| # taz.de -- Berliner Stromnetz: Verzögerungstaktik gescheitert | |
| > Vattenfall scheitert mit einer Klage gegen das Vergabeverfahren des | |
| > Stromnetzes. Eine Entscheidung über die Konzession rückt jetzt näher. | |
| Bild: Stromleitungen eines Umspannwerkes | |
| Berlin taz | Drei Jahre nach Ablauf der Konzession für das Betreiben des | |
| Berliner Stromnetzes ist das [1][Verfahren für die Neuvergabe] noch immer | |
| nicht abgeschlossen. Und geht es nach Vattenfall bleibt das noch lange so. | |
| Denn so lange kein Nachfolger bestimmt werden kann, betreibt der Konzern | |
| das Netz einfach selbst weiter – und fährt Gewinne ein. Mit einer Klage | |
| gegen die Kriterien im aktuellen Vergabeverfahren ist Vattenfall am | |
| Dienstag allerdings gescheitert. Das Landgericht Berlin sieht keine | |
| erheblichen Gründe, das Verfahren zu stoppen. | |
| Vattenfall hatte in einer über 300 Seiten langen Klageschrift mehr als 200 | |
| Kriterien moniert, die eine faire Vergabe der neuen Konzession verhindern | |
| würden. Ein Erfolg hätte die Vergabe auf den Stand vor Festlegung der | |
| Kriterien zurückgeworfen und eine weitere Verzögerung bedeutet. Neben | |
| Vattenfall bemühen sich der extra gegründete landeseigene Betrieb Berlin | |
| Energie und die Genossenschaft Bürger Energie Berlin um das Netz. Letztere | |
| will 25,1 Prozent übernehmen und das Netz gemeinsam mit dem Land betreiben. | |
| Das Gericht betonte Berlins „Ermessensspielraum“ bei der Festlegung der | |
| Kriterien. Dies gelte „auch dann, wenn das Land sich selbst an dem | |
| Vergabeverfahren beteilige“. | |
| Wie das Gericht weiter ausführte, sei die Ausschreibung geeignet, „den | |
| Besten auszuwählen (…), um eine möglichst preisgünstige, | |
| verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der | |
| Allgemeinheit mit Strom, zu erreichen“. Vattenfall kann gegen das Urteil | |
| vor dem Kammergericht Berufung einlegen. | |
| Luise Neumann-Cosel, Vorstand von Bürger Energie Berlin, sagte: „Statt | |
| weiter die Rekommunalisierung des Stromnetzes zu behindern, sollte | |
| Vattenfall seine Blockadehaltung aufgeben.“ Stefan Taschner, | |
| energiepolitischer Sprecher der Grünen sagte: „Das Urteil stärkt die | |
| Koalition in ihrem Ziel das Berliner Stromnetz zu rekommunalisieren.“ Sein | |
| Linksfraktions-Kollege Michael Efler forderte Vattenfall auf, nicht mehr in | |
| die nächste Instanz zu gehen. | |
| 14 Nov 2017 | |
| ## LINKS | |
| [1] /Stromnetz-Ausschreibung/!5340798 | |
| ## AUTOREN | |
| Erik Peter | |
| ## TAGS | |
| Vattenfall | |
| Strom | |
| Stromnetz | |
| Energiewende | |
| Bürgerenergie | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Energieversorgung in den Kommunen: Stromnetz zurück in Berliner Hand | |
| Der Vattenfall-Konzern muss das Berliner Stromnetz an einen Landesbetrieb | |
| abgeben. Die Entscheidung folgt einem bundesweiten Trend. | |
| Stromnetz-Ausschreibung: Gezerre um den Landes-Stecker | |
| Die Suche nach dem künftigen Stromnetz-Betreiber ist in die heiße Phase | |
| eingetreten. Dank politischer Rückendeckung hat Vattenfall beste Chancen | |
| Energie: Gasag soll in Landeshand | |
| Die Linksfraktion fordert, dass Berlin die Gasag kauft. So könne das Land | |
| mehr Einfluss auf die Energiepolitik nehmen. | |
| Chef von Berlin Energie vorgestellt: Müllers Mann fürs Netz | |
| Ein Ex-Vattenfall-Manager soll für Berlin die Rekommunalisierung des | |
| Stromnetzes erkämpfen. Er verspricht Transparenz und Bürgernähe. |