| # taz.de -- Verkauf von Adressdaten: Bundesrat will Meldegesetz stoppen | |
| > Das umstrittene Meldegesetz soll im Bundesrat keine Chance haben. Alle 16 | |
| > Bundesländer woll es in den Vermittlungsausschuss verweisen. | |
| Bild: Umstrittenes Meldegestez: Wann dürfen Daten weitergegeben werden? | |
| BERLIN afp | Der Bundesrat hat sich einem Bericht zufolge auf einen Stopp | |
| des umstrittenen neuen Meldegesetzes geeinigt, das weitreichende | |
| Möglichkeiten zum Adress-Verkauf an Privatfirmen vorsieht. | |
| Alle 16 Länder wollten einem Antrag Nordrhein-Westfalens zustimmen und das | |
| vom Bundestag beschlossene Gesetz in den Vermittlungsausschuss verweisen, | |
| berichtete der Berliner Tagesspiegel (Donnerstagsausgabe). Die Neuregelung | |
| müsse in ihrer jetzigen Form „vom Tisch“, sagte NRW-Innenminister Ralf | |
| Jäger der Zeitung. „Meldebehörden sind keine Dienstleister für | |
| Adresshändler.“ | |
| Mit seinem Einspruch gegen das Gesetz käme der Bundesrat einem Wunsch der | |
| Bundesregierung nach, die sich in einem ungewöhnlichen Schritt gegen das | |
| von der eigenen Koalition beschlossene Melderecht gestellt hatte. Das | |
| Gesetz war am 28. Juni bei Anwesenheit weniger Abgeordneter ohne Diskussion | |
| im Bundestag beschlossen worden. Zeitgleich hatte das | |
| EM-Halbfinal-Fußballspiel Deutschland gegen Italien stattgefunden. | |
| Auf Kritik aus allen politischen Lagern war die in dem Gesetz enthaltene | |
| Regelung gestoßen, dass die Meldebehörden Einwohnerdaten nur dann nicht an | |
| Privatfirmen verkaufen dürfen, wenn die Betroffenen ausdrücklich | |
| widersprechen. Anstelle der kritisierten Widerspruchslösung solle eine | |
| Zustimmungslösung treten, sagte Jäger. Sie müssen also zustimmen, dass ihre | |
| Meldedaten an Dritte weitergegeben werden. | |
| Der NRW-Vorschlag sieht laut Jäger Bußgelder vor, wenn Meldedaten | |
| unrechtmäßig verwendet werden. Der Bundesrat soll am Freitag das Gesetz | |
| stoppen, um anschließend eine neue Fassung auf den Weg zu bringen. | |
| 20 Sep 2012 | |
| ## TAGS | |
| Lebensversicherung | |
| Bundestag | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Einigung beim Meldegesetz: Kein Freibrief für's Daten-Absaugen | |
| Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat einen Kompromiss | |
| ausgehandelt: Ohne Zustimmung der Bürger dürfen die Behörden keine Daten | |
| rausgeben. | |
| Modifizierter Gesetzentwurf: Kompromiss zum Meldegesetz steht | |
| Der Bundestag hat im Juni das Meldegesetz verabschiedet. Datenschützer | |
| liefen Sturm dagegen. Jetzt gibt es eine Neufassung. Nächste Woche soll sie | |
| beschlossen werden. | |
| Kommentar Bundesrat: Schwarz-Rot schon jetzt | |
| Meldegesetz, Mindestlohn, Frauenquote: Weil Merkel und ihr | |
| Koalitionspartner nicht aus dem Quark kommen, nehmen nun die Länder die | |
| Sache in die Hand. | |
| Handel mit persönlichen Daten: Bundesrat stoppt Meldegesetz | |
| Das umstrittene Melderecht ist im Bundesrat gestoppt worden. Nun soll es im | |
| Vermittlungsausschuss nachgebessert werden. | |
| Streit um neues Meldegesetz: Datenschützer fordern Änderungen | |
| Die Weitergabe von Meldedaten soll weiter eingeschränkt werden, fordern | |
| Datenschützer. Am Freitag entscheidet der Bundesrat darüber. | |
| Streit um Adresshandel: Meldegesetz wird vermittelt | |
| Die Kritik am Entwurf des Meldegesetzes reißt nicht ab. Bund und Länder | |
| sollen sich nun im Vermittlungsausschuss einigen. | |
| Neues Meldegesetz im Hauruckverfahren: Die verdächtige Eile der Koalition | |
| Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl verteidigt die Hauruck-Novelle. Es gehe | |
| ihm nur um eine Entlastung der Ämter. Datenschützer sehen nur | |
| Wirtschaftsinteressen umgesetzt. |