| # taz.de -- Grüne gerät mit Polizei aneinander: „Ein Einschüchterungsversu… | |
| > Als sie am Samstag auf einer Demonstration Fotos machte, drohte die | |
| > Polizei, ihr den Abgeordnetenstatus zu entziehen, sagt die Grüne June | |
| > Tomiak. | |
| Bild: Tomiak wollte am Samstag die rechte Merkel-muss-weg-Demonstration beobach… | |
| taz: Frau Tomiak, Sie waren am Samstag als parlamentarische Beobachterin | |
| bei der rechtsextremen „Merkel muss weg“-Demonstration und hatten dort eine | |
| unangenehme Begegnung mit der Polizei. Wie kam es dazu? | |
| June Tomiak: Gegen 14 Uhr, also noch bevor dort überhaupt Demonstranten | |
| aufgetaucht sind, war ich in der Reinhardstraße in Mitte unterwegs und habe | |
| dort mit meinem Handy unter anderem ein Foto von den Absperrungen und den | |
| Polizeiwagen gemacht, aus etwa 40 Metern Entfernung. Daraufhin stieg ein | |
| Truppführer der Berliner Polizei aus einem der Fahrzeuge, kam auf mich zu | |
| und verlangte, mein Telefon und die Fotos zu sehen. | |
| Wie haben Sie auf dieses Verlangen reagiert? | |
| Ich habe ihm meinen Abgeordnetenausweis gezeigt und erklärt, dass ich als | |
| parlamentarische Beobachterin zugegen bin. Das hat ihn aber erst recht | |
| aufgebracht, er hat darauf bestanden, dass ich nicht fotografieren dürfe. | |
| Insbesondere Porträtaufnahmen von Beamten seien nicht in Ordnung. Ich habe | |
| ihm ruhig erklärt, dass ich nur aus der Ferne die Fahrzeuge fotografiert | |
| habe und keine Porträtaufnahmen gemacht habe. | |
| Hat er Ihnen nicht geglaubt? | |
| Offenbar nicht, er bestand darauf, dass die Fotos dann doch wieder in | |
| „einschlägigen Zeitungen“ landen würden. Zum Schluss kam dann das Beste: | |
| Sollte ich nicht mit dem Fotografieren aufhören, werde mir mein | |
| Abgeordnetenstatus entzogen. Ich war erst mal baff und habe mich | |
| verabschiedet. | |
| Hat Sie die Aussage des Polizisten verunsichert? | |
| Ein bisschen schon, ich war ja auch das erste Mal als parlamentarische | |
| Beobachterin unterwegs. Ich habe dann aber noch einen Bekannten getroffen, | |
| der Jurist ist, und bin dann mit ihm zusammen noch mal zurück, um mir die | |
| Rückennummer zu notieren. Daraufhin hat mir der Beamte wütend entgegnet, er | |
| werde sich meinen Namen auch aufschreiben. Er hat dann jedes Detail von | |
| meinem Abgeordnetenausweis notiert und gedroht, er „werde sich | |
| vorbereiten“. | |
| Wie ist die Situation ausgegangen? | |
| Ich bin dann gegangen und habe erst mal meine Arbeit fortgesetzt, aber auch | |
| gleich ein Gedächtnisprotokoll von der Situation angefertigt. | |
| Haben Sie jetzt vor, in der Sache noch etwas zu unternehmen? | |
| Ja, das war ja ein Einschüchterungsversuch, den man so nicht stehenlassen | |
| kann. Ich werde mich schriftlich sowohl an den Präsidenten des | |
| Abgeordnetenhauses als auch an den Polizeipräsidenten wenden. Unter | |
| Umständen werde ich zu gegebenem Zeitpunkt auch eine | |
| Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. | |
| 7 Nov 2016 | |
| ## AUTOREN | |
| Malene Gürgen | |
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