| # taz.de -- Bundesweites Korruptionsregister: SPD sagt Bestechung den Kampf an | |
| > Wer Schmiergeld zahlt, soll von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen | |
| > werden – wer bei Sozialabgaben betrügt soll auch draußen bleiben. | |
| Bild: Korruption lauert überall. Gern auch im Gesundheitswesen. | |
| BERLIN taz | Die SPD will im Wahljahr mit einer Initiative gegen | |
| Wirtschaftskriminalität punkten. Noch vor Ostern werden die | |
| Sozialdemokraten ein Paket an Vorschlägen in den Bundestag einbringen, mit | |
| dem schärfer gegen Steuerbetrüger, Bestechlichkeit bei Ärzten und korrupte | |
| Unternehmen vorgegangen werden soll. | |
| Eine der Forderungen ist ein bundesweites Korruptionsregister. Dabei | |
| handelt es sich um eine Art schwarze Liste von Firmen, die beispielweise | |
| wegen Bestechung, Schwarzarbeit oder Betrugs mit Sozialabgaben negativ | |
| aufgefallen sind. | |
| Unternehmen mit „schwerwiegenden oder wiederholten Zuwiderhandlungen im | |
| Geschäftsverkehr“ dürften dann mehrere Jahre nicht bei der Vergabe | |
| öffentlicher Aufträge mitbieten, so die Vorstellung der SPD im Bundestag. | |
| „Den schwarzen Schafen muss klargemacht werden, dass sie so nicht | |
| durchkommen“, sagte Fraktionsvize Christine Lambrecht der taz. | |
| ## Störende Neuwahlen | |
| Bisher gibt es zwar in mehreren Ländern, darunter Hamburg und | |
| Nordrhein-Westfalen, Korruptionsregister. Deren Problem: Ihnen entgehen | |
| womöglich Firmen, die in anderen Ländern schon negativ aufgefallen sind. | |
| Eine bundesweite schwarze Liste war unter Rot-Grün schon zweimal auf den | |
| Weg gebracht worden, wurde aber nie erfolgreich umgesetzt. 2002 | |
| verschleppte Schwarz-Gelb über den Vermittlungsausschuss das Vorhaben, 2005 | |
| kam die vorgezogene Neuwahl dazwischen. | |
| Sollte Rot-Grün bei der kommenden Bundestagswahl eine Mehrheit bekommen, | |
| könnte das Korruptionsregister Wirklichkeit werden. Die Grünen haben vor | |
| Kurzem bereits einen fertigen Gesetzentwurf zum Thema vorgelegt. Nach ihrer | |
| Vorstellung würde das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ein | |
| wegen Bestechung aufgefallenes Unternehmen bis zu fünf Jahre lang auf die | |
| schwarze Liste setzen. Sowohl der Bund als auch die Länder und Kommunen | |
| könnten auf Grundlage dieser Infos Firmen von öffentlichen Aufträgen | |
| ausschließen. | |
| Ende Februar werden sich bei einer Anhörung im Bundestag Experten mit der | |
| Idee befassen. Das von der FDP geführte Wirtschaftsministerium wollte sich | |
| zunächst nicht zu dem Vorhaben äußern. | |
| 5 Feb 2013 | |
| ## AUTOREN | |
| Wolf Schmidt | |
| Wolf Schmidt | |
| ## TAGS | |
| Bestechung | |
| Schmiergeld | |
| Sozialabgaben | |
| SPD | |
| Wahlkampf | |
| Unternehmen | |
| Hochschulwatch | |
| Hochschule | |
| Transparenz | |
| Ärzte | |
| Ärzte | |
| Immobilienmarkt | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Gesetzentwurf zu korrupten Firmen: Ein Register für Missetäter | |
| Ein Gesetzentwurf sieht vor: Korrupte Unternehmen sollen künftig in einer | |
| bundesweiten Liste erfasst werden. Kritikern reicht das nicht. | |
| taz-Initiative Hochschulwatch: Der Fresenius-Medical-Care-Hörsaal | |
| Seit einer Woche ist hochschulwatch.de online. Die ersten Ergebnisse | |
| zeigen: Nicht nur Aldi-Süd nutzt die Uni als Werbefläche. | |
| taz-Initiative Hochschulwatch: Privates Sponsoring aufdecken | |
| Die neue Transparenz-Plattform von taz, fzs und Transparency will die | |
| Finanzen der Unis ausleuchten. Rund 80 Asten sind dabei. | |
| Konzerne finanzieren Hochschulen: Woher kommt das Geld für Ihre Uni? | |
| Mindestens 1,27 Milliarden Euro haben Firmen 2010 an Hochschulen gegeben. | |
| Auf einer neuen Whistleblowing-Website sammelt die taz ab sofort solche | |
| Fälle. | |
| Ärzte und Korruption: Dank der Gesetzeslücke | |
| Bundesgesundheitsminister Bahr will gegen Bestechung bei Ärzten vorgehen. | |
| Auch die CSU fordert: Korrupten Medizinern müsse die Zulassung entzogen | |
| werden können. | |
| Gesetz gegen bestechliche Ärzte: Korrupte Kooperationen | |
| Ärzte dürfen keine Geschenke für ihre Arbeit annehmen, doch Verstöße werden | |
| selten verfolgt. Nun fordern Krankenkassen und Gesundheitspolitiker ein | |
| Gesetz. | |
| Dubiose Baugeschäfte in NRW: Piraten erzwingen Aufklärung | |
| Eine Landes-Firma in NRW soll mit Baugeschäften einen Millionenschaden | |
| verursacht haben. Nun wurde der zweite Untersuchungsausschuss eingesetzt. |