| # taz.de -- Bürgerschaftskanzlei schwärzt Namen: Keine Zuarbeit für Todeslis… | |
| > Hamburgs Bürgerschaftskanzlei schwärzt die Namen linker Aktivisten in | |
| > einer AfD-Anfrage: Sie wolle der rechten Szene kein Nachschlagewerk | |
| > liefern. | |
| Bild: Für die AfD schon linksextrem? Die „Omas gegen rechts“ bei einer Dem… | |
| Hamburg taz | Die Hamburgische Bürgerschaft will mit ihrem | |
| Informationsportal nicht die Todeslisten von Rechtsextremisten füttern. Aus | |
| diesem Grund hat die Bürgerschaftskanzlei eine [1][Große Anfrage] der AfD | |
| mit dem Titel „Verflechtungen und Kontakte der Partei Die Linke Hamburg zu | |
| linksextremistischen Gruppen“ schwärzen lassen. | |
| „Ich werde es nicht zulassen, dass parlamentarische Dokumente zum | |
| Nachschlagewerk der rechten Szene für ihre unerträglichen Aktivitäten | |
| werden“, sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD). Veit bezog sich | |
| dabei auf die in der vergangenen Woche wieder aufgeflammte | |
| Berichterstattung über die Todes- oder Feindeslisten Rechtsradikaler, die | |
| die taz schon seit zwei Jahren thematisiert. | |
| Demnach bereitet sich eine Gruppe von Rechtsextremisten namens „Nordkreuz“ | |
| auf einen Umsturz vor. Sie hat die Namen und Daten von rund 25.000 | |
| politischen Gegnern aus dem ganzen Bundesgebiet gesammelt, die „im | |
| Konfliktfall“ ermordet werden sollen. „Die Hinweise darauf, dass in der | |
| rechtsextremistischen Szene Listen mit Zielpersonen aus der linken Szene | |
| angelegt werden, verdichten sich“, stellte Veit fest. Deshalb habe die | |
| Bürgerschaftskanzlei die für eine Veröffentlichung geltenden Maßstäbe | |
| verschärft. | |
| „Für die AfD-Fraktion hat die Wahrung der Persönlichkeitsrechte einen hohen | |
| Stellenwert“, versicherte Fraktionschef Alexander Wolf. Deshalb habe sich | |
| die Fraktion schon im Vorfeld der Veröffentlichung an die | |
| Bürgerschaftskanzlei gewandt, um den Wortlaut mit dieser abzustimmen. | |
| Der weit überwiegende Teil der 22-seitigen AfD-Anfrage besteht nicht aus | |
| Fragen, sondern aus einer Sammlung von Ereignissen, an denen | |
| Bürgerschaftsabgeordnete der Linken und zugleich Leute teilgenommen haben, | |
| die die AfD offenbar als linksextremistisch einstuft. Die Veranstaltungen | |
| reichen von Kundgebungen über Podiumsdiskussionen und Pressekonferenzen bis | |
| hin zu Stadtteilfesten – die angeblich linksextremistischen Akteure von der | |
| DKP und der sozialistischen Jugendorganisation „Die Falken“ über die | |
| Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und den | |
| Selbsthilfeverein Altona Altstadt bis zur Föderation türkischer | |
| Arbeitervereine (DIDF) und der Alevitischen Gemeinde Hamburg (HAKM). | |
| Die Bürgerschaftskanzlei schwärzte darin alle Namen außer denen von | |
| Abgeordneten und ohnehin schon herausgehobenen Leuten wie Emily Laqeur, der | |
| Sprecherin der Interventionistischen Linken, oder Cornelia Kerth, der | |
| Vorsitzenden der VVN-BdA. Darüber hinaus machte sie die Fußnoten | |
| unkenntlich, die Hinweise auf die geschwärzten Namen hätten geben können. | |
| Dem Senat sei die Anfrage ungeschwärzt vorgelegt worden, versicherte die | |
| Bürgerschaftspräsidentin. | |
| Die vielen gemeinsamen Veranstaltungen werfen aus Sicht der AfD „zunehmend | |
| die Frage auf“, ob „Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche | |
| demokratische Grundordnung“ vorlägen. In diesem Fall müsse der | |
| Verfassungsschutz die Öffentlichkeit informieren, in welch schlechter | |
| Gesellschaft Die Linke auftrete oder gar Die Linke selbst beobachten. | |
| Die AfD beruft sich dabei auf den Anfang Juli vorgestellten | |
| Verfassungsschutzbericht, bei dem Innensenator Andy Grote (SPD) besonders | |
| vor dem Phänomen der Entgrenzung warnte: Extremisten versuchten, mit ihren | |
| Positionen in die demokratische Mitte einzusickern, indem sie populäre | |
| Themen aufgriffen. | |
| 30 Jul 2019 | |
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| [1] https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/ | |
| ## AUTOREN | |
| Gernot Knödler | |
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