| # taz.de -- Kommentar Handelsabkommen Jefta: Privatisierung durch die Hintertür | |
| > Die EU und Japan beschließen das Jefta-Abkommen. Das klingt nach | |
| > zollfreiem Handel, der beiden zugute kommt, doch ist es eine neoliberale | |
| > Mogelpackung. | |
| Bild: Bei Jefta und weiteren Handelsabkommen der EU geht es nicht in erster Lin… | |
| Jefta, das Handelsabkommen [1][zwischen der Europäischen Union und Japan], | |
| zeigt eins: Die RepräsentantInnen der EU ziehen ihr als Handelspolitik | |
| getarntes neoliberales Programm durch, das in der Deregulierung von Märkten | |
| und Privatisierungen ein Allheilmittel sieht. Bei Jefta und weiteren | |
| anstehenden Handelsabkommen der EU geht es nicht in erster Linie um | |
| Zollabbau, der angesichts von Donald Trumps Zollpolitik auch angebracht | |
| ist. Stattdessen geht es um grundlegende Weichenstellungen für die Politik | |
| der beteiligten Wirtschaftsräume unter dem Motto: multinationale Konzerne | |
| first, Menschen egal. Das ist nicht die richtige Antwort auf Trump, wie | |
| gern behauptet wird. Das ist eine Variante trumpscher Politik. | |
| EU-weit sind Millionen von BürgerInnen gegen die Logik dieser | |
| Handelsabkommen auf die Straße gegangen. Denn die Proteste gegen den | |
| vorerst gescheiterten Wirtschaftspakt [2][TTIP] mit den USA und das mit | |
| Kanada ausgehandelte [3][Ceta] richteten sich immer auch gegen die Politik | |
| im Interesse des Profits, die mit diesen Abkommen verankert werden sollte | |
| und soll. | |
| Es schadet VerbraucherInnen, wenn öffentliche Dienstleitungen wie die | |
| Wasserversorgung in die Hände privater Unternehmen gegeben werden müssen. | |
| Selbst wenn Jefta das nicht explizit vorsieht, sondern nur Hintertürchen | |
| für versierte JuristInnen offen lässt – ist die Profitgier groß, ist es | |
| auch die Fantasie. | |
| Es ist fuchsschlau, aber nicht klug, dass die EU-Spitzen aus dem Abkommen | |
| mit Japan das ausklammern, was besonders umstritten ist: die als | |
| Investorenschutz verbrämten Klageprivilegien für Unternehmen, denen | |
| politische Entscheidungen nicht passen. Würde Jefta das vorsehen, müsste | |
| nicht nur das Europäische Parlament, sondern müssten alle EU-Mitglieder den | |
| Pakt ratifizieren. Offenbar glaubt die EU-Kommission selbst nicht, dass das | |
| gelingen könnte. Doch Abkommen, die in den Parlamenten wohl nicht | |
| mehrheitlich akzeptiert werden, sollte sie gar nicht erst schließen. | |
| 6 Jul 2018 | |
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| ## AUTOREN | |
| Anja Krüger | |
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