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# taz.de -- Blockade der Erdöl-Länder: Verhandlungen über UN-Plastikabkommen…
> Kein Vertrag gegen die Plastikkrise: Die Staaten, die von der Produktion
> von Kunststoff profitieren, wollten deren Einschränkung unbedingt
> verhindern.
Bild: Arbeiterinnen sortieren und trocknen gebrauchte Plastiktüten in einer in…
Genf/Berlin afp/taz | Die [1][Verhandlungen in Genf über ein
UN-Plastikabkommen] sind ohne eine Einigung zu Ende gegangen. „Wir werden
hier in Genf kein Abkommen zur Plastikverschmutzung erzielen“, sagte der
Vertreter Norwegens am Freitag. Von Indien und Uruguay hieß es, es sei
keine Einigung über den zuletzt vorgelegten Vorschlag erzielt worden. Wie
es weitergeht, war zunächst unklar.
Plastikmüll sorgt [2][weltweit für massive Verschmutzung]. Mikropartikel
des Kunststoffabfalls treten auch im menschlichen Körper auf. Derzeit
werden jährlich mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, die
Hälfte davon für Einwegprodukte. Weniger als zehn Prozent des Plastikmülls
werden recycelt.
Drei bis fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes gehen auf die Produktion
von Plastik zurück, mehr als die CO2-Emissionen des gesamten afrikanischen
Kontinents. Und bis 2060 [3][könnte sich die Plastikproduktion Schätzungen
zufolge verdreifachen].
In der Nacht zum Freitag war in den Verhandlungen um ein Abkommen zur
Bekämpfung dieser Probleme ein neuer Kompromisstext vorgelegt worden. Er
enthielt nach zehn Tagen intensiver Verhandlungen jedoch noch mehr als 100
zu klärende Punkte. Bei einer informellen Sitzung konnten die
Delegationsleiter keine Einigung erzielen.
## Ölstaaten gegen den Rest der Welt
Zuletzt standen sich zwei Lager unversöhnlich gegenüber: Auf der einen
Seite Ölstaaten zusammen mit weiteren Ländern und auf der anderen Seite
Vertreter etwa aus der EU oder Lateinamerika zusammen mit Umweltschützern.
Unter anderem geht es um die Frage, [4][ob die Plastikkrise an ihrem
Ursprung angepackt werden muss: der Plastikproduktion]. Für diese wird
meist Erdöl genutzt. Eine Einschränkung würde die erdölproduzierenden
Länder also treffen.
Die Verhandlungen in Genf mit Vertretern aus mehr als 180 Staaten sollten
eigentlich am Donnerstag zu Ende gehen. Die Beratungen wurden dann jedoch
bis zum Freitag verlängert. Frankreichs Umweltministerin Agnès
Pannier-Runacher zeigte sich „enttäuscht“ über das Scheitern der
Verhandlungen.
Die Organisation Greenpeace kritisierte, die Auswirkungen der
„Plastikkrise“ würden „weiterhin massiv unterschätzt“. „Um das Prob…
lösen, braucht es in Zukunft eine viel größere Aufmerksamkeit, auch auf
höchster politischer Ebene“, erklärte Greenpeace-Plastikexperte Moritz
Jäger-Roschko. „Trotzdem: Ein schwaches Abkommen wäre schlimmer als keines
– es würde Stillstand als Fortschritt verkaufen.“ Oberste Priorität müsse
eine „effektive Lösung der Krise“ sein.
Die Zukunft der Verhandlungen war zunächst unklar. Uganda beantragte eine
neue Verhandlungsrunde zu einem späteren Zeitpunkt. Die
EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall sagte, Genf habe „eine gute Grundlage“
für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen geschaffen.
Zuvor waren bereits Gespräche im [5][südkoreanische Busan im vergangenen
Dezember gescheitert]. Diese Gespräche hätten eigentlich bereits die letzte
Verhandlungsrunde für ein Plastikabkommen sein sollen. Bei der Konferenz in
Genf hatten die Unterhändler nun auf einen Durchbruch gehofft.
15 Aug 2025
## LINKS
[1] /Verhandlungen-zum-Plastikabkommen/!6103143
[2] /Vermuellung-in-Uganda/!6102170
[3] https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01447-3/…
[4] /Verhandlungen-zum-UN-Plastikabkommen/!6104313
[5] /Verhandlungen-in-Suedkorea/!6053907
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