coronavirus | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Impfungen für Geflüchtete und Obdachlose: Das war's schon wieder | |
| Berlin stellt die Impfkampagne in Wohnheimen und Unterkünften für | |
| Geflüchtete und Obdachlose wieder ein. Ein Problem ist auch die große | |
| Impfskepsis. | |
| Impfungen in Flüchtlingsheimen: Prioritätsgruppe Machen wir später | |
| Berlins Impfstart in Flüchtlingsheimen kommt zu spät: Flüchtlinge und | |
| Mitarbeitende wurden um eine Prioritätsstufe degradiert, kritisieren die | |
| Grünen. | |
| Medizinethikerin über ungleiche Gesundheit: „Gerechtigkeit schwer abzubilden… | |
| Die Medizinethikerin Julia Inthorn würde eine Impfoffensive in armen | |
| Stadtteilen begrüßen, wenn die verletzlichsten Gruppen durchgeimpft sind. | |
| Nebenwirkungen bei Corona-Impfung: Was ist los mit diesen Impfstoffen? | |
| Thrombosen nach Vektor-Impfungen treten nur sehr selten auf, führen aber zu | |
| Lieferstopps. Ein Forscherteam ist den Ursachen auf der Spur. | |
| Bildungsminister über Schulschließungen: „Nicht der richtige Weg“ | |
| Wenn die Notbremse kommt, muss Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz | |
| fast alle Schulen schließen. Er hält das für den falschen Weg. | |
| Grenzwerte für Bundesnotbremse: Warum eine Inzidenz von 165? | |
| Das Gesetz orientiert sich an willkürlich scheinenden Werten, etwa bei | |
| Schulschließungen. Doch andere Parameter brächten andere Probleme. | |
| Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: Bundesnotbremse auf dem Weg | |
| Der Bundestag hat dem neuen Gesetz zugestimmt, das Votum des Bundesrats | |
| steht noch aus. Damit gelten wohl bald vielerorts nächtliche | |
| Ausgangssperren. | |
| Bundesweite Corona-Notbremse: Eher Tempomat als Bremse | |
| Die bundesweit geplanten neuen Corona-Regeln bedeuten nur für einige | |
| Bundesländer eine Verschärfung. Die Zahl der Intensivpatient*innen | |
| wächst. | |
| Bundesnotbremse gegen Corona: Joggen bis Mitternacht | |
| Die Große Koalition hat sich auf eine Bundesnotbremse geeinigt. Bei den | |
| Schulen wird verschärft, Ausgangssperren sollen nun erst um 22 Uhr | |
| beginnen. | |
| Pandemiealltag in Metropolen: Den Coronafrust einfach wegfuttern | |
| In Warschau steigt die Impfskepsis, in Berlin droht die Ausgangssperre, | |
| Madrid lädt Tourist*innen ein und Rom stellt die Tische auf die Straßen. |