# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Wadephul will mehr humanitäre… | |
> Wadephul reist heute nach Israel und Gaza und spricht sich vorab für mehr | |
> humanitäre Hilfe aus. Frankreich fordert die Auflösung der | |
> GHF-Hilfsorganisation | |
Bild: Außenminister Johann Wadephul (CDU) kommt zu seinem Besuch in Israel auf… | |
## USA verhängen Sanktionen gegen Autonomiebehörde | |
Die USA haben Sanktionen gegen die Palästinensische Autonomiebehörde sowie | |
gegen die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) verhängt. Zur | |
Begründung erklärte am Donnerstag das Außenministerium in Washington, beide | |
Organisationen unterstützten weiterhin den „Terrorismus“ und riefen zur | |
Gewalt auf. Die Sanktionen bestehen nach Angaben des Ministeriums darin, | |
dass Mitgliedern der im Westjordanland ansässigen Autonomiebehörde sowie | |
der PLO US-Visa verweigert werden. (afp) | |
## Frankreich fordert Auflösung der GHF-Hilfsorganisation | |
Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot fordert die Auflösung der von | |
Israel und den USA unterstützen Hilfsorganisation Gaza Humanitarian | |
Foundation (GHF). Die GHF habe dazu geführt, dass unter den Hilfesuchenden | |
vor Verteilstellen ein Blutbad angerichtet wurde, sagt er nach einem | |
Treffen mit seinem zyprischen Amtskollegen in Nikosia vor Journalisten. Die | |
GHF ist seit Mai im Gazastreifen aktiv und war wochenlang die einzige | |
Organisation, die im von Israel abgeriegelten Gazastreifen Hilfen | |
verteilte. Die UN lehnen die GHF, die von Israel und den USA unterstützt | |
wird, ab. Sie kritisieren ihre Lebensmittel-Verteilung als unzureichend, | |
gefährlich und parteiisch. Hunderte Palästinenser seien bei dem Versuch | |
getötet worden, zu den Verteilzentren zu gelangen oder dort Hilfsgüter zu | |
bekommen. (rtr) | |
## Wadephul will mehr humanitäre Hilfe für Gaza bewirken | |
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte die israelische | |
Regierung am Donnerstag vor einer Reise in das Land auf, der UNO und | |
internationalen Hilfsorganisationen die Verteilung dringend benötigter | |
Hilfsgüter zu ermöglichen. | |
Die israelische Regierung solle einen „sicheren Zugang und vor allem auch | |
sichere und effektive Verteilung“ im Gazastreifen gewähren, erklärte | |
Wadephul kurz vor seiner Abreise nach Israel. Das Land müsse „sofort, | |
umfassend und nachhaltig für Abhilfe bei der katastrophalen Lage im | |
Gazastreifen sorgen“. Die Vereinten Nationen hatten am Dienstag vor einer | |
sich im Gazastreifen ausbreitenden Hungersnot gewarnt. | |
Zugleich sprach sich Wadephul für einen Prozess aus, an dessen Ende die | |
Anerkennung eines palästinensischen Staates steht. „Um den Konflikt | |
nachhaltig zu lösen, bleibt eine verhandelte Zweistaatenlösung der einzige | |
Weg, der den Menschen auf beiden Seiten ein Leben in Frieden, Sicherheit | |
und Würde ermöglicht“, erklärte der CDU-Politiker, der bei seinem Besuch in | |
Israel unter anderem seinen israelischen Kollegen Gideon Saar und | |
Regierungschef Benjamin Netanjahu treffen will. | |
Für Deutschland stehe „die Anerkennung eines palästinensischen Staats eher | |
am Ende des Prozesses“. „Aber ein solcher Prozess muss jetzt beginnen“, | |
forderte der Bundesaußenminister und fügte ohne nähere Erläuterung hinzu: | |
„Auf einseitige Schritte wird auch Deutschland gezwungen sein, zu | |
reagieren.“ (afp) | |
## Kanada will Palästina als Staat anerkennen | |
Nach Frankreich will auch Kanada Palästina als Staat anerkennen. „Kanada | |
beabsichtigt, den Staat Palästina in der 80. Sitzung der UN-Vollversammlung | |
im September 2025 anzuerkennen“, sagte [1][Ministerpräsident Mark Carney]. | |
Er begründete den Schritt mit zunehmend schlechteren Aussichten auf | |
[2][eine Zweistaatenlösung in Nahost] und prangerte die Lage im | |
Westjordanland sowie die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen an. | |
Kanada schließt sich damit als erstes G7-Land der französischen Ankündigung | |
von vergangener Woche an. Auch Großbritannien drohte Israel zuletzt offen | |
mit einer Anerkennung Palästinas, falls die Regierung von Ministerpräsident | |
Benjamin Netanjahu den Gaza-Krieg und das Leiden der Palästinenser nicht | |
beenden sollte. | |
Auf Nachfrage stellte Carney klar, dass es sich um eine Absichtserklärung | |
seiner Regierung handle. Theoretisch sei ein Szenario möglich, dass er | |
seine Entscheidung wieder zurücknehme, auch wenn er sich das zurzeit nicht | |
vorstellen könne, sagte Carney.Israels Regierung verurteilte Carneys | |
Entscheidung. Der Kurswechsel der kanadischen Regierung sei eine Belohnung | |
für die palästinensische Terrororganisation Hamas, kritisierte das | |
Außenministerium. Er schade den Bemühungen um eine Waffenruhe im Gaza-Krieg | |
und eine Freilassung der von den Islamisten im Gazastreifen festgehaltenen | |
Geiseln. (dpa) | |
## Außenminister Wadephul reist nach Nahost | |
Inmitten stetig schärfer werdender Kritik an der israelischen Kriegsführung | |
in Gaza fliegt [3][Außenminister Johann Wadephul] zu politischen Gesprächen | |
nach Tel Aviv. Deren Verlauf dürfte auch Einfluss darauf haben, ob sich | |
Deutschland der Forderung nach Sanktionen gegen seinen engen Partner | |
anschließt. Sollte es dazu kommen, wäre dies ein Novum in den | |
deutsch-israelischen Beziehungen. | |
Der aktuelle Nahost-Konflikt bringt die Bundesregierung gleich in | |
mehrfacher Hinsicht in eine Zwickmühle. Da ist einerseits die besondere | |
Verantwortung für den jüdischen Staat, in der sich Deutschland wegen des | |
Holocausts sieht. Bis heute werden deutsche Politiker nicht müde zu | |
betonen, dass die Existenz und Sicherheit Israels „Teil der deutschen | |
Staatsraison“ sei. | |
Andererseits bleiben die Bilder aus dem Gazastreifen nicht ohne Wirkung. | |
Zwar mahnte schon die Ampel-Regierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD), Israel | |
müsse im Gaza-Krieg die Regeln des humanitären Völkerrechts einhalten. | |
Nachfolger Friedrich Merz (CDU) schlägt inzwischen aber deutlich | |
kritischere Töne an. | |
Auch Trumps Sondergesandter Steve Witkoff reist US-Medienberichten zufolge | |
spätestens am Donnerstag nach Israel, um über die katastrophale humanitäre | |
Lage im Gazastreifen zu sprechen. Damit wäre er dann gleichzeitig mit | |
Wadephul in der Region unterwegs. (dpa) | |
## Kulturschaffende schicken offenem Brief an Merz | |
Angesichts der humanitären Lage im Gazastreifen haben mehr als 150 | |
Kulturschaffende Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem offenen Brief | |
zu konkreten Maßnahmen aufgefordert. „Sie haben in den letzten Tagen | |
Stellung bezogen und die israelische Regierung kritisiert“, hieß es in dem | |
Schreiben, welches dem Magazin „Spiegel“ (Donnerstag) vorliegt, und unter | |
anderem von dem Moderator Joko Winterscheidt und den Schauspielern Benno | |
Fürmann und Anna Thalbach unterzeichnet wurde. | |
„Worte alleine retten keine Leben“, hieß es in dem Brief weiter. Konkret | |
fordern die mehr als 150 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, die „die | |
grauenvollen Verbrechen der Hamas aufs Schärfste“ in dem Brief verurteilen, | |
drei Maßnahmen: Einen Stopp aller deutschen Waffenexporte an Israel, ein | |
Aussetzen des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel und einen | |
sofortigen Waffenstillstand und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe | |
in den Gazastreifen. | |
Überschrieben ist der Brief mit den Worten: „Lassen Sie Gaza nicht sterben, | |
Herr Merz.“ Israel steht angesichts der katastrophalen humanitären Lage im | |
Gazastreifen nach fast 22 Monaten Krieg international immer mehr unter | |
Druck. 28 Staaten unterzeichneten in der vergangenen Woche einen Appell an | |
Israel zu einer sofortigen Beendigung des Krieges im Gazastreifen. | |
Deutschland gehörte nicht zu den Unterzeichner-Staaten. Am Montag kündigte | |
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Luftbrücke für Hilfsgüter für den | |
Gazastreifen gemeinsam mit Jordanien an. Hilfsorganisationen kritisierten | |
die Maßnahme als unzureichend. (afp) | |
## USA: Anerkennung von Palästina wäre Belohnung für Hamas | |
Die Anerkennung eines Palästinenserstaates wäre nach Ansicht von | |
US-Präsident Donald Trump eine Belohnung für die Hamas. Die | |
radikal-islamische Palästinenserorganisation dürfe nicht belohnt werden, | |
teilt ein Vertreter des Weißen Hauses mit. US-Präsident Trump werde Hamas | |
nicht belohnen. Er konzentriere sich darauf, die Menschen in Gaza mit | |
Nahrungsmitteln zu versorgen. (rtr) | |
## Hisbollah weist Rufe nach Entwaffnung zurück | |
Die libanesische Hisbollah-Miliz lehnt Forderungen nach einer Entwaffnung | |
ab. „Wir werden uns Israel nicht unterwerfen“, sagt ihr Anführer Naim | |
Kassem. Eine Entwaffnung der Gruppe diene einzig Israel, erklärt er in | |
einer Fernsehansprache. Die USA drängen den Libanon, die Entwaffnung der | |
pro-iranischen Miliz voranzutreiben. (rtr) | |
31 Jul 2025 | |
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