| # taz.de -- Beschluss der Syrien-Gruppe: Waffenlieferungen für Rebellen | |
| > Die Militärhilfe für die Rebellen soll ausgebaut werden. Die | |
| > Syrien-Kontaktgruppe beschließt, die Unterstützung soll über den | |
| > pro-westlichen Militärrat gehen. | |
| Bild: Das sieht nicht gut aus: US-Außenminister John Kerry beim Außenminister… | |
| DOHA/DAMASKUS rtr/dpa/ap | Die Syrien-Kontaktgruppe hat eine rasche | |
| Ausweitung der Militärhilfen an die Rebellen beschlossen. Die Außenminister | |
| von elf westlichen und arabischen Staaten kamen am Samstag in Doha überein, | |
| die Unterstützung über den pro-westlichen Obersten Militärrat abzuwickeln. | |
| Die Teilnehmer, darunter auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle, | |
| folgten einem Vorschlag der USA. Ausdrücklich wird in dem Beschluss darauf | |
| hingewiesen, dass es jedem Land selbst überlassen bleibe, wie es die | |
| Aufständischen im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad unterstützen | |
| wolle. So hat Deutschland im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der | |
| Kontaktgruppe Waffenlieferungen kategorisch ausgeschlossen. | |
| Die Gruppe habe beschlossen, „der Opposition im Land sofort alles Nötige an | |
| Material und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen – jedes Land auf seine | |
| Weise, damit sie die brutalen Angriffe des Regimes und seiner Verbündeten | |
| zurückschlagen können“. Zugleich forderten die Minister den Abzug von | |
| Kämpfern der libanesischen Hisbollah-Miliz sowie von Iranern und Irakern, | |
| die auf der Seite Assads kämpfen. | |
| Nachdem Assads Truppen an mehreren Fronten in die Offensive gegangen waren, | |
| kündigte US-Präsident Barack Obama vermehrte Hilfen für die Rebellen an. | |
| Zwei Informanten aus der Golf-Region berichteten Reuters, Saudi-Arabien | |
| habe die Lieferung moderner Waffen an die Aufständischen beschleunigt. Über | |
| die Art der Waffen machten die Informanten keine Angaben. Sie seien aber | |
| geeignet, das Gleichgewicht der Kräfte zu verändern. Ein Sprecher der | |
| Aufständischen bestätigte, dass ein Land geliefert habe. Die Gegner Assads | |
| fordern vor allem Flug- und Panzerabwehrwaffen. | |
| ## Waffenlieferungen als einziges Mittel | |
| Katars Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschassim al-Thani nannte | |
| Waffenlieferungen an die Rebellen das einzige Mittel, den Bürgerkrieg zu | |
| beenden. Die Anwendung von Gewalt sei notwendig. Es könne nicht gewartet | |
| werden, bis der UN-Sicherheitsrat seine Blockade überwunden habe. China und | |
| Russland hatten mit ihrem Veto mehrere Syrien-Resolutionen zu Fall | |
| gebracht. | |
| Der britische Außenminister William Hague sagte, es werde keine politische | |
| Lösung des Konflikts geben, „wenn Assad und sein Regime denken, sie könnten | |
| die gesamte legitime Opposition mit Gewalt vernichten, daher müssen wir | |
| dieser Opposition helfen“. Ob dazu auch militärische Hilfe gehöre, habe | |
| sein Land noch nicht entschieden. Kritiker von Waffenlieferungen | |
| befürchten, dass diese in die Hände von Islamisten geraten könnten. Seit | |
| Beginn des Aufstands gegen Assad, der sich in über zwei Jahren zum | |
| Bürgerkrieg ausgeweitet hat, sind mindestens 93.000 Menschen getötet | |
| worden. | |
| Die USA stationieren 700 Soldaten in Syriens Nachbarland Jordanien. Die USA | |
| kämen damit einer Bitte der jordanischen Regierung nach, die ein | |
| Übergreifen des Bürgerkriegs befürchte, erklärte US-Präsident Barack Obama | |
| am Freitag. Die Soldaten blieben so lange, bis sich die Sicherheitslage so | |
| verbessere. In Jordanien leben derzeit ungefähr eine halbe Million syrische | |
| Flüchtlinge. | |
| ## Kämpfe um Aleppo und Damaskus | |
| Während der Gesprächen in Doha haben die syrischen Regierungstruppen und | |
| die Rebellen am Wochenende Samstag ihre Offensiven in strategisch wichtigen | |
| Gegenden des Landes verstärkt. Soldaten von Präsident Assad gingen gegen | |
| Rebellenstützpunkte im Norden der Hauptstadt Damaskus vor, um sie von ihren | |
| Versorgungsrouten abzuschneiden, während die Rebellen versuchten, in den | |
| Westen der nordsyrischen Metropole Aleppo vorzustoßen. | |
| In Damaskus hat sich am Sonntag ein Selbstmordattentäter in die Luft | |
| gesprengt. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete kurz nach der | |
| Explosion von mehreren zivilen Opfern. Zu dem Anschlag in dem Viertel | |
| Rukneddin bekannte sich zunächst niemand. | |
| Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, drei | |
| Menschen seien getötet worden. Zehn Menschen hätten Verletzungen erlitten. | |
| Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad hatten zuvor von einem | |
| Gefecht zwischen Rebellen und Regierungstruppen vor einer Polizeistation in | |
| dem Viertel berichtet. Neben einem Büro des Sicherheitsdienstes in dem | |
| Innenstadt-Viertel Bab Musalla schlugen nach Angaben der | |
| Revolutionskomitees mehrere Mörsergranaten ein. | |
| Bei der Explosion einer Autobombe in der zweitgrößten Stadt Aleppo kamen | |
| nach Informationen des Syrischen Menschenrechtsbeobachters zwölf Angehörige | |
| der Regierungstruppen ums Leben. Die islamistische Rebellenbrigade Ahrar | |
| al-Scham soll die Bombe neben einem Kontrollpunkt am südlichen Stadtrand | |
| gezündet haben. | |
| 23 Jun 2013 | |
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