# taz.de -- Bergbau unter dem Meeresgrund: Verpasste Einigung bei Tiefseebergba… | |
> Der Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde kommt beim Mining Code | |
> nicht voran. Für Umweltorganisationen ist das ein Erfolg. | |
Bild: Helmqualle (Periphylla periphylla): Was Schürfungen dem sensiblen, wenig… | |
Kingston dpa | Manchmal ist kein Ergebnis das bessere Ergebnis: So ist die | |
Ratssitzung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) im Karibikstaat | |
Jamaika zu Ende gegangen, ohne dass sich die Staaten auf ein [1][Regelwerk | |
für Tiefseebergbau] einigen konnten. Umweltorganisationen wie Greenpeace | |
werten dieses Scheitern als Erfolg für den Schutz der Ozeane – denn der | |
sogenannte Mining Code wäre auch der Startschuss für den Beginn von Abbau | |
von Bodenschätzen unter dem Meeresboden. | |
„Die ISA hat Rückgrat gezeigt – und sich gegen die Tiefseebergbauindustrie | |
und Regierungen wie der US-amerikanischen unter Trump behauptet“, sagte die | |
Meeresbiologin Franziska Saalmann von Greenpeace. | |
Noch gibt es eben kein verbindliches Regelwerk für den Tiefseebergbau in | |
internationalen Gewässern. Und angesichts der [2][Risiken für die | |
sensiblen, größtenteils unerforschten Ökosysteme], die das Schürfen mit | |
sich bringen würde, fordern Umweltorganisationen und viele Staaten ein | |
Moratorium, auch Deutschland zählt dazu. | |
Am Montag begann in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston die jährliche | |
Vollversammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde, die insgesamt bis | |
zum 25. Juli dauert. Im Mittelpunkt stehen Grundsatzfragen zum Schutz des | |
Meeres. An den Beratungen nehmen 169 Mitgliedsstaaten und die EU teil, | |
außerdem Beobachter wie Umweltorganisationen und Fachgremien. | |
## Unregulierter Vorstoß | |
Im Lauf dieser Versammlung gelte es klarzumachen, „dass die Tiefsee kein | |
rechtsfreier Raum für Industriefantasien ist, sondern ein globales | |
Naturerbe, das Schutz verdient“, sagte Aktivistin Saalmann. | |
Im März hatte [3][ein Vorstoß des kanadischen Konzerns The Metals Company | |
(TMC) für Kritik gesorgt]. Das Unternehmen will über eine Partnerschaft mit | |
den USA eine Genehmigung zum Abbau in internationalen Gewässern erreichen. | |
Viele Staaten sehen darin den Versuch, die Zuständigkeiten der ISA zu | |
umgehen. | |
TMC plant den Abbau von Rohstoffen in der Clarion-Clipperton-Zone im | |
östlichen Pazifik, wo große Mengen Manganknollen mit Nickel, Kobalt und | |
Kupfer auf dem Meeresboden liegen. Die Metalle sind unter anderem für | |
Batterien und digitale Technik gefragt. [4][Die ISA leitete eine | |
Untersuchung gegen den Konzern ein]. | |
22 Jul 2025 | |
## LINKS | |
[1] /UN-Ozeankonferenz-in-Nizza/!6090028 | |
[2] /Bis-auf-den-tiefsten-Grund/!6082408&s=tiefsee+%C3%83%C2%B6kosysteme/ | |
[3] /Umstrittener-Tiefseebergbau/!6085290 | |
[4] /Manganknollen-auf-dem-Meeresboden/!6079664 | |
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