| # taz.de -- Krieg in Syrien: Wirrwarr um eine Feuerpause | |
| > In Syrien sollte eine Waffenruhe in Kraft treten. Moskau bestätigt das | |
| > zunächst nicht. In Kasachstan und Genf sind konkurrierende Verhandlungen | |
| > geplant. | |
| Bild: So sehen große Teile Aleppos aus | |
| Genf taz | Die Modalitäten und Beteiligten einer | |
| Waffenstillstandsvereinbarung in Syrien sowie künftiger | |
| „Friedensverhandlungen“ sind auch nach einer gemeinsamen Absichtserklärung | |
| der Regierungen Russlands, der Türkei und des Irans sowie einer | |
| vorangegangenen konkurrierenden Ankündigung der UNO weiter umstritten. | |
| Ein Sprecher des Kreml konnte am Mittwoch einen Bericht der staatlichen | |
| türkischen Nachrichtenagentur Anadolu „nicht bestätigen“, dass sich die | |
| Regierungen in Moskau und Ankara auf einen „Waffenstillstand für ganz | |
| Syrien geeinigt“ hätten, der um Mitternacht in Kraft treten sollte. Wenn | |
| der Waffenstillstand halte, sollten im Januar unter türkischem und | |
| russischem Vorsitz Friedensgespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana | |
| aufgenommen werden. Die Regierung in Teheran äußerte sich zunächst nicht. | |
| Nach der Rückeroberung Aleppos durch syrische Regierungstruppen hatten die | |
| Außen- und Verteidigungsminister Russlands, der Türkei und des Irans bei | |
| einem Treffen in Moskau gemeinsame Bemühungen um einen „landesweiten | |
| Waffenstillstand“ verkündet. Der „Kampf gegen Terroristen in Syrien“ wer… | |
| aber fortgesetzt. Die Türkei werde auch ihre „militärische Offensive“ geg… | |
| die syrischen Kurden fortsetzen, erklärte Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. | |
| Die Sprachregelung vom „landesweiten Waffenstillstand“ bei „fortgesetzter | |
| Bekämpfung der Terroristen“ hatten bereits die Außenminister Russlands und | |
| der USA, Sergei Lawrow und John Kerry benutzt, als sie Ende November 2014 | |
| in Wien den danach vom UNO-Sicherheitsrat abgesegneten Verhandlungs- und | |
| Friedensplan der „Internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien“ | |
| präsentierten. | |
| In den folgenden zwölf Monaten konnten sich Moskau und Washington aber mit | |
| Blick auf zahlreiche Gewaltakteure in Syrien nicht einigen, ob es sich um | |
| „Terroristen“ handelt oder um „legitime“ islamistische Rebellen. Daher … | |
| es in Syrien weder zu einer dauerhaften Waffenruhe noch zu der von | |
| Washington und Moskau zumindest laut offiziellen Bekundungen angestrebten | |
| Kooperation bei der militärischen Bekämpfung der Terroristen. | |
| Dieselbe Streitfrage besteht weiter zwischen Russland und dem Iran | |
| einerseits und der Türkei andererseits. Daher gibt es unter den drei | |
| Regierungen keinen Konsens, welche Oppostionsgruppen zu den | |
| Friedensverhandlungen in Astana eingeladen werden sollen. | |
| Dieselbe Frage stellt sich mit Blick auf die Syrien-Verhandlungen in Genf, | |
| zu denen UN-Vermittler Staffan de Mistura bereits vor dem Dreiertreffen in | |
| Moskau für den 8. Februar eingeladen hatte. Ob die Regierung Assad, die | |
| jede Opposition seit Beginn des Konflikts pauschal als „Terroristen“ | |
| denunziert, nach ihrem Sieg in Aleppo der Einladung des UNO-Vermittlers | |
| überhaupt noch folgen wird, ist ebenso offen wie die Frage, wen sie als | |
| Partner bei Verhandlungen akzeptieren würde. | |
| 28 Dec 2016 | |
| ## AUTOREN | |
| Andreas Zumach | |
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