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# taz.de -- Streamingabos zum Fußballgucken: Ihr könnt nach Hause fahr'n
> Jetzt auch noch Paramount+: Fürs Fußballgucken braucht es zig
> Streamingabos. Die Zerstückelung des Sports in kapitalisierbare Einheiten
> ist unendlich.
Bild: Fans beim Finale der Champions-League 2019 in Madrid: Tottenham Hotspurs …
Verrückt! Fußballfans müssen ab Sommer 2027 deutlich mehr Geld für ihre
TV-Abos bezahlen, um die gleiche Zahl wie bisher an Fußballspielen zu
sehen. Und [1][Christoph Freund, der Sportdirektor vom FC Bayern München,]
hat es geschafft, anlässlich dieser Nachricht folgenden Satz zu
formulieren: „Trotzdem ist es sehr, sehr wichtig, dass die Fans viele
Spiele sehen können, dass es leistbar ist, weil der Fußball lebt von
Emotionen.“
Freund hat scheinbar seine Freude daran gefunden, die offensichtlichsten
Zusammenhänge bis zur Unkenntlichkeit zu zerstückeln. Denn für größere
Einnahmen muss auch der FC Bayern die Abzocke von Fußballkonsumenten
unterstützen. Folgerichtig wird nun das TV-Fußballangebot weiter
zerstückelt und zerkleinert. Mit dem verkündeten [2][Einstieg des
US-Streamingdiensts Paramount+], der für geschätzte 1,2 Milliarden Euro
sich ab 2027 für vier Jahre die TV-Rechte der Champions League erstanden
hat, werden die Häppchen noch kleiner.
Es braucht dann für Freundinnen und Freunde des Männerfußballs neben dem
Sky-, Dazn- und Amazon-Prime-Vertrag noch ein viertes Abo, um alle
Bundesligaspiele und europäischen Wettbewerbe live vor dem Bildschirm zu
verfolgen. Wer die [3][Champions League der Fußballerinnen sehen möchte],
kommt seit dieser Saison nicht mehr an einem Disney+-Abo vorbei. Die
Fußball-WM der Frauen ist wiederum 2027 und 2031 nur via Netflix zu
verfolgen. Für die WM der Männer im nächsten Sommer hat die Telekom
wiederum 44 Partien exklusiv erworben, die nur über ihren Streamingdienst
MagentaTV zu sehen sein werden.
Wirklich verblüffend ist allerdings, dass der Profifußball trotz der
massiven Zerstückelung auf dem TV-Markt einfach nicht kleinzukriegen ist.
Der Markt der Möglichkeiten scheint unbegrenzt. Wäre es nicht an der Zeit,
sich dieses Fußballspiel einmal selbst vorzunehmen. Vielleicht ist es das,
was Christoph Freund vorschwebt, wenn er die leistbare Zugänglichkeit des
Profifußballs bei gleichbleibender Gewinnmaximierung anmahnt.
## Abo aufs Elfmeterschießen
Wie wäre es, wenn sich ein Streamingdienst die TV-Rechte für die letzten
fünf Minuten von allen Spielen aller Wettbewerbe erstehen und für, sagen
wir mal, fünf Euro im Monat feilbieten würde. Da könnten wirklich alle
dabei sein. Die emotionale Bindekraft des Fußballs könnte weiter wirken.
Und vielleicht gibt es ein Unternehmen aus Saudi-Arabien oder Katar, das
sich ausschließlich auf Elfmeterschießen konzentrieren möchte. Eine
Disziplin, die bei Freunden des Sportkrimis sich besonderer Beliebtheit
erfreut, für welche die lange Wartezeit davor eh nur eine Qual ist. Mit
einem entsprechenden Warn-App könnten die Abonnenten über das Handy
verständigt werden, wenn es einmal wieder so weit ist.
Überlegenswert wären auch verbilligte Streamingangebote, die das Spiel nur
aus Sicht eines einzelnen Spielers übermitteln, so wie das heute schon beim
Schiedsrichter möglich ist. Das hätte zudem den Vorteil, dass Abstufungen
vorgenommen werden könnten. Die Konrad-Laimer-Perspektive etwa wäre um
einiges günstiger zu haben als die Harry-Kane-Perspektive. Und für ein paar
Cent könnte man ein Abo auf einen Ergänzungsspieler abschließen. Wichtig
ist ja nur, dass die Fans weiter viele Spiele sehen.
24 Nov 2025
## LINKS
[1] https://www.br.de/nachrichten/sport/champions-league-tv-rechte-2027-so-viel…
[2] https://www.sportschau.de/fussball/championsleague/zwei-us-sender-zeigen-ab…
[3] /Investoren-im-Fussball-der-Frauen/!6038532
## AUTOREN
Johannes Kopp
## TAGS
Fußball
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