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# taz.de -- Nach TV-Fahndungsaufruf: Dutzende Hinweise im Fall Tröglitz
> Nach der Ausstrahlung der MDR-Sendung „Kripo live“ gab es mehr als 30
> neue Hinweise im Fall Tröglitz. Dort brannte vor drei Wochen eine
> geplante Flüchtlingsunterkunft.
Bild: Das am 16. April teilweise ausgebrannte Gebäude in Tröglitz
MAGDEBURG afp | Rund drei Wochen nach dem [1][Brandanschlag auf eine
geplante Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz] hat ein Fahndungsaufruf der
Ermittler zahlreiche neue Hinweise gebracht. Nach der Ausstrahlung in der
MDR-Sendung „Kripo live“ am Sonntagabend seien zunächst mehr als 30 neue
Hinweise eingegangen, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA)
Sachsen-Anhalt am Montag in Magdeburg sagte. Die meisten Zeugenaussagen
bezogen sich demnach auf ein im Tatortbereich gefundenes Schlüsselbund. Es
werde nun geprüft, ob sich neue Anhaltspunkte für die Ermittlungen ergeben,
sagte die LKA-Sprecherin.
Unbekannte hatten am Osterwochenende einen Brandanschlag auf die geplante
Unterkunft für [2][Asylbewerber verübt]. Die Ermittler erhoffen sich von
dem Fahndungsaufruf neue Erkenntnisse auch zu zwei Personen, die zur
Tatzeit in der Nähe gesehen wurden. Die Behörden haben für Hinweise zur
Ergreifung der Urheber des womöglich fremdenfeindlichen Anschlags eine
Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt.
Bereits Anfang März hatte der [3][Rücktritt des damaligen Tröglitzer
Bürgermeisters Markus Nierth] bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nierth
sah sich durch Rechtsextreme bedroht, die vor seinem privaten Wohnhaus
gegen die geplante Aufnahme von Flüchtlingen in dem kleinen Ort in
Sachsen-Anhalt demonstrieren wollten. Zudem fühlte er sich von den
örtlichen Behörden im Stich gelassen.
Ungeachtet des Brandanschlags sollen in Tröglitz in einigen Wochen [4][die
ersten Flüchtlinge untergebracht werden]. Die Sanierung der vom Brand
zerstörten Flüchtlingsunterkunft wird nach Angaben des Landratsamtes des
Burgenlandkreises aber voraussichtlich noch ein Jahr dauern.
27 Apr 2015
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