| # taz.de -- Präsidentschaftswahlen in Chile: Hoffnungsträgerin Jara | |
| > In Chile tritt in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl ein | |
| > Pinochet-Nachfolger gegen eine Frau aus der Arbeiterklasse an. Hat Jara | |
| > Chancen? | |
| Bild: Will Präsidentin von Chile werden: Die linke Kandidatin Jeannette Jara i… | |
| Als Jeannette Jara zur Präsidentschaftskandidatin der chilenischen Linken | |
| gewählt wurde, läutete sie einen neuen politischen Moment ein. Noch nie | |
| hatte eine Frau aus der Arbeiter*innenklasse die Chance, Präsidentin | |
| zu werden. Jara, Tochter eines Mechanikers und einer Hausfrau, groß | |
| geworden in einer Armensiedlung im Norden Santiagos, verkörpert das Chile, | |
| das selten politische Repräsentation findet. Jara betont immer wieder, dass | |
| sie eine Kämpferin ist, so wie all die Chilen*innen, die morgens früh | |
| aufstehen und hart arbeiten, ohne dafür angemessen entlohnt zu werden. | |
| Viele Menschen identifizieren sich mit ihrem Lebensweg, weil sie | |
| authentisch und nahbar ist. Und das macht sie zur Hoffnung der Linken. | |
| Jara nutzt ihre Herkunft [1][im Wahlkampf]. Ihre Kampagne setzt auf | |
| sozialpolitische Themen, die die materiellen Lebensbedingungen der | |
| arbeitenden Klasse verbessern sollen: öffentliches Gesundheitswesen, | |
| bezahlbarer Wohnraum, Lohnerhöhungen. Sie steht damit für eine Politik von | |
| unten, die nicht nur die eigene Basis, sondern einen breiten Teil der | |
| Bevölkerung anspricht. | |
| Als Arbeitsministerin in der Regierung von Gabriel Boric setzte sie die | |
| schrittweise Reduktion der Wochenarbeitszeit von 45 auf 40 Stunden durch, | |
| erhöhte den Mindestlohn und verhandelte über eine Rentenreform. Sie | |
| verspricht keine großen Transformationen so wie Boric, sondern kleine, aber | |
| konkrete Reformen. Ihr Stil ist pragmatisch, sachlich, konsensorientiert. | |
| Jaras Gegner, José Antonio Kast, führt einen Wahlkampf, der Angst schürt | |
| und gleichzeitig Sicherheit und Ordnung verspricht. Er präsentiert sich als | |
| starker Mann, der „durchgreifen“ will. Seine Nähe zu Pinochet und seine | |
| autoritären Tendenzen machen ihn zu einer realen Gefahr für die chilenische | |
| Demokratie. Um die Stichwahl zu gewinnen, muss Jara die Menschen erreichen, | |
| die Angst haben, sich aus der Politik ausgeschlossen fühlen, und frustriert | |
| sind. Wenn sie es schafft, Vertrauen aufzubauen und einen breiten Teil der | |
| Gesellschaft anzusprechen, könnte sie ein Gegenentwurf sein zu | |
| [2][Angstpolitik und rechtem Autoritarismus]. | |
| 17 Nov 2025 | |
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| ## AUTOREN | |
| Sophia Boddenberg | |
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