| # taz.de -- Parlamentswahl in Bulgarien: Mitte-rechts-Bündnis liegt vorn | |
| > Die fünfte Wahl in nur zwei Jahren: Hochrechnungen zufolge führt das | |
| > konservative prowestliche Lager um Boiko Borissow. | |
| Bild: Ehemaliger und wohl künftiger Regierungschef: Boiko Borissow | |
| Sofia dpa | Nach der [1][Parlamentswahl in Bulgarien] sehen die jüngsten | |
| Hochrechnungen inzwischen doch das Mitte-rechts-Bündnis des früheren | |
| Ministerpräsidenten Boiko Borissow in Führung. Sein Bündnis kam demnach auf | |
| rund 26 Prozent der Stimmen bei der Wahl am Sonntag – der fünften binnen | |
| zwei Jahren. Der liberal-konservative Block lag mit rund 25 Prozent knapp | |
| dahinter. | |
| In ersten Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen hatte die Reihenfolge | |
| der politischen Lager, die beide als prowestlich gelten, noch umgekehrt | |
| ausgesehen. Die Hochrechnungen wurden in der Nacht zu Montag von drei | |
| Meinungsforschungsinstituten veröffentlicht. | |
| Borissows Bündnis GERB-SDS hatte das zur EU und Nato gehörende Land bereits | |
| bis 2021 regiert – damals endete seine dritte Amtszeit als | |
| Ministerpräsident. Sein Lager ist sich mit dem liberal-konservativen | |
| Wahlblock PP-DB einig über die Unterstützung der [2][Ukraine im Krieg gegen | |
| Russland]. Beide befürworten auch Waffenlieferungen an das angegriffene | |
| Land. | |
| Das Parlament in Sofia hatte Ende 2022 ein erstes militärisches Hilfspaket | |
| für Kyjiw beschlossen. Doch Staatschef Rumen Radew erklärte, dass Bulgarien | |
| keine Waffen an die Ukraine liefern werde, solange das von ihm eingesetzte | |
| Übergangskabinett regiert. Borissow rief die prowestlich ausgerichteten | |
| Parteien auf, nach dieser Wahl unbedingt eine reguläre Regierung zu bilden. | |
| ## Korruptionsvorwürfe gegen GERB-SDS | |
| Die PP und DB waren bis Juni 2022 an einer Vier-Parteien-Regierung mit | |
| Ministerpräsident Kiril Petkow (PP) beteiligt, die per Misstrauensvotum | |
| gestürzt wurde. Das Bündnis GERB-SDS war 2021 nach Korruptionsvorwürfen und | |
| Protesten abgewählt worden. | |
| Korruption ist ein weit verbreitetes Problem in dem Land mit 6,5 Millionen | |
| Einwohnern. Gemessen an der Wirtschaftsleistung pro Kopf ist Bulgarien der | |
| ärmste EU-Mitgliedstaat. | |
| Ins Parlament dürften den Hochrechnungen zufolge mindestens fünf Parteien | |
| einziehen – darunter die prorussische und nationalistische Wasraschdane | |
| (Wiedergeburt) sowie die bis 2022 mitregierenden russlandfreundlichen | |
| Sozialisten. Das amtliche Endergebnis soll bis spätestens Donnerstag | |
| vorliegen. | |
| 3 Apr 2023 | |
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