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# taz.de -- Satirischer Brandbrief an Julia Klöckner: Nius empört – Faktent…
> Bundestagspräsidentin Julia Klöckner verglich die taz mit „Nius“. Unser
> Autor schreibt ihr einen fiktiven Brief aus Sicht des
> rechtspopulistischen Mediums.
Bild: Julia Klöckner beim Sommerfest der CDU in Koblenz, 17. August
Frau Bundestagspräsidentin Julia Klöckner MdB Platz der Republik 1 11011
Berlin
Sehr geehrte Frau Bundestagspräsidentin,
mit großem Erstaunen und einigem Befremden haben wir zur Kenntnis genommen,
dass Sie uns am vergangenen Sonntag beim [1][Sommerempfang] der CDU Koblenz
in einem Atemzug mit der sogenannten tageszeitung genannt haben. Laut uns
vorliegender Berichterstattung führten Sie unter anderem aus: „Die taz
kennen sie alle. Die vertritt das sehr linke Spektrum.“ [2][Nius] sei ein
Medium „genau auf der anderen Seite. Aber in den Methoden sind sich beide
nicht so sehr unähnlich, in ihren Vorgehensweisen.“
Diesen Vergleich weisen wir mit dem Ausdruck größtmöglicher Abscheu und
Empörung zurück. Schließlich tritt die taz für all das ein, wofür Nius
[3][gerade nicht steht]. Nämlich für Faktentreue, saubere Recherche und die
Einhaltung journalistischer Standards. Die sind bei uns nicht nur verpönt,
sondern gefährlich für unser Geschäftsmodell. Schließlich soll unser
Förderer und Mehrheitsgesellschafter Herr Gotthardt nicht noch mehr seiner
sauer verdienten Millionen in unseren Laden stecken müssen.
Dass Sie sich die Dreistigkeit erlauben, uns als „Gegenüber“ eines immer
wieder gemäßigten und liberalen Stimmen Raum gebenden Mediums zu
bezeichnen, macht selbst unseren Chefredakteur Julian Reichelt sprachlos.
Wir verorten dies als Respektlosigkeit. Die taz ist offen für andere
Meinungen, tritt für die Interessen von Minderheiten oder benachteiligten
Menschen ein und unterwirft sich auch noch dem Pressekodex. Diese
linksversifften Woken korrigieren sogar ganz transparent Fehler ihrer
Berichterstattung! Das soll „nicht so sehr unähnlich“ zu unseren
Vorgehensweisen sein? Glauben Sie im Ernst, wir würden uns auch nur
ansatzweise an die Spruchpraxis des deutschen Presserats halten?
Für Ihre nächste Rede empfehlen wir Ihnen, lieber zu thematisieren, wie die
Bundesregierung die Transparenz zu NGO-Finanzierungen vor Gericht
systematisch blockiert. Es ist und bleibt ein Skandal, dass in Deutschland
noch immer Projekte zur demokratischen Teilhabe gefördert werden. Vor
allem, wenn wie unser Chefredakteur in den USA recherchiert hat, selbst
linke Konzerne wie Apple der Hyperpolitisierung abschwören und einfach
wieder Telefone statt Propaganda machen!
Aber mal was anderes: Herr Gotthardt hat ja neulich seine Anteile an
unserem Wiener Schwesterportal Exxpress erhöht. Es bekommt in Österreich
dieses Jahr rund 40.000 Euro Medienförderung für Qualitätsjournalismus.
Lässt sich so was nicht auch für Nius in Deutschland machen?
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Nius-Team
PS: „Ich bin gespannt, wo sich dieser Brief wiederfindet und verbreitet und
ob er beantwortet wird“, sagt die Mitbewohnerin.
20 Aug 2025
## LINKS
[1] /Sommerfest-in-Rheinland-Pfalz/!6103094
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[3] /Nius-macht-Radio/!6103351
## AUTOREN
Steffen Grimberg
## TAGS
Kolumne Flimmern und Rauschen
Nius
Julia Klöckner
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Julian Reichelt
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