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# taz.de -- Impfstoff-Allianz von Bayer und Curevac: Ganz schön spät
> Der Chemiekonzern Bayer ist später als Konkurrenten ins Geschäft mit
> Corona-Impfstoffen eingestiegen – weil er zu sehr auf Pestizide gesetzt
> hat.
Bild: Pharmakonzern Bayer steigt in das Geschäft mit Corona-Impfstoffen ein
Der Einstieg von Deutschlands größtem Pharmakonzern Bayer in das Geschäft
mit Corona-Impfstoffen ist überfällig. Dass er erst jetzt einen
[1][Kooperationsvertrag mit dem Unternehmen Curevac], dem Tübinger
Entwickler eines Vakzins, schließt, hat vor allem eine Ursache: Bayer hat
Infektionskrankheiten vernachlässigt und zu sehr auf Pestizide und
gentechnisch veränderte Pflanzen gesetzt.
US-Konkurrent [2][Pfizer] entwickelte bereits seit März 2020 gemeinsam mit
der Mainzer Firma Biontech einen Impfstoff, den die EU inzwischen
zugelassen hat. Der britisch-schwedische Hersteller [3][AstraZeneca]
vereinbarte im April eine Kooperation mit der Universität Oxford zur
Entwicklung eines Mittels. Das US-Unternehmen [4][Johnson & Johnson] begann
schon im Januar an einem Impfstoff zu arbeiten.
Der deutsche Branchenprimus aber blieb lange untätig und verschwendete
wertvolle Zeit. Dabei kostet jeder Tag ohne ausreichenden Impfstoff
Covid-19-Patienten das Leben. Das zeigt, wie hohl Bayers Marketingphrasen
sind, wonach das Unternehmen „den Menschen nützen“ will, „indem es zur
Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und
alternden Weltbevölkerung beiträgt“.
Dieses Versäumnis liegt einerseits daran, dass Bayer vor Jahrzehnten
Gebiete wie Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten oder Tropenmedizin
aufgegeben hat. Derzeit produziert der größte deutsche Pharmakonzern nach
eigenen Angaben [5][keinen einzigen Impfstoff].
## Monsantos Erbe bindet Ressourcen
Aber die Fehler liegen auch beim aktuellen Management: Vorstandschef Werner
Baumann ließ 2018 für einen zu hohen Preis den US-Saatgut- und
Pestizidhersteller Monsanto kaufen. Seitdem ist Bayer zu gigantischem
Schadensersatz an Krebspatienten verurteilt worden, die ihre Erkrankung auf
Monsanto-Pestizide mit dem Wirkstoff Glyphosat zurückführen. Der Börsenkurs
brach zusammen. Der Konzern arbeitet immer noch an einem Vergleich mit
125.000 Klägern, denen er rund 10 Milliarden Euro zahlen muss. Das hielt
die Bayer-Chefs davon ab, sich stärker und früher um einen Corona-Impfstoff
zu kümmern.
7 Jan 2021
## LINKS
[1] /Neue-deutsch-deutsche-Impfallianz/!5738349
[2] https://biontechse.gcs-web.com/news-releases/news-release-details/pfizer-an…
[3] https://www.astrazeneca.de/medien/press-releases/2020/astrazeneca-und-die-u…
[4] https://www.jnj.com/johnson-johnson-launches-multi-pronged-response-to-coro…
[5] https://www.bayer.com/de/news-stories/wann-stehen-medikamente-gegen-covid-1…
## AUTOREN
Jost Maurin
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