| # taz.de -- Politdiskussionen um Iran und Nordkorea: Zwei Atomkonflikte wegen T… | |
| > Auf Trumps Worte gegen das Abkommen mit dem Iran folgen große Sorgen. | |
| > Außenminister Gabriel zweifelt nun auch an einer Lösung des | |
| > Nordkorea-Streits. | |
| Bild: Plötzlich wieder im Abseits: Irans Präsident Hassan Ruhani | |
| Berlin/New York rtr/afp | Deutschland wird sich nach den Worten von | |
| Bundesaußenminister Sigmar Gabriel gemeinsam mit Frankreich und | |
| Großbritannien darum bemühen, die USA von einem Festhalten am Atomabkommen | |
| mit dem Iran zu überzeugen. „Wir werden alles dafür tun, dass wir mit der | |
| Europäischen Union gemeinschaftlich und mit Frankreich und England, soweit | |
| das möglich ist auch mit China und Russland, versuchen, Einfluss auf die | |
| Vereinigten Staaten zu nehmen“, sagte Gabriel am Donnerstag am Rande der | |
| UN-Vollversammlung in New York. | |
| „Wir werden auch darüber zu reden haben, ob wir im schlimmsten Fall, dass | |
| die Amerikaner aussteigen, wir selbst trotzdem zu dem Vertrag stehen“, | |
| sagte der Minister. „Das ist aber sehr schwierig, weil natürlich die USA | |
| sofort neue Sanktionen gegen den Iran beschließen werden.“ | |
| Damit würde es sehr kompliziert, an den Verabredungen mit Blick auf | |
| Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran festzuhalten. | |
| Schon jetzt sorge die Unsicherheit über den Bestand des Abkommens für große | |
| Zurückhaltung bei Unternehmen und vor allem im Bankensektor. Es herrsche | |
| die Sorge, dass es zu dem sogenannten Snapback-Mechanismus komme, mit dem | |
| alle Investitionen wieder auf null gestellt werden müssten. | |
| Trump hatte das Atomabkommen in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung als | |
| eine Schande bezeichnet. Dies bezeichnete Gabriel als tragisch. Alle | |
| bestätigten, dass der Iran sich an das Atomabkommen halte. Dennoch zögen | |
| die USA den Vertrag aus politischen Gründen in Zweifel und machten damit | |
| womöglich das Problem Nordkorea noch größer. | |
| „Was soll in Zukunft ein Land wie Nordkorea oder andere Länder dazu | |
| motivieren, in einen Verhandlungsprozess einzutreten über einen Vertrag (…) | |
| wenn es ein einziges Beispiel gibt, wie so etwas geht, und genau dieses | |
| Beispiel dann quasi kaputtgemacht wird?“, fragte Gabriel. Wenn das einzige | |
| Beispiel für einen gelungenen Atomvertrag zerstört werde, „dann ist meine | |
| große Sorge, dass wir keine Chance haben, Nordkorea daran zu hindern, eine | |
| Atombombe zu entwickeln. Und dann werden andere dem folgen. Dann wird die | |
| Welt eine weitaus gefährlichere sein.“ | |
| Der US-Präsident muss dem US-Kongress alle 90 Tage bescheinigen, ob der | |
| Iran die vereinbarten Auflagen einhält oder nicht. Der nächste Termin dazu | |
| ist der 15. Oktober. Was im Falle eines Neins geschieht, ist nicht klar. | |
| Formal gesehen hat der US-Kongress dann 60 Tage Zeit, um zu erklären, ob er | |
| sich Trumps Einschätzung anschließt, was einen Widerruf der | |
| US-Ratifizierung des Abkommens nach sich ziehen könnte. | |
| ## Stichtag: 15. Oktober | |
| Das nach jahrelangen Verhandlungen im Juli 2015 ausgearbeitete Abkommen | |
| verlangt vom Iran, sein Atomprogramm deutlich zu reduzieren und verschärfte | |
| Kontrollen seiner Atomanlagen zuzulassen. Damit soll sichergestellt | |
| werden, dass der Iran nicht die Möglichkeit zur Herstellung von Atomwaffen | |
| erlangt. Gemäß dem Abkommen hat der Iran die Anzahl seiner Zentrifugen zur | |
| Urananreicherung um mehr als zwei Drittel reduziert. Zudem wurden die | |
| Bestände angereicherten Urans verdünnt oder ausgeführt. Alle iranischen | |
| Atomanlagen sind außerdem für bis zu 25 Jahre scharfen Kontrollen der IAEA | |
| unterworfen. Erst ab 2025 darf der Iran die Urananreicherung wieder | |
| ausbauen. | |
| Nachdem die IAEA dem Iran die Erfüllung der Auflagen bestätigt hatte, hoben | |
| die EU, die USA und die UNO im Januar 2016 ihre Finanz- und | |
| Handelssanktionen auf. Das UN-Waffenembargo bleibt bis 2020 in Kraft, die | |
| Sanktionen gegen das Raketenprogramm bleiben bis zum Jahr 2023 bestehen. | |
| Am Donnerstagabend verhängten die USA indes Sanktionen gegen Firmen bei | |
| Geschäften mit Nordkorea. Sie zielten auf Einzelpersonen, Unternehmen und | |
| Banken, die den Handel mit Nordkorea finanzierten und förderten, sagte | |
| Trump am Donnerstag. | |
| 21 Sep 2017 | |
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