| # taz.de -- Abstimmung im US-Senat: Gegen US-Militärhilfe im Jemen | |
| > Der Senat stimmt für das Ende der US-Unterstützung Saudi-Arabiens im | |
| > Jemenkrieg. Mit dabei sind auch republikanische SenatorInnen. | |
| Bild: Hinter der Abstimmung stecken die US-Senatoren Mike Lee und Bernie Sanders | |
| New York taz | Der US-Senat verlangt ein Ende der amerikanischen | |
| Unterstützung für Saudi-Arabien [1][im Jemenkrieg]. Mittwochabend nahm die | |
| Kammer mit 54 zu 46 Stimmen eine Resolution an, die ein Ende der | |
| US-Militärhilfe für Saudi-Arabien fordert. In einer ungewöhnlichen | |
| Auflehnung gegen ihren Präsidenten stimmten auch sieben RepublikanerInnen | |
| für die Resolution. | |
| Falls in den nächsten Tagen wie erwartet auch das Repräsentantenhaus | |
| zustimmt, landet die Resolution auf dem Tisch von Donald Trump. Er | |
| verteidigt trotz des Jemenkriegs und der Tötung des saudischen | |
| Oppositionellen Khashoggi seine Unterstützung und enge Kooperation mit dem | |
| Regime in Riad. | |
| Es ist ein „katastrophaler und verfassungswidriger Krieg“, [2][sagte Bernie | |
| Sanders]. Der Präsidentschaftskandidat legte die Resolution zusammen mit | |
| dem Demokraten Chris Murphy und dem Republikaner Mike Lee vor. Die drei | |
| Senatoren nutzten dafür den „War Powers Act“ von 1973, der vor dem | |
| Hintergrund des Vietnamkriegs entstanden war. Er gibt dem Kongress die | |
| Möglichkeit, den Abzug des US-Militärs aus Konflikten zu erzwingen, bei | |
| denen keine förmliche Kriegserklärung vorliegt. | |
| Obwohl es seit dem Ende des Vietnamkrieges zahlreiche Gelegenheiten dazu | |
| gegeben hätte, hat der Kongress bislang nie den War Powers Act geltend | |
| gemacht. Bei Fragen von Krieg und Frieden, gibt es in Washington gewöhnlich | |
| eine parteiübergreifende Zusammenarbeit. Nach der Abstimmung vom Mittwoch | |
| sprach Sanders von einem „historischen Ereignis“. Der Kongress verlange | |
| seine in der Verfassung garantierte Vollmacht zurück, sagte Sanders. | |
| Und sein republikanischer Co-Autor Lee sagte: „Es wird immer klarer, dass | |
| das Königreich von Saudi-Arabien kein Alliierter ist, der unsere | |
| uneingeschränkte Unterstützung verdient.“ Aber der republikanische Chef des | |
| Senats, Mitch McConnell nannte das Votum „ungeeignet und kontraproduktiv“. | |
| ## Veto Trumps angedroht | |
| Für Trump, der auch wegen seiner Notstandserklärung Gegenwind aus der | |
| eigenen Partei im Kongress bekommt, ist die Abstimmung ein Tadel. Aber | |
| keine Verpflichtung. Denn bislang ist der Kongress noch weit von einer | |
| Zweidrittelmehrheit gegen ihn entfernt. Das Weiße Haus hat am Mittwoch | |
| bereits ein Veto Trumps angedroht. Begründung: Der vom Senat verlangte | |
| Rückzug würde die „bilaterale Zusammenarbeit in der Region gefährden“. | |
| Die USA unterstützen Saudi-Arabien mit massiver Militärhilfe und mit | |
| nachrichtendienstlichen Informationen. Seit Trumps Amtszeit hat sich die | |
| Beziehung zwischen Riad und Washington noch intensiviert. Trumps | |
| Schwiegersohn und „Nahost-Berater“ Jared Kushner behandelt Kronprinz | |
| Mohammed bin Salman wie einen persönlichen Freund. Daran änderte weder die | |
| Tötung des saudischen Oppositionellen [3][Jamal Khashoggi] etwas, noch die | |
| durch den Krieg ausgelöste humanitäre Katastrophe im Jemen. Die UNO | |
| bezeichnet die Hungersnot im Jemen als die schlimmste seit Jahrzehnten und | |
| prognostiziert den Tod von Millionen Menschen. | |
| Im US-Kongress, und dort auch bei RepublikanerInnen, stößt die | |
| Unterstützung für Riad hingegen auf Kritik. Seit dem Tod von Khashoggi, der | |
| einen Wohnsitz in Virginia bei Washington hatte, als Kommentator für die | |
| Washington Post arbeitete und der im Kongress gut vernetzt war, hat der | |
| Senat mehrfach vergeblich verlangt, dass das Weiße Haus auf Distanz zu Riad | |
| geht. | |
| Der Jemenkonflikt eskalierte nachdem die vom Iran gestützten, schiitischen | |
| Huthi-Rebellen 2014 die jemenitische Hauptstadt eroberten. Seit 2015 kämpft | |
| Saudi-Arabien an der Spitze der Militärkoalition. | |
| 14 Mar 2019 | |
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| ## AUTOREN | |
| Dorothea Hahn | |
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