| # taz.de -- Volksbegehren startet: Unterschrift ist die halbe Miete | |
| > Ab heute sammeln Aktivisten Unterstützung für den Volksentscheid zum | |
| > Thema Mieten. Der Senat schätzt die Kosten auf 3,3 Milliarden Euro in | |
| > fünf Jahren. Die Initiatoren halten das für zu hoch. | |
| Bild: Kommt der Volksentscheid durch, wäre zumindest ein Teil der BerlinerInne… | |
| Über steigende Mieten wird in den kommenden Wochen wieder verstärkt | |
| diskutiert werden: An diesem Wochenende startet das Bündnis für einen | |
| Mieten-Volksentscheid seine Unterschriftensammlung. Die VertreterInnen | |
| verschiedener stadtpolitischer Initiativen fordern nichts weniger als eine | |
| Kehrtwende in der sozialen Wohnungspolitik. Auf dem Tempelhofer Feld, am | |
| Leopoldplatz, am Hermannplatz und an der Frankfurter Allee werden sie die | |
| BerlinerInnen am Samstag um Unterstützung für ihr Anliegen bitten. | |
| Ziel des Bündnisses ist es, parallel zur Abgeordnetenhauswahl im Herbst | |
| 2016 einen Volksentscheid zum Thema Mieten herbeizuführen. Dafür müssen in | |
| einer ersten Stufe zunächst 20.000 gültige Unterschriften zusammenkommen. | |
| Das soll bereits bis Ende Mai geschafft sein, sagte Rouzbeh Taheri von der | |
| Initiative Neuer Kommunaler Wohnungsbau am Freitag. Damit es tatsächlich im | |
| Herbst einen Volksentscheid gibt, müssten er und seine MitstreiterInnen ab | |
| Anfang 2016 dann weitere rund 175.000 Unterschriften sammeln. | |
| ## Mieten regulieren | |
| Der Gesetzentwurf, den sie zur Abstimmung stellen wollen, sieht sowohl bei | |
| den landeseigenen Wohnungsunternehmen als auch bei Sozialwohnungen eine | |
| Staffelung der Miete nach Einkommen vor. Davon könnten nach Berechnungen | |
| der Initiative rund 400.000 Haushalte profitieren. Auch mit den | |
| landeseigenen Wohnungsunternehmen – bislang Aktiengesellschaften oder GmbHs | |
| – ist das Bündnis unzufrieden: Sie sollen in eine Körperschaft öffentlichen | |
| Rechts umgewandelt werden, weil sie ihren Gewinn dann nicht mehr in den | |
| Landeshaushalt abführen müssten, argumentiert das Bündnis. Die Regulierung | |
| des privaten Wohnungsmarkts ist nicht Thema des Gesetzes. Dafür fehlen der | |
| Initiative auf Landesebene schlicht die Hebel. | |
| Die Umsetzung des Gesetzes dürfte nicht ganz billig werden. Auf 791 | |
| Millionen Euro schätzt der Senat denn auch die Kosten allein für das Jahr | |
| 2017. Für die Jahre 2017 bis 2021 kommt die Senatsverwaltung für | |
| Stadtentwicklung auf stolze 3,3 Milliarden Euro insgesamt. Allein zwei | |
| Drittel davon flössen in die Sicherung und Subvention der Mieten im | |
| sozialen Wohnungsbau und in den landeseigenen Wohnungen. | |
| Das Bündnis selbst geht von deutlich geringeren Kosten aus: Ihrer | |
| Berechnung zufolge verursacht das Gesetz rund 250 Millionen Euro pro Jahr. | |
| Entsprechend skeptisch kommentierte Rouzbeh Taheri die amtliche | |
| Kostenschätzung: „Der Senat hat offenbar ein Worst-case-Szenario | |
| aufgemacht.“ | |
| 10 Apr 2015 | |
| ## AUTOREN | |
| Antje Lang-Lendorff | |
| ## TAGS | |
| Mietenprotest | |
| Volksentscheid | |
| Stadtpolitik | |
| Sozialer Wohnungsbau | |
| Berlin | |
| ## ARTIKEL ZUM THEMA | |
| Volksbegehren startet: Mieten interessieren alle | |
| Gleich am ersten Tag sammelt das Bündnis Berliner Mietenvolksentscheid mehr | |
| als 3.000 Unterschriften. Am Tempelhofer Feld gibt es viel Zuspruch. | |
| Neues Volksbegehren in Berlin: Mehr Mietbestimmung | |
| Ein Bündnis will mit einem Volksentscheid durchsetzen, dass die Mieten in | |
| 400.000 Wohnungen gedeckelt werden. Die Abstimmung könnte parallel zur Wahl | |
| 2016 stattfinden. |