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# taz.de -- Cancel Culture beim Toronto-Filmfestival: Kleingeistige Banalität …
> Auf dem Toronto-Festival sollte die Doku „The Road Between Us“ nicht
> laufen. Erst nach Protesten entschied die Leitung, den Film wieder
> aufzunehmen.
Bild: Es soll das Trauma vom 7. Oktober 2023 überwinden helfen: Nova-Festival …
Vor Kurzem hatte das [1][Toronto Filmfestival den israelischen
Dokumentarfilm „The Road Between Us“ aus dem Programm] genommen. Dass
israelische Beiträge boykottiert werden, ist nicht neu. In der
selbsternannten progressiven Kunstszene gilt Zensur inzwischen als höchste
Form der Meinungsfreiheit. Diesmal traf es Barry Avrichs Film, der die
Gräuel des 7. Oktober 2023 ungefiltert zeigt. Die Täter hatten voller Stolz
ihre Verbrechen selbst dokumentiert: [2][Vergewaltigungen, Enthauptungen,
lebendig verbrannte Menschen, verstümmelte Leichen].
Die Entscheidung, Avrichs Film zu zensieren, traf Cameron Bailey, einer der
mächtigsten Kulturmanager Kanadas. Offizielle Begründung: Die Freigabe der
Hamas-Livestreams fehlte. Man staune: Die Produzenten hatten tatsächlich
versäumt, bei den Terroristen höflich um Erlaubnis zu bitten, ihre
Snuff-Videos zu verwenden. Aus Angst vor dem Furor jener, die Palästinenser
als ewige Opfer verklären und sich über jede abweichende Darstellung
empören, zog er sich hinter den Schutzschild der Bürokratie zurück. Diese
kleingeistige Entscheidung verkörpert die Banalität des Bürokraten:
Paragrafen wiegen schwerer als Empathie. Sein Opportunismus atmet den
Zeitgeist: Palästina [3][„from the river to the sea“] ist schwer in. Die
Ironie? Gerade seine vorgetäuschte Neutralität entlarvt seine Parteinahme.
Denkt man das Absurde zu Ende, dann müsste ein Gericht einen Vergewaltiger
erst um die Freigabe seiner Handyaufnahmen bitten, bevor sie als
Beweismittel gelten. Oder: Ein Priester missbraucht die ihm unterstellten
Kinder? Er möge doch bitte in Gottes Namen seine Tagebuchnotizen zur
Verfügung stellen. Spätestens seit dem Toronto-Eklat wissen wir: In der
Kunstszene zählen Beweise erst, wenn der Täter sie freigibt.
Zu guter Letzt kam der Film – nach heftigen Protesten – zurück ins
Programm, er sollte also irgendwann zwischen dem 4. und 14. September auf
dem Festival laufen. Doch die Freigabe des Massakers musste warten, bis die
Paragrafen sortiert waren. Wie abgedreht.
24 Aug 2025
## LINKS
[1] /Aufnahmen-vom-Hamas-Angriff-am-710/!6107134
[2] https://www.belltower.news/film-des-hamas-massakers-47-minuten-des-terrors-…
[3] /Parole-From-the-River-to-the-Sea/!6102016
## AUTOREN
Louis Lewitan
## TAGS
cancel culture
Toronto
Festival
Hamas
Film
Israel
talkshow
Schwerpunkt Kunst und Kolonialismus
Nahost-Debatten
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