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# taz.de -- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Was die AfD von der Macht fernhält
> Die AfD spielt acht Monate vor der Wahl in Sachsen-Anhalt schon die
> Siegerin. Aktuell regiert eine nervöse CDU. Doch es gibt auch Gegenwehr.
Bild: Erst Kreuzchen, dann Kippchen: Wahllokal in Wolferode, Sachsen-Anhalt, be…
Fünf Bundesländer wählen in diesem Jahr ihre Landtage neu. Vor allem
Sachsen-Anhalt steht im Fokus. Nirgendwo ist die Zustimmung für die AfD so
hoch wie dort. [1][Ulrich Siegmund, der AfD-Spitzenkandidat], hat die
absolute Mehrheit als Ziel gesetzt.
Acht Monate vor der Wahl wirken die AfD-Anhänger:innen schon siegestrunken.
Bundesweit glauben laut einer repräsentativen Umfrage vier von fünf
AfD-Wähler:innen, dass ihre Partei in diesem Jahr einen Regierungschef
stellen wird. Doch selbst in Sachsen-Anhalt gibt es einige Faktoren, die
das verhindern könnten.
Etwa 1,7 Millionen Menschen sind am 6. September wahlberechtigt. Wenige
tausend Stimmen können da schon ein Prozent mehr oder weniger ausmachen.
Die letzten repräsentativen Umfragen sind schon etwas her. Im Herbst gaben
rund 40 Prozent an, sie würden ihre Stimme der AfD geben. Bei der CDU
würden demnach weniger als 30 Prozent ihr Kreuz setzen.
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) klingt entsprechend beunruhigt. Bei
der Wahl gehe es „um die Systemfrage“, betont er. Entweder Demokratie oder
AfD, beides gehe nicht. Seit fast 15 Jahren ist Haseloff Landesvater. Kein
anderer Politiker ist so bekannt und beliebt wie er. In diesem Jahr tritt
er nicht mehr an.
An der CDU-Spitze steht in diesem Jahr Sven Schulze. Der
Wirtschaftsminister ist deutlich unbekannter. Zwar verspricht er, dass
seine politischen Vorstellungen mit denen von Haseloff übereinstimmen. Er
setzt auf [2][Alltagsthemen statt auf Migration, grenzt sich von der AfD
ab], ohne ständig von ihr zu sprechen.
## AfD will absolute Mehrheit
Kein Spitzenkandidat kann sich dieses Jahr also auf den Amtsbonus
verlassen. Das ist anders als 2021. Damals lag die Union in den Umfragen
mit der AfD gleich auf, aber bei der Wahl bekam sie 17 Prozentpunkte mehr.
Die Sorge vor einem AfD-Sieg trieb viele Wähler:innen zur CDU. Ob ein
solcher Sprung in der letzten Sekunde auch in diesem Jahr klappen könnte,
ist ungewiss.
Und damit kommen wir zum „Was wäre wenn“. Erreicht die AfD keine absolute
Mehrheit, wäre Schulzes CDU für eine Regierung auf andere Parteien
angewiesen. Wenn es so kommen würde, wie es die Umfragen andeuten, blieben
ihm nur das BSW und die SPD mit je 6 Prozent. Die Grünen und die FDP würden
an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Die Linke bekäme zwar 11 Prozent, aber
eine Koalition mit ihr ist für viele CDU-Wähler:innen und -Politiker:innen
undenkbar. Hieße also: Regieren ohne Mehrheit, wie in Sachsen und
Thüringen.
Jede Partei weniger im Parlament bedeutet für Ulrich Siegmund und seine AfD
einen Schritt näher an die absolute Mehrheit. Rutschen auch die SPD und das
BSW unter die 5-Prozent-Hürde, bekäme die AfD mit 40 Prozent der Stimmen 43
von 83 Sitzen im Landtag und damit die absolute Mehrheit.
Andersherum rückt jede weitere Partei im Parlament die AfD von der
absoluten Mehrheit weg. Schaffen es Grüne und FDP in den Landtag, bekäme
die AfD mit angenommenen 40 Prozent nur 34 Sitze.
Um die Wähler in Sachsen-Anhalt zu überzeugen, dürfe der AfD nicht der
ländliche Raum überlassen werden, mahnt der Magdeburger
Rechtsextremismusexperte David Begrich, zuletzt im [3][Interview beim
Freien Radio Corax]. Die AfD sei gut darin, die öffentliche Wahrnehmung zu
dominieren. Es gelte, dem etwas entgegenzusetzen. Überall im Land gebe es
Protest gegen die AfD. Es sei wichtig, diesen zu unterstützen und ihm
Aufmerksamkeit zu geben. So sieht das nicht nur Begrich. Die
Kampagnenplattform [4][Campact sammelt Spenden], um einen
Anti-AfD-Wahlkampf zu finanzieren und Vereine in Sachsen-Anhalt
unterstützen.
4 Jan 2026
## LINKS
[1] /Streit-in-AfD-Sachsen-Anhalt-eskaliert/!6139626
[2] /Neuer-CDU-Spitzenmann-in-Sachsen-Anhalt/!6126036
[3] https://radiocorax.de/sachsen-anhalt-afd-vor-der-macht-im-gespraech-mit-dav…
[4] https://aktion.campact.de/rechtsextremismus/no-afd-fonds/spenden
## AUTOREN
David Muschenich
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