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# taz.de -- Steigende Energiepreise: Teurer Sprit ist gut fürs Klima
> Wenn die Erderwärmung gestoppt werden soll, führt an Preissteigerungen
> für fossile Brennstoffe kein Weg vorbei. Auch nicht beim Ausbau des ÖPNV.
Bild: Klimaschutz geht nur mit mehr ÖPNV. Bus auf dem Land bei Mühlheim an de…
Seit Wochen steigen die [1][Energiepreise in Deutschland], vor allem für
Sprit und Gas. Für den Klimaschutz ist das eine gute Nachricht: Verteuern
sich fossile Brennstoffe, wird es auch teurer, CO2 in die Luft zu blasen
und damit den [2][Klimawandel] anzuheizen. Der Verbraucher soll nach
Alternativen suchen, die das Klima nicht so stark belasten und weniger CO2
erzeugen. Dass es jetzt so viele Forderungen gibt, zum Beispiel die
CO2-Abgabe auf Sprit auszusetzen, zeigt eine gewisse Verlogenheit:
Wir wollen das Klima schützen, es darf aber nicht wehtun. Die Frage ist,
wie sehr es wehtun darf, ob und wie die Politik reagieren muss. Zunächst
einmal: Sprit ist im Vergleich zum Einkommen früher deutlich teurer
gewesen. Die Deutschen mussten anteilig mehr für Treibstoff ausgeben als
heutzutage. Manche wollen damit zeigen, dass heute alles nicht so schlimm
ist. Die Politik müsste nichts tun. Aber diese Betrachtung greift zu kurz
und ist nur theoretisch wichtig.
Denn das Wissen, dass in der Vergangenheit alles noch schlimmer war, hilft
nicht, die Probleme heute zu lösen. Niemand hat ein Anrecht auf dauerhaft
niedrige Spritpreise. Sie schwanken seit Jahren. Wer jetzt an der Zapfsäule
viel bezahlen muss, fährt oft auch ein besonders großes, teures Auto mit
entsprechend hohem Verbrauch. Diese Autofahrer hätten es wissen können.
Ihnen war anderes beim Fahrzeugkauf wichtig, als wenig CO2 auszustoßen. Das
ist völlig in Ordnung, nur müssen sie auch die Folgen tragen.
Schwierig wird es allerdings für diejenigen, die wenig verdienen, ältere
Fahrzeuge fahren und auf das Auto angewiesen sind. Und hier sollte der
Staat gegensteuern, um sie nicht über Gebühr zu belasten. Kurzfristig die
beste und sozial gerechteste Lösung sind pauschale Zahlungen in
einheitlicher Höhe an die Bürger und Bürgerinnen.
Mittelfristig sollte der Staat das Geld besser einsetzen und zum Beispiel
den [3][Nahverkehr vor allem auf dem Land] verbessern. Denn nur, wer eine
Alternative zum eigenen Auto hat, kann umsteigen. Und natürlich sollten
alle angesichts der steigenden Preise über ihren Verbrauch nachdenken.
26 Oct 2021
## LINKS
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## AUTOREN
Björn Hartmann
## TAGS
Erderwärmung
Fossile Brennstoffe
CO2-Emissionen
CO2-Steuer
Schwerpunkt Klimawandel
Christian Lindner
Schwerpunkt Klimawandel
Ampel-Koalition
ÖPNV
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