Introduction
Introduction Statistics Contact Development Disclaimer Help
# taz.de -- Gehackter X-Account: Ist Elmo Antisemit?
> Der X-Account des roten Pelzmonsters wurde gehackt und für Judenhass
> genutzt. Als Reaktion verbreiten User Memes von Elmo als Hamas-Kämpfer
> oder Nazi.
Bild: Boshaftes Meme, das Elmo beim „Eichmann-Prozess“ zeigen soll
Elmo ist [1][Antisemit]. Das werfen dem roten Pelzmonster zumindest viele
in den sozialen Medien vor. Elmo, hauptberuflich [2][Muppet], hat nämlich
einen verifizierten Account auf der Plattform X – und am Wochenende wurde
dieser gehackt. An seine mehr als 650.000 Follower schrieb Elmo am 13.
Juli: „Kill all Jews.“
In einem weiteren Beitrag befeuerte der Muppet Verschwörungserzählungen
rund um Jeffrey Eppstein, die zurzeit für viel Aufmerksamkeit in der
[3][MAGA]-Bewegung um den US-Präsidenten Donald Trump sorgen.
Im Wahlkampf hatte Trump seinen Fans angedeutet, dass er die
„Epstein-Akten“ veröffentlichen würde. Verschwörungsgläubige behaupten,
dass der Investmentbanker und verurteilte Sexualstraftäter Epstein, der
sich 2019 in Haft das Leben nahm, eine Liste seiner prominenten Klienten
zusammengestellt hatte, die auf seiner Privatinsel Sex mit Minderjährigen
gehabt haben sollen.
Manche spekulieren – ohne Belege –, dass Trump selbst auf dieser Liste
stehen könnte, die es nun auch laut Trumps Justizministerium nicht gibt.
Dazu schrieb Elmo: „RELEASE THE FILES @realDonaldTrump CHILD FUCKER“.
In einem weiteren Beitrag schrieb Elmo, dass Donald Trump die Marionette
des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu sei, weil Trump in den
„Epstein-Akten“ vorkäme. Und weiter schrieb der Muppet auf Englisch: Juden
kontrollierten die Welt und müssten ausgelöscht werden.
Ein Sprecher der Sesamstraße sagte in einem Statement dazu: „Elmos
X-Account wurde von einem unbekannten Hacker kompromittiert, der
widerwärtige Nachrichten veröffentlichte, darunter antisemitische und
rassistische Beiträge. Wir arbeiten daran, die volle Kontrolle über den
Account wiederherzustellen.“ Die Beiträge wurden inzwischen gelöscht.
Das Internet reagiert wie erwartet: mit Memes. „EILMELDUNG: Mossad nimmt
Elmo in verdeckter Operation in Buenos Aires fest“, schreibt der Account
„The Mossad“. Dazu ein Foto des Eichmann-Prozesses 1961 in Jerusalem, mit
Elmo statt des SS-Mannes im berühmten Glaskasten des Gerichtssaals. Auf
einem anderen Foto steht Elmo vor Gericht in Nürnberg nach dem Zweiten
Weltkrieg. „Elmo folgte nur Befehlen“, schreibt jemand dazu.
## Elmo als antisemitischer Talkshowgast
Mit KI generieren Social-Media-Nutzer Fotos von Elmo als Hamas-Terrorist
oder NS-Offizier. Elmo wird auch in Talk-Sendungen von Tucker Carlson, Joe
Rogan oder Piers Morgan eingefügt, denen vorgeworfen wird, wiederholt Gäste
mit antisemitischen Ansichten in ihre Shows einzuladen.
Dabei stand Elmo, seit 1980 Mitglied der Sesamstraße-Truppe und eine
globale popkulturelle Ikone, mit seiner fröhlichen Falsettstimme immer für
Freundlichkeit und ansteckende Neugier.
Im Januar 2024 sorgte ein anderer X-Beitrag Elmos weltweit für
Aufmerksamkeit, der vielmehr seinen Geist verkörpert: „Elmo is just
checking in! How is everybody doing?“ Mehr als 224 Millionen Mal wurde der
Post angeschaut. Viele schrieben in den Kommentaren über psychische
Probleme. Auch der damalige US-Präsident Joe Biden antwortete auf Elmo.
„Wow! Elmo is glad he asked! Elmo learned that it is important to ask a
friend how they are doing. Elmo will check in again soon, friends! Elmo
loves you. #EmotionalWellBeing“, schrieb der Muppet einen Tag später.
Wie es Elmo seit dem Hack geht, ist derzeit unbekannt.
15 Jul 2025
## LINKS
[1] /Antisemitische-KI-von-Elon-Musk/!6100133
[2] /Doku-ueber-Muppets-Erfinder-Jim-Henson/!6011694
[3] /US-Kongress-verabschiedet-Mega-Bill/!6098387
## AUTOREN
Nicholas Potter
## TAGS
Antisemitismus
Meme
Juden
Meme
Schwerpunkt USA unter Trump
Schwerpunkt AfD
Hetze
Schwerpunkt AfD
## ARTIKEL ZUM THEMA
Social-Media-Account des Weißen Hauses: Abschiebung als Meme
Das Weiße Haus postet nicht zum ersten Mal Memes über Abschiebeflüge. Mit
Humor versuchen Rechte ihr perfide Politik anschlussfähig zu machen.
Einstellung der Epstein-Ermittlungen: Deep State Donald Trump
Jahrelang schürte Donald Trump Verschwörungsmythen über Jeffrey Epstein,
nun wird er selbst Opfer davon. Doch die Schadenfreude hält sich in
Grenzen.
AfD und ESN-Fraktion: Offen antisemitisch im EU-Parlament
Vor einem Jahr versprach die AfD, in Brüssel keine gemeinsame Sache mit
Antisemiten zu machen. Nun zeigt sich: So genau nimmt es die extrem rechte
Partei nicht.
Hass im Internet: Polizei geht gegen rechte Hetzer vor
Bundesweit geht die Polizei gegen mutmaßliche Verfasser von Hetze im
Internet vor. Meist handelt es sich um rechtsextreme Äußerungen.
Geschichtsrevisionismus im Internet: Der Holocaust als Meme
Rechte und kommerzielle Accounts leugnen oder verherrlichen den Holocaust
online. Ein Bericht zeigt, wie groß das Problem ist und was dagegen helfen
würde
You are viewing proxied material from taz.de. The copyright of proxied material belongs to its original authors. Any comments or complaints in relation to proxied material should be directed to the original authors of the content concerned. Please see the disclaimer for more details.