| # taz.de -- Landesparlament debattiert Judenhass: An der Seite Israels | |
| > Das Abgeordnetenhaus verurteilt die jüngsten antisemitischen | |
| > Ausschreitungen und sagt Juden in Berlin mehr Sicherheit zu. | |
| Bild: Das Abgeordnetenhaus diskutierte am Donnerstag über Judenfeindlichkeit i… | |
| Berlin taz | Was machen, wenn in den Straßen Israelflaggen brennen und | |
| Hassparolen gegen Juden zu hören sind? Im Abgeordnetenhaus war man am | |
| Donnerstag geteilter Meinung: Die Täter abschieben, meinte die AfD, CDU und | |
| FDP legten ihnen die Ausreise nah. Für die rot-rot-grüne Koalition hingegen | |
| löst das nicht das Problem: „Die Abgeschobenen bleiben ja Antisemiten, egal | |
| wo sie sind“, sagte Linksfraktionschefin Anne Helm. In einem waren sich | |
| alle Fraktionen und Justizsenator Dirk Behrendt einig: im Bekenntnis zum | |
| Existenz- und Selbstverteidigungsrecht des jüdischen Staates. | |
| Die CDU-Fraktion hatte beantragt, in der Aktuellen Stunde, Schauplatz der | |
| längsten Debatte, über die jüngsten judenfeindlichen Ausschreitungen in | |
| Neukölln zu sprechen. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger erinnert daran, | |
| dass dabei 93 Polizisten verletzt wurden. „Vernichtungsaufrufe gegen Israel | |
| klangen über die Sonnenallee“, sagte er. Aus seiner Sicht waren das „keine | |
| kleinen Streiche erlebnisorientierter Jugendlicher, Herr Innensenator.“ | |
| Der Angesprochene, SPD-Mann Andreas Geisel, hatte nach den Gewaltausbrüchen | |
| gesagt, die seien nicht von Mitgliedern von Palästinenser-Organisationen | |
| gekommen, sondern von etwa 300 bis 400 jungen arabischstämmigen, nicht | |
| politisch organisierten Männern. Die Polizei nenne das erlebnisorientierte | |
| Jugendliche“, so der Innensenator. | |
| „Für antisemitische Hetze ist kein Platz in unserer Stadt“, sagte Dregger, | |
| „wer das nicht beherzigt, der sollte gehen.“ Ähnlich formulierte es später | |
| für die FDP Paul Fresdorf: Wer mit antisemitischen Überzeugungen nach | |
| Berlin komme, „der hätte sich nicht auf den Weg machen sollen, der sollte | |
| unsere Stadt gleich wieder verlassen“. | |
| ## Juden sollen in Berlin sicher sein | |
| Für die SPD sprach nicht der aus Palästina stammende Fraktionschef Raed | |
| Saleh, der sich stark für den Synagogenbau am Fraenkelufer engagierte, | |
| sondern seine Stellvertreterin Susanne Kitschun. Es sei keine Rederunde der | |
| Vorsitzenden verabredet gewesen und derzeit auch viel zu tun, hieß es von | |
| der Fraktion. Tags zuvor war Salehs Co-Landeschefin Franziska Giffey wegen | |
| ihrer Doktoraffäre als Ministerin zurückgetreten. Kitschun verwies wie | |
| andere Redner darauf, dass die Mehrheit antisemitischer Attacken dem | |
| rechtsextremen Lager zuzuordnen sei. Aus AfD-Sicht aber hat man in Berlin | |
| muslimischen Antisemitismus kleingeredet, aus Angst, „als islamophob | |
| gebrandmarkt zu werden“. | |
| Kitschun erinnerte allerdings daran, dass sich das Parlament schon 2018 | |
| klar gegen Antisemitismus wandte. Das geschah auch am Donnerstag mit einer | |
| Erklärung, dass jüdische Menschen in Berlin sicher sein müssten und | |
| Antisemitismus jeder Art konsequent zu bekämpfen sei. Bis auf die AfD, die | |
| sich der Stimme enthielt, unterstützen alle Fraktionen diese | |
| „Entschließung“ genannte Positionierung. | |
| Die Grünen schickten Bettina Jarasch ans Rednerpult, ihre Spitzenkandidatin | |
| für die Neuwahl des Parlaments am 26. September. Die erzählte, dass ihre | |
| Großmutter als Jüdin vor den Nazis floh. „Das Selbstverteidigungsrecht | |
| Israels ist nicht verhandelbar“, sagte Jarasch. Auch sie forderte ein | |
| schnelles Einschreiten der Polizei: „Antisemitische Aktionen müssen sofort | |
| unterbunden werden.“ | |
| Zur Forderung der AfD, Antisemitismus durch Abschiebung aller | |
| Ausreisepflichtigen und durch Einreisestopp illegaler Asylbewerber zu | |
| bekämpfen, fragte sie: „Und wann schieben wir dann endlich Björn Höcke ab?… | |
| 20 May 2021 | |
| ## AUTOREN | |
| Stefan Alberti | |
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