| # taz.de -- Interessenvertreter im Bundestag: Bundestag beschließt Lobbyregist… | |
| > Ein neues Gesetz verpflichtet Lobbyisten zum Eintrag in ein öffentlich | |
| > einsehbares Register. Der Opposition geht die Neuregelung nicht weit | |
| > genug. | |
| Bild: Durch das Lobbyregister soll erkennbar werden, wer Einfluss auf politisch… | |
| Berlin dpa | Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bundestag [1][die | |
| Einführung eines Lobbyregisters] beschlossen. Das Gesetz, das am späten | |
| Donnerstagabend verabschiedet wurde, verpflichtet professionelle | |
| Interessenvertreter dazu, sich in ein öffentlich einsehbares Register | |
| einzutragen und dort Angaben über ihre Auftraggeber zu machen. Dadurch soll | |
| in Zukunft deutlicher erkennbar werden, wer Einfluss auf politische | |
| Entscheidungen und die Gesetzgebung genommen hat. | |
| Der CDU-Abgeordnete Patrick Schnieder erklärte, Interessenvertretung sei | |
| nicht per se etwas Schlechtes, müsse aber transparent gemacht werden. | |
| Lobbyisten, die im Bundestag oder bei der Bundesregierung die Interessen | |
| bestimmter Gruppen durchsetzen wollen, müssen in dem neuen Register Angaben | |
| zu ihren Arbeit- oder Auftraggebern machen sowie zur Anzahl der | |
| Beschäftigten und den finanziellen Aufwendungen für die Lobbyarbeit. | |
| Treffen in Ministerien sollen bis hinunter zur Ebene von | |
| Unterabteilungsleitern erfasst werden. Das Register wird digital beim | |
| Bundestag geführt. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem | |
| Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. | |
| Transparency International beklagt große Mängel | |
| Die Opposition hält die von der Großen Koalition ausgehandelten Regelungen | |
| allerdings nicht für ausreichend. [2][Transparency International] beklagte | |
| ebenfalls große Mängel. „Wir werden auch in Zukunft keine Transparenz über | |
| die konkrete Lobbyarbeit bekommen oder höchstens eine sehr dünne“, sagte | |
| der Deutschland-Chef der Organisation, Hartmut Bäumer, in der „Augsburger | |
| Allgemeinen“. | |
| Selbst die SPD hätte sich in dem gemeinsamen Gesetzentwurf der Großen | |
| Koalition weitergehende Regelungen gewünscht. Matthias Bartke, der für die | |
| Sozialdemokraten [3][den Kompromiss mit CDU und CSU] ausgehandelt hatte, | |
| nannte es im Bundestag einen „erheblichen Wermutstropfen“, dass die Union | |
| den „exekutiven Fußabdruck“ verhindert habe. | |
| Dieses Instrument soll kenntlich machen, wie Gesetzestexte konkret durch | |
| das Eingreifen von Lobbyisten verändert wurden. Für den Justiziar der | |
| Unionsfraktion, Michael Frieser (CSU), wäre dies jedoch „ein Irrsinn an | |
| bürokratischer Verwaltung“. | |
| 26 Mar 2021 | |
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