| # taz.de -- Herausgabe des Mueller-Berichts: Kampf um die Deutungshoheit | |
| > Kurz vor Erscheinen des Mueller-Berichts will der US-Justizminister dazu | |
| > eine Pressekonferenz abhalten. Die Demokraten werfen ihm Meinungsmache | |
| > vor. | |
| Bild: Darf er das? US-Justizminister Barr will dem Mueller-Bericht mit einer Pr… | |
| Washington ap | Schon vor den mit Spannung erwarteten Details zur | |
| Russland-Untersuchung gibt es politischen Streit um die Abläufe rund um | |
| deren Veröffentlichung. Das US-Justizministerium kündigte für | |
| Donnerstagmorgen eine Pressekonferenz von Ressortchef William Barr zum | |
| Bericht von Sonderermittler Robert Mueller an. Im Anschluss soll der | |
| Kongress eine teils geschwärzte Fassung des Reports erhalten, wie ein | |
| Sprecher am Mittwoch bestätigte. Am geplanten Prozedere gab es prompt | |
| Kritik der Demokraten: Sie argumentierten, dass Barr seine Sicht auf den | |
| Mueller-Report darlegen könne, ehe die Öffentlichkeit sich eine Meinung | |
| bilden könne. | |
| Seit Mai 2017 ging Mueller der Frage nach, ob und wie Russland auf die | |
| US-Wahl 2016 Einfluss nahm und ob es dabei geheime Absprachen mit dem Team | |
| von Präsident Donald Trump traf. Im März schloss Mueller [1][die | |
| Untersuchung ab] und übergab einen fast 400 Seiten langen Report an Barr. | |
| Dieser veröffentlichte wenig später eine kurze Zusammenfassung, laut der es | |
| [2][keine Beweise] für eine kriminelle Verschwörung zwischen der | |
| Trump-Kampagne und der Regierung in Moskau gegeben hat. Mitglieder des | |
| Mueller-Teams [3][kritisierten] anonym, dass die Zusammenfassung dem | |
| eigentlichen Bericht nicht gerecht werde. | |
| In der Frage einer möglichen Justizbehinderung in der Russland-Affäre durch | |
| den US-Präsidenten wollte sich Mueller nicht festlegen. Barr kam nach | |
| eigenen Angaben gemeinsam mit seinem Stellvertreter Rod Rosenstein zum | |
| Schluss, dass sich auch dieser Vorwurf nicht erhärtet habe. | |
| Auf der für 9.30 Uhr (Ortszeit) geplanten Pressekonferenz werde Barr vor | |
| der Veröffentlichung von Muellers Bericht über sein „Prozedere“ Auskunft | |
| geben, sagte Sprecher Peter Carr. Teilnehmen werde auch Vize-Justizminister | |
| Rosenstein, der die Ermittlungen betreut hat. Mueller und andere Mitglieder | |
| seines Teams seien hingegen bei der Pressekonferenz nicht dabei. Zwischen | |
| 11.00 und 12.00 Uhr erhalte der Kongress dann eine auf CD gebrannte Fassung | |
| des Berichts, später werde dieser auf der Webseite der Justizbehörde OSC | |
| veröffentlicht. | |
| ## Ein Vorgehen, das Trump womöglich schützen soll | |
| Am Mittwochabend verlangten etliche ranghohe Demokraten im Kongress von | |
| Barr, seine geplante Pressekonferenz abzusagen. Die Vorsitzende des | |
| Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, warf dem Justizminister vor, mit dem | |
| Vorgehen nur Trump schützen zu wollen. Ihr Parteikollege Chuck Schumer, | |
| demokratischer Minderheitsführer im Senat, ergänzte: „Das Prozedere ist | |
| vergiftet, ehe der Report überhaupt veröffentlicht ist.“ Barr dürfe die | |
| öffentliche Wahrnehmung über den Bericht nicht beeinflussen, „doch ist es | |
| doppelt empörend, dass er es tut, ehe Amerika die Chance bekommt, ihn zu | |
| lesen“, erklärte er. | |
| Der republikanische Abgeordnete Doug Collins nahm Barr hingegen in Schutz. | |
| Der Minister habe nichts auf eigene Faust unternommen, sondern „Schritt für | |
| Schritt“ mit Rosenstein und Muellers Team zusammengearbeitet. | |
| Die Demokraten haben bereits angekündigt, für eine vollständige Freigabe | |
| von Muellers Report vor Gericht zu ziehen. Sollte Barr eine stark | |
| geschwärzte Fassung vorlegen, hätten sie auch Vorladungen in petto, um mehr | |
| Informationen einzufordern, erklärten Parteispitzen. Vor diesem Hintergrund | |
| rechnen Beobachter mit einem monate-, wenn nicht jahrelangen Streit über | |
| die Deutungshoheit von Muellers Report. | |
| 18 Apr 2019 | |
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