| # taz.de -- Neonazi sucht Asyl in Ungarn: Horst Mahler ist festgenommen | |
| > Der flüchtige Holocaustleugner Horst Mahler wurde festgenommen – in | |
| > Ungarn. Dort hatte er eigentlich auf politisches Asyl gehofft. | |
| Bild: Sitzt jetzt wieder: Horst Mahler wurde in Ungarn festgenommen (Archivbild) | |
| BERLIN taz | Ende der Flucht: Mitte April war der Holocaustleugner und | |
| frühere RAF-Anwalt [1][Horst Mahler abgetaucht], mit 81 Jahren. Nun wurde | |
| der Senior verhaftet – in Ungarn. | |
| Der ungarische Regierungssprecher Zoltán Kovács bestätigte der taz, dass | |
| Mahler am Montag im Sopron festgenommen wurde. Die 60.000-Einwohner-Stadt | |
| liegt im Nordwesten des Landes, gleich hinter der österreichischen Grenze. | |
| Anfangs hatte Kovács eine Verhaftung dementiert, dies später aber | |
| zurückgenommen. | |
| Auch die Staatsanwaltschaft München, die das Verfahren gegen Mahler führt | |
| und den Flüchtigen mit Haftbefehl suchte, bestätigte die Festnahme. Diese | |
| sei am Morgen um 8.40 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher. | |
| Mahler hätte am 19. April erneut seine Haft in der JVA Brandenburg/Havel | |
| antreten müssen. Der Neonazi war seit 2009 wegen wiederholter | |
| Holocaustleugnung inhaftiert, 2015 aber wegen seines schlechten | |
| Gesundheitszustands haftverschont worden. Er leidet an schwerer Diabetes, | |
| ein Unterschenkel musste amputiert werden. Nachdem die Staatsanwaltschaft | |
| München aber Beschwerde eingelegt hatte und Mahler erneut antisemitische | |
| Vorträge gehalten hatte, sollte er zurück in Haft, um dort seine Reststrafe | |
| bis 2018 zu verbüßen. Der Rentner aber setzte sich ab. | |
| Wohin, blieb zunächst unklar. Am Freitag dann veröffentlichte Mahler eine | |
| Nachricht. Er habe „den Führer der Ungarischen Nation, Viktor Orbán, | |
| ersucht, mir als politisch Verfolgtem Asyl in Ungarn zu gewähren“, teilte | |
| er in einer Botschaft mit, die Unterstützer ins Internet stellten. Im | |
| Vertrauen „auf den Freiheitssinn des Volkes der Ungarn lege ich mein | |
| Schicksal in die Hände seiner Regierung“. | |
| Das ging schief. Schon am Montagmorgen hatte Ungarns Regierungssprecher | |
| Kovács der taz mitgeteilt, es sei „rechtlich ausgeschlossen“, dass Mahler | |
| Asyl in Ungarn erhalte. Dies scheide schon aus, da er aus einem anderen | |
| EU-Staat komme. Bisher allerdings, so Kovács, habe Mahler noch gar keinen | |
| Asylantrag gestellt. | |
| ## „Keine Grundlage“ | |
| Deutlich positionierte sich auch die ungarische Botschaft in Berlin. | |
| „Ungarn ist ein Rechtsstaat und Mitglied der EU. Deutschland ist ebenfalls | |
| ein Rechtsstaat und Mitglied der EU“, hieß es dort. „Ein solches Ersuchen | |
| entbehrt daher jeder Grundlage.“ | |
| Mahler hatte schon bei seinem Abtauchen im April in einem Video | |
| angekündigt, Asyl in einem „souveränen Staat“ zu suchen. Als Jurist müss… | |
| ihm aber klar gewesen sein, dass dies in Ungarn rechtlich nicht gehen kann. | |
| Sein Ansinnen dürfte damit eher politisch intendiert gewesen sein – gilt | |
| Ungarn doch als Rechtsausleger in der EU. | |
| Die Staatsanwaltschaft München wollte sich am Montag nicht äußern, wie es | |
| nach der Festnahme des Rechtsextremisten nun weitergeht. Vermutlich erfolgt | |
| nun ein Antrag an Ungarn, den Rechtsextremisten auszuliefern. | |
| Der Untergrund ist für Mahler nicht neu: Schon 1970 war er als RAF-Mitglied | |
| abgetaucht, wenig später verhaftet worden. Später dann wandte er sich dem | |
| Rechtsextremismus zu. | |
| 15 May 2017 | |
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| ## AUTOREN | |
| Konrad Litschko | |
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