| # taz.de -- Nach dem Koalitions-Aus in Brandenburg: Verbliebene BSW-Minister:in… | |
| > Auch die letzten beiden BSW-Minister:innen verlassen nach dem | |
| > Koalitionsbruch in Brandenburg die Partei. Sie wollen vorerst weiter Teil | |
| > der Regierung bleiben. | |
| Bild: Grüße an Sahra: Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller und I… | |
| Das BSW feiert an diesem Donnerstag seinen zweiten Geburtstag – und die | |
| beiden nach dem Koalitionsbruch in Brandenburg in der Regierung | |
| verbliebenen Minister:innen der Wagenknecht-Partei haben ein ganz | |
| besonderes Geschenk mitgebracht: Sowohl Gesundheitsministerin Britta Müller | |
| als auch Infrastrukturminister Detlef Tabbert verkündeten am Vormittag | |
| ihren Parteiaustritt. | |
| „Wir wollen Entscheidungen treffen, die sich an der Lebenswirklichkeit der | |
| Menschen orientieren, nicht an den Logiken innerparteilicher Konflikte“, | |
| teilten Tabbert und Müller [1][pünktlich zum Parteijubiläum] mit. Ihr | |
| Augenmerk gelte nach dem Scheitern der SPD-BSW-Koalition „einzig der Frage, | |
| wie wir Brandenburg gut durch diese politische Phase führen – nicht | |
| parteitaktischen Auseinandersetzungen“. | |
| Nach monatelangem Gepolter der BSW-Landtagsfraktion gegen die eigene | |
| Regierung hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag [2][die | |
| erst gut ein Jahr alte Koalition mit der Wagenknecht-Partei aufgekündigt]. | |
| Woidke erklärte, zunächst mit einer Minderheitsregierung weitermachen zu | |
| wollen. Perspektivisch möchte er Koalitionsgespräche mit der | |
| oppositionellen CDU aufnehmen. | |
| Das ungewöhnliche Detail: Unabhängig von ihrem Parteibuch sollten die | |
| BSW-Minister:innen so lange im Amt bleiben, bis eine neue Regierung steht. | |
| Die Parteibuchfrage ist jetzt obsolet. Bereits am Montag [3][hatte | |
| Finanzminister Robert Crumbach das BSW verlassen], nun folgten Britta | |
| Müller und Detlef Tabbert. | |
| ## BSW-Landeschefin wittert Verrat | |
| Wie bei Crumbachs Abgang von der BSW-Fahne gibt sich die Brandenburger | |
| Landesvorsitzende der Partei, Friederike Benda, auch im Fall von Tabbert | |
| und Müller außerordentlich empört. „Es ist für jeden offenkundig, dass | |
| Leute mit Karriereabsichten in die Partei gekommen sind, um Posten zu | |
| erhaschen. Und dass sie nun das Parteibuch wieder abgeben, um so lange wie | |
| möglich ihre Posten zu behalten“, teilte Benda mit. | |
| Gesundheitsministerin Britta Müller war erst vor gut vier Monaten der | |
| Wagenknecht-Partei beigetreten, zuvor war sie als Parteilose auf BSW-Ticket | |
| im Woidke-Kabinett. „Dass eine amtierende Ministerin sich für das BSW | |
| entscheidet, ist Rückenwind“, tönte Friederike Benda damals. Mehr noch: | |
| „Dieses Signal strahlt weit über Brandenburg hinaus.“ | |
| Noch beim BSW-Bundesparteitag Anfang Dezember wurde Müller auch von | |
| Parteigründerin Sahra Wagenknecht [4][ausdrücklich für ihre Arbeit gelobt]. | |
| Aus und vorbei. Nichts strahlt mehr. Und Wagenknechts treue Brandenburger | |
| Statthalterin Benda sieht sich übel getäuscht. „Nicht jeder dieser | |
| Glücksritter ist leider vorab erkennbar“, teilte sie mit. | |
| ## Minister mit Lust auf Hobbys | |
| Britta Müller und Detlef Tabbert kündigten am Donnerstagnachmittag zugleich | |
| wenig Glücksritterliches an. Beide zeigten keinerlei Ambitionen, Teil einer | |
| späteren Regierung von SPD und CDU zu sein. Nach dem Ende der | |
| Minderheitsregierung wolle sie wieder ihren alten Posten bei der AOK in | |
| Sachsen-Anhalt antreten, sagte Müller. Tabbert erklärte, er plane, sich | |
| nach seinem späteren Aus als Minister seinen vielen Hobbys zu widmen und | |
| karitative Arbeit zu leisten. | |
| Auch an einem Eintritt in eine neue Partei ist der ehemalige Linken-Mann | |
| Tabbert ebenso wenig interessiert wie die ehemalige SPD-Genossin Müller. | |
| „Ich habe auch nicht die Absicht, in ein oder zwei Jahren in irgendeine | |
| Partei einzutreten“, sagte Tabbert. | |
| Das am 8. Januar 2024 gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht steckt seit | |
| langem in einer tiefen Krise. Sachsen-Anhalt, Hamburg, Brandenburg: | |
| [5][Etliche Landesverbände beschäftigen sich vor allem mit sich selbst], | |
| Gegner:innen und Befürworter:innen von Regierungsbeteiligungen | |
| stehen sich spinnefeind gegenüber. In Brandenburg hat sich die Frage | |
| erledigt. | |
| 8 Jan 2026 | |
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| ## AUTOREN | |
| Rainer Rutz | |
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