| # taz.de -- Senats-Strategie gegen Diskriminierung: Grün sagt gleich, also bald | |
| > Im Sommer sollte der Hamburger Senat eine Strategie gegen Diskriminierung | |
| > vorlegen. Passiert ist nichts. Schuld soll die Wissenschaftsbehörde sein. | |
| Bild: Noch nicht selbstverständlich: Keiner soll wegen seiner sexuellen Orient… | |
| Hamburg taz | Die Antwort steht aus. Bereits zur Mitte vergangenen Jahres – | |
| so hat es die Bürgerschaft gefordert – sollte der rot-grüne Senat eine | |
| Fortschreibung der Hamburger [1][Antidiskriminierungsstrategie] vorlegen. | |
| Es geht dabei um ein Konzept, wie die staatlichen Aktivitäten gegen | |
| Diskriminierung von Frauen, MigrantInnen, von Menschen mit Behinderungen | |
| und anderen benachteiligten Gruppen koordiniert, gebündelt und verstärkt | |
| werden können. | |
| Vor allem sollen auch neue Tendenzen, wie Hassreden und die zunehmende | |
| Salonfähigkeit rassistischer und nationalistischer Beiträge und Angriffe im | |
| Internet, in eine aktualisierte Strategie mit einfließen. | |
| „Diskriminierungsbekämpfung hat für uns eine hohe Priorität“, betont etwa | |
| der integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, [2][Kazim Abaci.] | |
| Bereits im Sommer sollte ein Konzept, entwickelt von der Sozialbehörde und | |
| der Behörde für Gleichstellung und Wissenschaft, der Bürgerschaft vorgelegt | |
| werden, um noch in der laufenden Legislaturperiode die | |
| Antidiskriminierungsarbeit zu stärken. Passiert aber ist bislang nichts – | |
| immer wieder wurde der Termin verschoben. | |
| „Das Prozedere ist unglaublich schleppend“, klagt auch die Abgeordnete der | |
| Linkspartei, Carola Ensslen. Sie beklagt vor allem, dass die Auswertung der | |
| Erfolge und Misserfolge der bisherigen Maßnahmen gegen Diskriminierung auf | |
| sich warten lasse. | |
| ## Unklare Zuständigkeit | |
| Dass das Thema jetzt aufploppt, hat auch Wahlkampf-Gründe. Denn während die | |
| von der SPD geleitete Sozialbehörde dem Vernehmen nach schon vor Monaten | |
| ihren Beitrag geliefert hat – stockt der Prozess in der von der grünen | |
| Bürgermeisterkandidatin Katharina Fegebank geleiteten | |
| Gleichstellungsbehörde. | |
| Nach Informationen der taz war die zuständige Referentin mehrere Monate | |
| erkrankt. Für eine sozialdemokratische Abgeordnete, die ihren Namen nicht | |
| in der Zeitung lesen möchte, ist die verschleppte Strategie hingegen ein | |
| Zeichen, „dass es die Fegebank einfach nicht hinbekommt, nicht mal bei | |
| solch urgrünen Anliegen“. | |
| Die Sprecherin der [3][Gleichstellungsbehörde], Anne-Kathrin Herrmann, | |
| versichert dagegen: „Es ist für uns ein wichtiges Thema, dass wir nicht | |
| schleifen lassen – wir sind am Ball.“ Eine einheitliche Gesamtstrategie | |
| bedürfe einer zentralen Antidiskriminierungsstelle, einer klaren | |
| Zuständigkeit, die es in Hamburg derzeit nicht gebe. Der von der | |
| Bürgerschaft verlangte Konzeptentwurf werde „derzeit behördenintern | |
| abgestimmt“. | |
| Möglicherweise soll er doch noch zeitnah in der Bürgerschaft diskutiert | |
| werden. Zwei Tage nachdem die taz in den Behörden nachgefragt hatte, | |
| flatterte den zuständigen Abgeordneten der rot-grünen Koalition eine | |
| Einladung der Gleichstellungsbehörde auf den Tisch, am 7. Januar die neue | |
| Antidiskriminierungsstrategie koalitionsintern zu diskutieren. | |
| Auch für die SPD ein Zeichen, dass es nun endlich vorangeht. Kazim Abaci: | |
| „Ich hätte mir gewünscht, dass wir schon weiter wären, habe aber keinen | |
| Zweifel daran, dass die Wissenschaftsbehörde die verbleibende Zeit der | |
| Legislaturperiode nutzen wird, um die Strategie auf den Weg zu bringen.“ | |
| 6 Jan 2020 | |
| ## LINKS | |
| [1] https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/64845/haushaltsplan_entwur… | |
| [2] https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/64845/haushaltsplan_entwur… | |
| [3] https://www.hamburg.de/bwfg/ | |
| ## AUTOREN | |
| Marco Carini | |
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| Diskriminierung | |
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